Mittwoch, 16. Juni 2021

Rückblick auf den Mai 2021

 Die Strichmännchen hätten nichts mit Fotografie zu tun.

Es ist nicht so, dass ich mein Thema vorgetanzt oder -gesungen hätte aber obschon der physische Beweis in Form von Fotografien auf dem Tisch lag, hatte das Thema nichts mit fotografieren zu tun. Zudem würden meine Männchen zu sehr nach Klamauk aussehen und der Ernsthaftigkeit des Themas nicht gerecht werden. Stattdessen solle ich Legomännchen verwenden. Als ob Kinderspielzeug mehr Ernsthaftigkeit ausstrahlt als meine Pfeiffenputzermännchen. Dabei konnten meine Männchen jeden erdenklichen Gesichtsausdruck annehmen, liessen sich in jede Position verbiegen und mit etwas Heissleim und doppelseitigem Klebeband blieben sie regungslos in einer Pose, bis ich mit Szene, Licht und Kameraeinstellung zufrieden war.

Weiter sei meine Arbeit zu eintönig, würde immer ähnliche Blitzrichtungen beinhalten und sich in einem Nicht-Raum befinden welchem es an Boden mangeln würde. Punkte die durchaus ihre Berechtigungen haben. Allerdings ist es nicht ganz einfach in einer Wohnung welche auch von anderen Personen benutzt wird, eine Szene aufzubauen welche den ganzen Esstisch in Anspruch nimmt. 







Nichts desto trotz wurde auch dieses Projekt abgeschmettert und ich war wieder gleich weit wie zuvor.

 

Entsprechend demotiviert verliess ich den Kurstag welcher ansonsten ereignislos verlaufen war und bestritt die Nachtschicht. Während dieser überlegte ich mir, wie ich die Kritikpunkte in meine Arbeit einbauen konnte. Sicher nicht mit Lego aber eben auch nicht mit Pfeiffenputzern. So liess ich schlussendlich diese Geschichte auch wieder fallen und suchte mir eine neue Idee.

Es musste fotografisch anspruchsvoll sein, die Kameraeinstellungen mussten variieren, der Blitz musste verschieden eingesetzt werden, und so weiter.

Zeitgleich erarbeitete ich mir die Blitzbilder. Auch diese Arbeit ging relativ zügig über die Bühne. Inzwischen habe ich schliesslich auch schon etwas Erfahrung mit dem Blitz.








Rückblick auf den April 2021

 Anfangs April kamen gleich zwei Aufträge rein. Einer von einer Arbeitskollegin die gute Bilder für eine CAS-Arbeit braucht, welche sie für die Arbeit macht. Das Thema dabei ist Licht und ich soll Vorher / Nachher Bilder machen. Wir gingen zusammen in einem Nachtdienst raus an den Rhein und ich versuchte, Bilder von einem dunkeln Rheinufer zu machen. Im Sommer wir dieser Bereich des Flusses ausgeleuchtet und sie untersucht die Auswirkungen der Beleuchtung auf das Publikum. Ich muss gestehen, die Abwesenheit von Licht in einem Bild zu betonen ist sehr schwierig und ich bin bis jetzt noch nicht ganz zufrieden mit meiner Arbeit.

Der zweite Auftrag war ein langjähriger Freund meinerseits welcher anfangs Jahr von seiner Frau verlassen wurde. Er wünschte sich aktuellere Bilder für seinen Lebenslauf und allenfalls ein Paar Bilder für Dating-Plattformen. Wir verbrachten einen ganzen Sonntag zusammen und er warf sich in verschiedene Outfits und machte seine Arbeit als Modell überraschend gut. Die Bilder müssen nun noch bearbeitet werden und dann sende ich sie ihm per Stick zu.

Mitte April hatten wir dann den monatlichen Kurstag. Bis dahin hatte ich eine ganze Ladung von Vogelbildern gemacht. Jeweils am Morgen früh kämpfte ich mich aus dem Bett und ging an einen Weiher in der Nähe, wo ich bei den ersten Sonnenstrahlen Enten und Reiher fotografierte. Aus diesen Bildern stellte ich mehrere Serien zusammen und brachte sie - voller Stolz - am Kurstag mit, wo ich sie mit Sandra besprach.

Sandra kannte keine Gnade mit meinen Bildern. Weder mit den Blitzbildern welche ihr zu dunkel, zu eintönig und zu langweilig waren, noch mit meinen Entenbildern welche zwar technisch einwandfrei aber langweilig und ohne Aussage daherkamen.

Nach dem Kurstag war ich erst einmal zerstört und demotiviert. Danach löste ich mich von den verdammten Enten und versuchte eine Geschichte vom letzten Jahr in Bilder zu fassen. Dazu bastelte ich mir Figürchen aus Pfeiffenputzern und Papierbällchen und fotografierte eine Art Comic. Das Ganze natürlich nach Rücksprache mit Sandra, damit ich nicht noch einmal von vorne beginnen muss.

Im Mai wird sich dann zeigen, ob diese Arbeit besser ankommt.