Montag, 10. Februar 2020

Kurstag 11

Eine Woche nach dem "Belgrad Desaster"  welches rund dreihundert Bilder hervorgebracht hatte, folgte nun der Kurstag 11 in welchem wir das letzte Mal mit Sabrina über Lightroom sprachen. Lustigerweise war dies nun auch der Tag an dem wir lernten ein Bild zu maskieren sprich einzelne Teile des Bildes farblich zu beeinflussen.
Dies, so Sabrina, sei insbesondere dann nützlich, wenn ein Teil des Bildes sehr hell oder sehr dunkel sei.





Wo vorher ein blendend heller Himmel war ists nun theatralisch grau
Da ich die Bilder aus Belgrad auf einem Stick dabei hatte, verwendete ich gleich diese um die Übungen aus dem Unterricht zu machen und freute mich schon fast kindlich über die Resultate.
Natürlich bedarf es noch weiterer Übung um meine Maskierungstechnik zu verfeinern und vor allem um die Veränderungen sinnvoll zu machen.
Ein Knackpunkt ist zum Beispiel die Lichtrichtung. So sollte man keine Sonne im Hintergrund sehen wenn ein Schatten in diese Richtung geht oder das Motiv klar von einer Seite angeleuchtet wird.






Ein anderer Knackpunkt bei dem ich Mühe hatte war die Farbe. Einerseits wirkten meine Farben teilweise nicht mehr natürlich - Gras wurde Neongrün oder der Himmel leuchtete Dunkelblau - andererseits hatte ich in einem Beispiel ein braunes Haus welches zum Teil mit hellbraunen Gräsern verdeckt wurde. Diese Gräser zu maskieren ohne dabei das Haus ebenfalls zu verändern war sehr schwer und würde bei einem Produkt welches abgegeben werden sollte wahrscheinlich Stunden von intensiver Feinarbeit in Anspruch nehmen.

Braunes Gras vor braunem Haus




Nebst der Maskierung lernten wir noch Funktionen wie "Fotobuch" oder "Diashow" kennen welche aber nur mässig interessant waren da es dafür weit einfachere und effektvollere Programme als Lightroom gibt.

Meine ersten Versuche den Unterrichtsstoff zuhause in Darktable umzusetzen funktionierten eher mässig. Dies aber nicht weil Darktable nicht die nötigen Voraussetzungen hätte sondern weil ich die Werkzeuge nicht fand. Es dauerte einige Youtube-Tutorials bis ich ungefähr herausgefunden hatte wie man etwas maskiert und ich werde wohl noch einige Belgrad Fotos korrigieren müssen, bis ich einigermassen Sattelfest bin.






Portrait mit Darktable bearbeitet
Dies passiert aber nicht jetzt denn jetzt gibt es zuerst eine kleine Computerkunde:
Der Laptop den ich mir kurz vor Kursbeginn gekauft hatte, kommt mit der Menge an Daten welche ich auf ihm abspeichern und bearbeiten will nicht mehr zurecht. Ständig erklärt er mir, dass er nicht über genügend Speicherplatz verfüge um Bilder zu importieren. Was tut man nun in der Not? Man schaut im Netz was für eine Festplatte der Laptop hat und was stattdessen empfohlen wird und bestellt sich dann dementsprechend eine 1 Terrabyte grosse Festplatte.
Gestern Abend demontierte ich dann die Abdeckung und - fand die Festplatte nicht. Das sollte eigentlich nicht schwer sein da Festplatten ziemlich eindeutig aussehen aber ich konnte und konnte sie nicht finden.
Ich begann dann die einzelnen Bauteile am Motherboard im Inernet zu suchen und siehe da, der Laptop hat keine konventionelle Festplatte sondern ein Solid State Drive - ein besserer USB Stick. Die Festplatte die ich bestellt habe passt nun nicht und ich muss schauen wie ich halbwegs günstig an ein SSD komme. Diese bieten nämlich weniger Speicherplatz für mehr Geld.


Sonntag, 2. Februar 2020

Belgrad - Reisefotografie II

Es war wiedereinmal soweit und meine Freundin und ich haben uns ein verlängertes Wochenende genommen und sind verreist. Dieses Mal ging es nach Belgrad in Serbien. Gereist sind wir ende Januar.

Planung
Meine Idee nach Warschau war, mir am ersten Tag einen Überblick über die geografische Ausrichtung und den jeweiligen Sonnenstand zu verschaffen. Am Abend könnte ich dann mit Google Maps schauen wohin die verschiedenen Sehenswürdigkeiten ausgerichtet sind und so die optimale Zeit für meinen jeweiligen Besuch herausfinden. Schaut die Statue gegen Osten komme ich am Morgen vorbei und nutze die aufgehende Sonne im Rücken. Steht die Kirche komplett frei kann ich sie am Morgen am Mittag oder am Abend einplanen und Den Blick auf das Schloss von Westen her kann ich am Abend aufnehmen.

Ausblick von der Burg


Umsetzung
Statue im nebligen Park
Als wir am ersten Tag ankamen und eine kleine Runde durch die Stadt drehten, herrschte dichter Nebel. Die Sonne stand irgendwo, wahrscheinlich oben aber sie hätte auch neben mir sein können, ich hätte es nicht bemerkt. Dementsprechend fielen die ersten Testbilder aus. Die Statue war nachtschwarz und der Himmel blendend weiss.

Auch am zweiten Tag wurde das Wetter nicht besser und so mussten wir wohl oder übel die Bilder aufnehmen wie sie halt kamen. Wir gingen in unserer Not schlussendlich in den Zoo und machten Bilder von Tieren aber auch da hatten wir Mühe mit dem Wetter da es zu dunkel wurde sobald sich ein Tier in einem überdachten Bereich befand. Einzig ein Leguan hat in seinem Terrarium für mich posiert.

Fazit
Es reicht nicht, nur gute Ideen zu haben. Für die optimale Fotoreise müsste man die Jahreszeit, das wahrscheinliche Wetter und dann noch Sonnenstände und optimale Richtung für die perfekte Aufnahme einberechnen. Google Maps bietet eine 3d Version an welche nicht schlecht funktioniert aber der Prozess ist langwierig, mühsam und muss an einem Laptop im Voraus gemacht werden. Vor Ort auf dem kleinen Smartphonebildschirm funktioniert das nicht.


Kurstag 10

Bildbesprechung
Nachdem wir das letzte Mal ja die Porträts gemacht hatten, ging es diesen Samstag ans Besprechen derselben. Da aber das letzte Mal nur eine Woche zurücklag hatten ich und mein Modell keine Zeit für weitere Bilder gefunden und die Bilder vom letzten Samstag entsprachen mir nicht, so dass ich an dieser Bildbesprechung keine eigenen Werke beitragen konnte. Damit aber die anderen Kursteilnehmer aus ihren Bildern etwas lernen konnten, wurden folgende Fragen gestellt:
  • Wie fallen die Schatten im Gesicht und wie wirkt das?
  • Wie verhält sich das Licht um die Augen?
  • Wurde das Modell von seiner Schokoladenseite aufgenommen?
  • Wie wirkt die Haltung des Modells?
  • Was wurde fokussiert?
  • Was ist nebst dem Modell zu sehen und wie wirkt es?
  • Woher kommt das Licht?


Bei diesen drei Bildern kommt das Licht jeweils von unten. Die Schatten fallen stark ins Gesicht und wirken unnatürlich und dadurch unheimlich. Gerade das Licht welches senkrecht von unten auf das Gesicht fällt und dadurch die Augen je nach Winkel fast verschwinden lässt oder wie hier seltsam umrahmt wird ihn einschlägigen Filmen oft verwendet um ein Gesicht besonders schaurig erscheinen zu lassen.
In dieser "Lichtstudie" wurde das Gesicht des Modells bewusst isoliert da es mit einer Taschenlampe selber das Licht auf sein Gesicht richten musste. Bei den Bildern mit Licht von unten stellt das noch kein Problem dar. Bei den Bildern mit Licht von oben hätte man sonst noch einen Arm im Bild.




 Bei diesen beiden Bildern traf das Licht jeweils waagerecht auf das Gesicht. Dadurch kommen wir wider zu meinem häufigsten Problem - dem Belichtungsunterschied. Entweder wird die beleuchtete Hälfte des Gesichts richtig belichtet und die andere Seite wird zu dunkel oder die schattige Seite wird richtig belichtet und dafür ist die beleuchtete Seite zu hell.
In beiden Fällen haben wir ausgeprägte Schatten im Gesicht welche sich schlecht auf einem Porträt machen. Man könnte sie höchstens als Stilmittel einsetzen um eine Person geheimnissvoll erscheinen zu lassen.
Das Bild mit dem Licht gerade ins Gesicht des Modells wurde nicht aufgenommen da das Modell sonst geblendet worden wäre und die Augen unschön zusammengekniffen oder geschlossen hätte. Eine brauchbare Aufnahme wäre mit einem Schirm oder indirektem Licht möglich. Das Gesicht würde aber flach wirken und keine Schatten haben.
Auf diesen Bildern auch noch ersichtlich sind die Schatten an der Wand. Diese können vermieden werden, wenn das Modell einige Schritte von der Wand weg steht. Dazu müsste aber die Wand über eine grössere Fläche einen guten Hintergrund darstellen.


Fällt das Licht von oben auf das Gesicht wirkt dieses am natürlichsten. So sind wir es uns von der Sonne her gewohnt. Fällt das Licht aber zu steil auf das Gesicht werden wieder Schatten sichtbar.
Auf diesem Bild auch gut sichtbar ist der veränderte Ausdruck des Modells welches langsam aber sicher zur Arbeit sollte und dem ewigen halten der Taschenlampe langsam überdrüssig wird. Die Beziehung zwischen dem Fotografen und dem Modell sowie der Gemütszustand des Modells sind auf den Bildern jeweils ersichtlich und beeinflussen das Ergebnis. Dementsprechend müssen genügend Pausen sowie allenfalls Verpflegung eingeplant werden. Eine gute Kommunikation ist ebenfalls hilfreich.


 Durch das Licht von vorne auf das Modell herab wird das Gesicht optimaler ausgeleuchtet. Die Schatten unter den Wangenknochen sind sanft und betonen das Gesicht. Der Schatten unter der Nase wurde so gut als möglich mit dem Winkel des Lichts vermieden. Da das Modell einige Schritte von der Wand weg steht sind keine Schatten an letzterer sichtbar.
Hier wirkt das Modell zudem schon wieder deutlich entspannter was wohl daran liegt, dass nun der Fotograf die Taschenlampe hält. Dafür ist das Bild unscharf. Man kann nicht alles haben.
Vom Gestalterischen her müsste das Gesicht etwas höher im Bild sein. So wie es sich hier darstellt wirkt es, als würde man auf das Modell herab schauen. Zudem dürfte über dem Kopf noch etwas mehr Platz sein. So wirkt das Modell eingeengt.
Modell beleuchtet sich selbst


Farbtheorie
Nach der Bildbesprechung ging es weiter mit dem Thema Farbtheorie. Ein Thema welches mir gänzlich fremd ist und bei dem mir bereits der Lehrer in der Grundschule grosse Inkompetenz attestiert hat.
Was ich während dem Kurs verstanden habe ist, dass es zwei Farbkreise gibt. Der eine für alles was anfassbar ist wird CMYK genannt. Dies bedeutet Cyan, Magenta, Yellow und Kblack... Cyan ist bläulich, Magenta violett und Yellow ist gelb. Schwarz wird benötigt, da dieser Farbkreis Subtraktiv ist. Das heisst, wenn man alle Farben mischt erhält man Weiss. Wie das genau gehen soll entzieht sich meiner Kenntnis. Wenn ich alle Farben mische erhalte ich eine grau - braune Sauce und ein böses Wort von der Besitzerin der Farben.

Viel logischer erscheint mir da da der zweite Farbkreis. Er wird RGB (Rot, Grün, Blau) genannt und wird an Bildschirmen verwendet. Dieser Farbkreis ist Additiv sprich wenn man alle Farben mischt erhält man Schwarz. Daher benötigt er auch kein zusätzliches Kblack.

Gemäss Sandra geht einem der Farbkreis mit der Zeit ins Blut über. Mir fällt er bisher noch schwer aber ich werde mir irgend ein System zurechtlegen um damit klar zu kommen.