Mittwoch, 16. Juni 2021

Rückblick auf den Mai 2021

 Die Strichmännchen hätten nichts mit Fotografie zu tun.

Es ist nicht so, dass ich mein Thema vorgetanzt oder -gesungen hätte aber obschon der physische Beweis in Form von Fotografien auf dem Tisch lag, hatte das Thema nichts mit fotografieren zu tun. Zudem würden meine Männchen zu sehr nach Klamauk aussehen und der Ernsthaftigkeit des Themas nicht gerecht werden. Stattdessen solle ich Legomännchen verwenden. Als ob Kinderspielzeug mehr Ernsthaftigkeit ausstrahlt als meine Pfeiffenputzermännchen. Dabei konnten meine Männchen jeden erdenklichen Gesichtsausdruck annehmen, liessen sich in jede Position verbiegen und mit etwas Heissleim und doppelseitigem Klebeband blieben sie regungslos in einer Pose, bis ich mit Szene, Licht und Kameraeinstellung zufrieden war.

Weiter sei meine Arbeit zu eintönig, würde immer ähnliche Blitzrichtungen beinhalten und sich in einem Nicht-Raum befinden welchem es an Boden mangeln würde. Punkte die durchaus ihre Berechtigungen haben. Allerdings ist es nicht ganz einfach in einer Wohnung welche auch von anderen Personen benutzt wird, eine Szene aufzubauen welche den ganzen Esstisch in Anspruch nimmt. 







Nichts desto trotz wurde auch dieses Projekt abgeschmettert und ich war wieder gleich weit wie zuvor.

 

Entsprechend demotiviert verliess ich den Kurstag welcher ansonsten ereignislos verlaufen war und bestritt die Nachtschicht. Während dieser überlegte ich mir, wie ich die Kritikpunkte in meine Arbeit einbauen konnte. Sicher nicht mit Lego aber eben auch nicht mit Pfeiffenputzern. So liess ich schlussendlich diese Geschichte auch wieder fallen und suchte mir eine neue Idee.

Es musste fotografisch anspruchsvoll sein, die Kameraeinstellungen mussten variieren, der Blitz musste verschieden eingesetzt werden, und so weiter.

Zeitgleich erarbeitete ich mir die Blitzbilder. Auch diese Arbeit ging relativ zügig über die Bühne. Inzwischen habe ich schliesslich auch schon etwas Erfahrung mit dem Blitz.








Rückblick auf den April 2021

 Anfangs April kamen gleich zwei Aufträge rein. Einer von einer Arbeitskollegin die gute Bilder für eine CAS-Arbeit braucht, welche sie für die Arbeit macht. Das Thema dabei ist Licht und ich soll Vorher / Nachher Bilder machen. Wir gingen zusammen in einem Nachtdienst raus an den Rhein und ich versuchte, Bilder von einem dunkeln Rheinufer zu machen. Im Sommer wir dieser Bereich des Flusses ausgeleuchtet und sie untersucht die Auswirkungen der Beleuchtung auf das Publikum. Ich muss gestehen, die Abwesenheit von Licht in einem Bild zu betonen ist sehr schwierig und ich bin bis jetzt noch nicht ganz zufrieden mit meiner Arbeit.

Der zweite Auftrag war ein langjähriger Freund meinerseits welcher anfangs Jahr von seiner Frau verlassen wurde. Er wünschte sich aktuellere Bilder für seinen Lebenslauf und allenfalls ein Paar Bilder für Dating-Plattformen. Wir verbrachten einen ganzen Sonntag zusammen und er warf sich in verschiedene Outfits und machte seine Arbeit als Modell überraschend gut. Die Bilder müssen nun noch bearbeitet werden und dann sende ich sie ihm per Stick zu.

Mitte April hatten wir dann den monatlichen Kurstag. Bis dahin hatte ich eine ganze Ladung von Vogelbildern gemacht. Jeweils am Morgen früh kämpfte ich mich aus dem Bett und ging an einen Weiher in der Nähe, wo ich bei den ersten Sonnenstrahlen Enten und Reiher fotografierte. Aus diesen Bildern stellte ich mehrere Serien zusammen und brachte sie - voller Stolz - am Kurstag mit, wo ich sie mit Sandra besprach.

Sandra kannte keine Gnade mit meinen Bildern. Weder mit den Blitzbildern welche ihr zu dunkel, zu eintönig und zu langweilig waren, noch mit meinen Entenbildern welche zwar technisch einwandfrei aber langweilig und ohne Aussage daherkamen.

Nach dem Kurstag war ich erst einmal zerstört und demotiviert. Danach löste ich mich von den verdammten Enten und versuchte eine Geschichte vom letzten Jahr in Bilder zu fassen. Dazu bastelte ich mir Figürchen aus Pfeiffenputzern und Papierbällchen und fotografierte eine Art Comic. Das Ganze natürlich nach Rücksprache mit Sandra, damit ich nicht noch einmal von vorne beginnen muss.

Im Mai wird sich dann zeigen, ob diese Arbeit besser ankommt.








Dienstag, 11. Mai 2021

Darktable - Ein würdiger Ersatz für Lightroom?

Während unserer Ausbildung zu glamourösen Fotografen behandelten wir wiederholt das Programm "Lightroom" von Adobe.

Das Programm wird vorwiegend dazu verwendet, Bilder zu sortieren, zu archivieren und kleinere Bearbeitungen direkt  vorzunehmen. Allerdings kostet das Programm schlanke 10.- bis 20.- Franken pro Monat oder einmalig etwas über 100.- Franken für eine abgespeckte Version.

Als begeisterter Open Source - User habe ich mich daher nach einer Alternative umgesehen und diese in "Darktable" gefunden. Darktable bietet ein ähnliches Konzept wie Lightroom, kostet aber nichts und wird dennoch regelmässig verbessert.

Bei meiner ersten Arbeit mit Darktable ist mir ein Unterschied sofort aufgefallen: Darktable erstellt keine Bibliotheken mit meinen Bildern. Ich muss mir selber Ordner und Unterordner erstellen und die Bilder dann entsprechend darin ablegen um kein Durcheinander zu bekommen. Lightroom ordnet die Bilder in Bibliotheken und nimmt mir so diese Arbeit bereits ab.

Sobald wir aber in der Arbeitsmaske sind, ähneln sich die beiden Programme recht stark. Beide bieten eine Übersicht über die ausgewählte Filmrolle mit der Möglichkeit bereits Fotos mit Sternen zu bewerten oder Farben zuzuordnen. Beide haben die Möglichkeit, ein einzelnes Bild anzuwählen und dieses dann genauer zu betrachten, auch wenn die jeweiligen Reiter dazu unterschiedlich benannt sind.

In der Einzelansicht können Bearbeitungen durchgeführt werden wie zum Beispiel das Korrigieren des Weissabgleichs, Anpassungen bei der Farbgebung und so weiter. Hier ist Darktable deutlich weniger Benutzerfreundlich. Als User kämpft man sich teilweise recht lange durch hausgemachte Tutorials die mehr oder weniger präzise auf den Punkt kommen und oft leicht chaotisch aufgebaut sind. Lightroom hat hier natürlich High End Tutorials und Kundenservice und so weiter.

Von den Bearbeitungsmöglichkeiten her sind - für mich als neuer User - beide Programme etwa gleich. Sobald man herausgefunden hat wie, kann man alles mögliche mit seinen Bildern machen, behält dabei jedoch das unveränderte Original als .raw, bis man die geänderte Version aus dem Programm exportiert. Darktable speichert dabei eine Datei mit dem gleichen Namen wie das Bild in den Ordner mit dem Bild. Diese kann man direkt einsehen und mit den nötigen Kenntnissen auch verändern. Das wird von Lightroom nicht angeboten. Die Veränderungen der Bilder sind irgendwo in den Tiefen des Programmes gespeichert und niemand soll daran irgendetwas basteln.

 

Als Fazit kann ich nun folgendes sagen: Lightroom hat eine deutlich benutzerfreundlichere Oberfläche und bietet mehr Unterstützung bei Problemen, verlangt aber auch haufenweise Geld und lässt den User wirklich nur auf der Oberfläche arbeiten.

Darktable dagegen baut auf die Fähigkeiten des Users auf, sich selber zurecht zu finden, bietet genau so viele Funktionen und kostet nichts.

Für mich persönlich ist Darktable das bessere Programm. Ich habe mich inzwischen soweit damit auseinandergesetzt, dass ich nicht mehr ewig im Internet suchen muss und fühle mich sicher. Allerdings benutze ich inzwischen Bildbearbeitungsprogramme für .raw, wenn ich etwas verändern will, damit ich den Schritt des Exportierens umgehen kann. So kann ich alles machen, was ich will und muss nicht in der Hälfte das Programm wechseln.

Mittwoch, 24. März 2021

Rückblick auf den März 2021

Soviel zu "Das Werktagebuch ist hiermit beendet." Eigentlich geht es jetzt erst richtig los denn in diesem März habe ich wahrscheinlich so viele Probleme beim Fotografieren gehabt wie in den letzten zwei Jahren nicht.

Anfangs März war ich ja in dieser Liegenschaft und habe fleissig herumgeblitzt. Letzte Woche habe ich dann Bilder bearbeitet und letzten Samstag war der Kurstag im März. Bis dahin hatte ich nur zwei Bilder fertig und deswegen verzichtete ich auf das Gespräch mit Sabrina, da von mir aus gesehen die ganze Serie fertig sein sollte, damit sie anständig besprochen werden kann.

Bei Gesprächen mit meinen Klassenkameraden am Kurstag selber habe ich dann gehört, dass einige noch kein einziges oder erst ein Bild gemacht haben. Da hätte ich mich schon in den Hintern beissen können, dass ich auf das Gespräch verzichtet habe aber ich war dann auch wieder zu stolz, Sabrina nachträglich doch noch um ein Gespräch zu beten. Nun muss ich halt bis im April warten um meine Bilder besprechen zu können, dann habe ich dafür weniger Zeit bis zum Abgabetermin.

An diesem Kurstag gab es zwei Themenblöcke. In der Theorie am Morgen stellte uns Sabrina einige ihrer Konzepte mit der Bitte vor, ihr die Kunden nicht abzuwerben. Dabei ging es um Wein in Kartons und Mitarbeiterportraits. Wir besprachen die Konzepte, kreierten eigene Ideen und besprachen sie mit Sabrina. Die Konzepte waren für mich relativ weit von dem, was ich in meiner Diplomarbeit am machen bin, entfernt. Meine Diplomarbeit hat aber auch keinen zahlenden Kunden der mit diesen Bildern dann Werbung macht. Dadurch habe ich deutlich mehr Freiheiten in der Gestaltung und der Motivwahl, kann mich aber bei einer Arbeit immer noch nicht festlegen, was ich eigentlich machen will.

Am Nachmittag ging es dann um Licht. Dieses Mal durften wir eine Bohrmaschine in Szene setzen und wir waren zu dritt über mehrere Stunden beschäftigt mit Blitzlichtern positionieren, Reflektoren hinhalten und wieder wegnehmen und Lichtverhältnissen ermitteln bis wir dann ein Bild hatten das wir der Klasse zeigten.

Bei dieser Arbeit wurde mir auch bewusst, warum ich anfangs des Monats zum Teil Probleme mit meinen Systemblitzen hatte. Wenn der Unterschied zwischen den einzelnen Lichtquellen zu gross ist, kann es sein, dass ein Licht auf dem Bild gar nicht mehr sichtbar ist, obwohl der Blitz ausgelöst hat. Das kann an den Einstellungen aber auch am Ladezustand der Batterien liegen. Bei mir war das vor allem beim Systemblitz von Metz das Problem da dieser die Batterien förmlich gefressen hat und dann plötzlich massiv an Leistung verlor. Bei der Arbeit am Kurstag verwendeten wir Studioblitze mit 250 und 500 Watt sowie zwei Tageslichtlampen mit je 150 Watt. Die beiden Tageslichtlampen hätten wir wahrscheinlich auch einfach weglassen können. Den Effekt den wir durch sie erzielten war minim.

 

Nach dem Kurstag startete ich meine zweite "Woche" Ferien. In dieser Zeit kam meine Partnerin mit einem Foto-Auftrag zu mir: Ich sollte Bilder von der schwarzen Katze machen, die seit rund zwei Monaten bei uns wohnt, damit die Katzenrettungsorganisation für welche wir sie aufgenommen haben, eine definitive Familie finden kann. Die Katze war inzwischen zutraulich genug, um fotografiert zu werden und hatte keine Scheu vor der Kamera. Umgekehrt schien das aber ganz anders. Der Autofokus fand im Fell der Katze nicht genug Kontrast zum scharfstellen, der Belichtungsmesser wollte das Bild so hell, dass die Katze fast grau wurde und das Umgebungslicht im Esszimmer unter dem Esstisch war so schlecht, dass ich fast hätte Langzeitbelichtungen machen müssen.




 

 

Schlussendlich legte ich den Autofokus auf die Augen oder einen kleinen, braunen Fleck im Gesicht der Katze, stellte Blende und Zeit manuell ein und jagte die ISO-Werte in Dimensionen welche ich sonst gerne meide.

Bei der Nachbearbeitung der Bilder verminderte ich den Kontrast und je nach Bild entweder die Schatten oder die Spitzlichter wodurch die Details des Felles schnell sichtbar wurden. Bei einigen Bildern entstand ein Grauschleier auf den Bildern was jeweils bedeutete, dass ich mit der Nachbearbeitung etwas übermütig gewesen war. Bei diversen Bildern musste ich auch den Weissabgleich korrigieren da die Wand im Hintergrund blau oder gelb geworden war.

Lustiges Detail: Die Bilder die ich als Werbebilder ausgewählt hatte, wurden von meiner Freundin allesamt abgelehnt. Sie wiederum wählte Bilder die ich nie verwendet hätte. Aber die Kundin ist ja Königin.

 

 

Um mich nicht weiter von meinem Bildschirm täuschen zu lassen, habe ich mir ein fünf Meter langes HDMI-Kabel gekauft und damit den Laptop an den Fernseher angeschlossen. Dort habe ich dann die Bilder bearbeitet und zu .jpg konvertiert bevor ich sie an meine Partnerin geschickt habe die sie dann weiterleitete. Der einzige Nachteil: Im Fernseher werden die Farben viel satter und klarer dargestellt als auf dem Smartphone oder dem Laptop aber immerhin sind sie jetzt nicht mehr zu dunkel.


Am letzten Ferientag gingen meine Partnerin und ich noch ins Kunstmuseum. Dort habe ich über Lichtrichtung und Lichtqualität auf Kupferstichen von Rembrandt philosophiert und mir Werke von Alexej von Jawlensky angesehen.

Wenn ich einmal viel Zeit und Energie übrig habe, möchte ich ein Portrait fotografieren welches ähnlich surreal aussehen soll, wie seine Bilder.

 

"Mädchenkopf" von Alexej van Jawlensky

 



Dienstag, 16. März 2021

Diplomarbeit - Nachbearbeitung der Blitzbilder



 Nachdem ich Anfang März die Blitzbilder gemacht hatte, wollte ich diese bis zur nächsten Lektion am 20.03 bereits bereit und bearbeitet haben, damit mir die Klasse ein Feedback gibt, auf dem ich dann aufbaue. Praktischerweise hatte ich vor der Lektion noch eine Woche Ferien. Unpraktischerweise verreisten meine Freundin und ich für eine Woche in die Berge. Woanders kann man ja nicht hin.

 

 

Diese Ferien sind längst überfällig nach dem turbulenten letzten Jahr mit allerlei Höhen und Tiefen. Deshalb habe ich mich entschieden, den Laptop mitzunehmen aber nur am Morgen, wenn die Freundin noch schläft oder bei schlechtem Wetter, wenn eh alle an ihren Mobiltelefonen sind an meinen Bildern zu arbeiten.

Am ersten Tag ging das auch ganz gut. Ich war der erste der wach war, schloss meinen Laptop an, machte ein Bild fertig und fing das zweite an.

Am zweiten Tag machte ich, wieder am Morgen, das zweite Bild fertig und begann mit dem dritten.

Am dritten Tag schlief ich bis in den späten Morgen und seither finde ich die Motivation nicht mehr so richtig, mich weiter mit der Nachbearbeitung auseinander zu setzen. Dafür mache ich viele Bilder von unseren Ferien. Hier oben schneit es oder es windet oder es hat Nebel - oder alles zusammen. Damit ich bei diesen Bedingungen schön weisse Fotos bekomme, muss ich fast im manuellen Programm arbeiten und mit Belichtungsmessung und Weissabgleich kämpfen. Auch der Autofokus kommt hier gerne an seine Grenzen oder konzentriert sich auf irgend eine Schneeflocke weit vor dem Motiv. Allerdings stelle  ich den Fokus immer noch nicht gerne von Hand ein.

Während einer Spielerei mit der Kamera habe ich aus Jux und Tollerei das integrierte Nachbearbeitungsprogramm ausprobiert. Das war gar nicht einmal so schlecht. Plötzlich war der Schnee so weiss, wie ich mir das gewünscht hatte und die Schneeflocken vor dem dunkeln Motiv scharf. Allerdings spuckt die Kamera dann ein .jpg aus, welches ich nicht sauber nachbearbeiten kann. Meine Versuche, die Arbeit der Kamera mit Darktable oder GIMP zu imitieren sind bisher gescheitert. Ich glaube, die Kamera hat etwas am Weissabgleich und an der Belichtungszeit geändert aber ich habe noch nicht herausgefunden, was es genau war.

 

 

Wie dem auch sei. Bis zum Ende der Woche sollte ich meine fünf Bilder bereit haben. Das eine, an dem ich noch arbeite, ist wahrscheinlich das schwerste von allen, da ich mehrere Bilder übereinanderlegen und den Systemblitz, der in jedem Bild eine andere Position hat, jeweils herausschneiden will. Das Motiv habe ich von drei Seiten belichtet und vier Bilder gemacht.

Anfangs wollte ich nur gerade den Blitz herausnehmen. Dass führte dann zu komischen, dunkeln Quadraten im Bild. Jetzt versuche ich, den gesamten Boden auf dem der Blitz stand zu ersetzen, damit man das Licht nur noch an der Wand sieht.

Bei meinem ersten Bild hatte ich ein symmetrisches Motiv bei dem ich zwei Blitze eingesetzt hatte, dort habe ich gelernt, dass es viel schwieriger ist, die verschiedenen Teile des zusammengesetzten Bildes zu erkennen, wenn die Achse nicht in der Mitte verläuft und keinen geraden Linien und schon gar keinen Kreisen oder komplexen Figuren folgt.

Selbstverständlich habe ich alle Bilder mit Stativ gemacht. Ein Zusammensetzen wäre sonst mit meinen Fähigkeiten komplett unmöglich.

Nun habe ich gerade ein Bild von meiner Freundin erhalten auf dem sie - dick eingepackt mit Maske und Skibrille, sich mit einer Figur aus dem Videospiel "Among Us" vergleicht. Ich denke ich mache da eine kleine Fotomontage. Das bringt mich zwar meiner Abschlussarbeit nicht näher, soll mir aber als Training dienen.

 

 

Among Ale




Montag, 8. März 2021

Operation "Barry Allen"

Barry Allen ist ein Mann mit einem roten Kostüm auf dem ein gelber Blitz aufgedruckt ist. Er ist besser bekannt als "The Flash". Soviel zur Namensgebung dieser Operation.

 

Im Zuge der Diplomarbeit erhielt ich die Gelegenheit, in ein leerstehendes Haus zu gehen und dort Fotos zu machen. Erwartet hatte ich eine baufällige Barracke, vorgefunden habe ich eine charmante Villa mit vielen verschiedenen Elementen. Der Keller war in kleinere Zimmer unterteilt in welchen zum Teil roter Spannteppich verlegt worden war. Das Erdgeschoss bestand aus grossen Sälen mit grossen Fenstern und einer offenen Küche. Im ersten Obergeschoss waren die Zimmer lichtdurchflutet und in einem eher älteren Stil gehalten während im zweiten Obergeschoss eine komplette und sehr moderne Wohnung aufgebaut worden war.

Für meine fünf Blitzbilder durfte ich für ein langes Wochenende den Schlüssel zur Liegenschaft haben.



Am ersten Tag brachte ich meine ganze Ausrüstung in die Liegenschaft und versuchte, die schönsten Elemente im Erdgeschoss einzufangen. Dabei setzte ich den Fokus auf verschiedene Elemente der Wohnung wie Türen, den Ofen und der Treppe. Da ich mit der 50mm Festbrennweite arbeiten wollte, war der Ausschnitt auf den Bildern immer sehr eng und für Übersichtsaufnahmen musste ich jeweils eine grosse Distanz zum Motiv einnehmen. Notiz an mich selbst: Für Innenarchitektur höchstens eine Brennweite von 30mm oder weniger verwenden.

Als ich das Erdgeschoss aus verschiedensten Winkeln aufgenommen hatte, ging ich in den ersten Stock. Der Nachmittag war bereits weit fortgeschritten und so war es trotz der grossen Fenster schon wieder möglich, mit Blitz zu arbeiten. Allerdings waren meine Batterien und die  der Blitze langsam am Ende und so packte ich meine Kamera ein und ging nach Hause.

 

 

Am zweiten Tag war ich bereits am Vormittag da. Die Sonne stand noch relativ flach und tauchte die Räume in goldenes Licht, war jedoch so hell, dass meine Blitze völlig machtlos waren und so ging ich in den Keller. Dort arbeitete ich mit verschiedenen Farbfolien auf den Blitzen. Meine Idee war, einen Raum in einer Farbe erstrahlen zu lassen während man in einen zweiten Raum sieht welcher in einer anderen Farbe leuchtet. Ich versuchte verschiedenste Varianten, Winkel und Räume aber der Erfolg blieb immer nur mässig. Am Ende stellte ich mich selbst vor die Kamera und löste via Mobiltelefon aus. Dabei war ein Blitz auf der Kamera montiert und blitzte mich mit orangem Licht an, während ein zweiter Blitz hinter mir am Boden stand und den Raum blau ausleuchtete. Diese Bilder wurden überraschend gut und lagen auch voll in der Stärke der Festbrennweite. Die Arbeit mit starken Blitzen bei wenig Licht frass meine vier Batterien Sets regelrecht auf und so ging ich bereits nach kurzer Zeit wieder nach Hause.

Am dritten Tag packte ich meine Freundin ins Handgepäck. Motiviert von den Ergebnissen des Vortags wollte ich mich nun mehr auf Portraits respektive Bilder mit einer Person konzentrieren anstatt auf Details des Hauses. Auch am dritten Tag stand die Sonne am Himmel und tauchte die Räume in helles Licht und so schlossen wir die Fensterläden und machten die Säle im Erdgeschoss dunkel. Emsig stellten wir Stative und Blitze in die Räume und experimentierten mit Winkeln, Helligkeit und Posen. Die Schwierigkeit war nun folgende: Sobald sich das Modell etwas bewegt, den Kopf anders schräg legt oder schon nur das Gewicht auf den anderen Fuss verlagert, hat der Fotograf ein neues Bild auf das der Aufbau mit Blitz und Kamera nicht mehr passt. Folglich kann man entweder das Modell anweisen, sich wieder anders hinzustellen oder man baut die ganze Einrichtung um. Wir hatten diverse Settings welche nicht oder nicht so funktionierten, wie wir uns das vorgestellt hatten während andere überraschend gut gelangen. Auch hier wurden vorwiegend Portraits gemacht, da das Modell bei Ganzkörperbildern schnell klein und nebensächlich wirkte. Ein Fehler meinerseits sicher auch, dass ich immer noch möglichst viel vom Haus auf den Bildern wollte.

 

Gearbeitet habe ich während der ganzen Zeit mit meiner Nikon D750, zwei Stativen wobei eines für die Kamera und eines bei Bedarf für einen Blitz gedacht war, zwei Systemblitzen mit je einem Standfuss, verschiedenen Farbfolien und einem Pol-Filter um den Glanz von Fenstern und Plättchen zu mindern. Manchmal hätte ich mir ein anderes Objektiv oder mehr Blitze gewünscht, aber mit diesem Material konnte ich schon relativ viel machen. Heute habe ich rund vierhundert Bilder für den Leistungsnachweis 2. Das ist für drei Tage eigentlich sehr wenig aber die ganzen Einstellungen und das Positionieren von Kamera und Blitz nahmen sehr viel Zeit in Anspruch.

Abschliessend war die Operation "Barry Allen" ein Erfolg. Nun muss ich den Schlüssel zur Villa wieder abgeben und mich aufs Auswählen und Nachbearbeiten der Bilder konzentrieren.

 

 


Donnerstag, 25. Februar 2021

Diplomarbeit - Stand Ende Februar

 Arbeit 1:

Ich habe noch immer keine Ahnung, worüber ich die Arbeit machen soll.

Schlossruinen in Baselland wäre eine Möglichkeit, Tiere der Grün 80 eine andere, Frühlingswiesen oder Blumen im Frühling wären eine andere. Allerdings bin ich im Moment sehr mit den anderen zwei Arbeiten beschäftigt welche überraschend schnell vorwärts gingen.



Arbeit 2:

Für die Blitzarbeit habe ich Folien gekauft und bin über Kontakte von der Arbeit an eine Liegenschaftsbesitzerin gekommen deren Haus leer steht. Ich muss heute (25.02.2021) oder morgen bei einem Architekturbüro vorbei und den Schlüssel holen. Nächste Woche mache ich dann die Aufnahmen und hoffe, dass Stativ und Blitz bis dann geliefert wurden.



Arbeit 4

Das Gedicht "Paris at night" von Jacques Prévert wurde ausgewählt und gibt die fünf Bilder schon relativ genau vor. In meinem Kopf zumindest. Meine Freundin ist nun auch mein Modell und meine Assistentin und wir haben bereits erste Bilder geschossen. Die Bilder werden Low-Key-Kompositionen mit unterschiedlichen Mengen an Streichhölzern und ihrem Gesicht. Als Hintergrund habe ich schwarzes Moosgummi an die Wand geklebt. In den schwarzen Bereichen des Bildes will ich dann den Text des Gedichts oder ein einzelnes Schlagwort einfügen. Dazu setze ich das Portrait bereits von Anfang an etwas gegen den Rand des Bildes, etwa in der Mitte halte ich ein Streichholz vor die Kamera und den Rest lasse ich möglichst schwarz für den Text.

Laut dem Gedicht wird mit dem ersten Streichholz das ganze Gesicht beleuchtet. Das ist machbar. Mit dem zweiten Streichholz werden die Augen beleuchtet. Hier wirkt das gebündelte Licht etwas wie eine Skimaske. Ich muss noch schauen, wie ich das Hauptlicht auf die Augen bekomme, ohne den Rest des Gesichts zu vernachlässigen.


 

Morticias beleuchtete Augen...

 

Mit dem dritten Streichholz wird dann die Mundpartie beleuchtet. Dabei stellen sich ähnliche Probleme wie bei der Augenpartie.

Das erste und das letzte Bild sind dann jeweils Streichhölzer. Im ersten neue und im letzten verbrannte, noch rauchende. Das lässt sich gut mit dem Gedicht vereinbaren und gibt mir schlussendlich fünf Bilder. Sämtliches Licht in den Bildern wird wohl Kunstlicht oder Feuer sein.