Dienstag, 29. Oktober 2019

Kurstag 4

Belichtungsmessung
Als wir am vierten Kurstag vor "unserem" Zimmer standen, war dieses verschlossen. Auch Sandra war nicht da. Stattdessen wartete eine kleine, quirlige Frau im Zimmer nebenan. Sabrina gab ihr Debüt als Klassenlehrerin in unserem Kurs.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde lernten wir die Belichtungsmessung genauer kennen.
Ausschnitt von einem weissen Blatt Papier
Die Belichtungsmessung der Kamera will in jedem Bild ein Durchschnittsgrau erreichen. Dazu misst sie das Licht und gibt dem Fotografen die Rückmeldung ob er mehr oder weniger Licht auf den Sensor lassen muss. Will dieser nun aber einen schwarzen Vorhang fotografieren, hellt die Kamera das Schwarz bis auf das Durchschnittsgrau auf. Dasselbe passiert mit einer Schneelandschaft oder ähnlichem. Um dies nun zu korrigieren kann man die Belichtungskorrektur verwenden. Diese hat entgegen meiner ersten Idee nichts mit dem Weissabgleich zu tun.
Ausschnitt einer schwarzen Hose...

Weissabgleich: Farben werden neutral dargestellt.

Belichtungskorrektur: Helligkeit des Bildes wird korrekt eingestellt.
Das ist noch etwas viel Farbe für meine grauen Zellen aber mit etwas Übung sollte ich das in den Griff bekommen.




Wie sicher schon bemerkt wurde, hatte ich bisher auf vielen meiner Bilder einen schneeweissen Himmel. Dies war ein Effekt den ich einfach so hingenommen habe. Nun durfte ich erfahren, dass meine Himmel jeweils komplett überbelichtet waren. Das Motiv mag jeweils gut belichtet sein aber die Kamera kann nur acht Blendenstufen unterschied festhalten. Fotografiert man nun gegen die Sonne oder gegen einen sehr hellen Himmel werden die Pixel reinweiss sogenannt "ausgebrannt". Bei sehr dunkeln Teilen des Bildes werden Pixel welche nur schwarze Informationen haben als "abgesoffen" bezeichnet. Beides kann weder mit der Belichtungsmessung noch am Computer geändert werden. Stattdessen muss der Fotograf etwas am Bildausschnitt, der Belichtung oder seiner Blickrichtung ändern.

Um die Belichtung zu messen haben die meisten Kameras folgende zwei Programme:
Matrixmessung

Matrixmessung: Die Kamera misst jeden Pixel des Bildes und errechnet daraus einen Durchschnitt. Diese Messmethode funktioniert, solange keine markanten Unterschiede in der Beleuchtung im Bild sind.

Spotmessung
Spotmessung: Die Kamera misst einen - bei manchen Kameras verstellbaren - Punkt und errechnet daraus die Korrekte Belichtung. Dieser Spot kann mit einem Knopf gespeichert werden. Der Knopf ist bei meiner Kamera direkt neben dem Sucher und um die Messung zu speichern muss man ihn gedrückt halten. Sprich ich muss mit meinem Finger zwischen Gesicht und Kamera. Weiss Gott wie die Japaner sich das vorgestellt haben.

Mittenbetonte Messung: Diese Messart wurde nur kurz angeschnitten da anscheinend nicht alle Kameras darüber verfügen. Hier wird die Region um die Mitte gemessen und ein Durchschnitt daraus errechnet.

Hausaufgaben:
Für den nächsten Kurstag müssen wir zwei Fotos machen. Eines in "High Key" sprich mit vielen hellen Bildelementen und eines in "Low Key" sprich mit vielen dunklen Bildelementen. Ich habe ein zwei Bilder versucht, kam aber noch nicht auf ein zufriedenstellendes Resultat.


High Key?

Kurstag 3

Werktagebuch
Der dritte Kurstag begann mit dem langersehnten Thema "Werktagebuch". Nun endlich erfuhren wir, wie wir dieses Thema behandeln sollten, welches uns für die nächsten drei Jahre begleiten und am Ende bewertet werden würde. Ich habe mich spontan für einen Blog entschieden, da dieser von überall her zugänglich ist, sicher abgespeichert wird und doch etwas Platz für Gestaltung lässt. Leider musste ich feststellen, dass die meisten Anbieter für Blogs entweder nur limitierten Speicherplatz zur Verfügung stellen oder für ihre Dienste horrende Summen verlangen. Die Blogplattform von Google bietet da einen Kompromiss. Sie lässt sich bedingt gestalten, hat aber genug Platz für Text und Bilder. Wenn ich mich regelmässig damit auseinandersetze, wird es wohl möglich sein, auch diese Plattform ansprechend zu gestalten.


Meine Idee von diesem Werktagebuch ist, dass ich nebst den Kurstagen noch Bilder von Shootings und Übungen einbringe oder Geräte und Techniken vorstelle welche mich interessieren. Zwangsläufig wird da ein mindestens ein Bericht über Drohnen dabei sein aber sicher auch diverse andere Dinge.

Das Manuelle Belichtungsprogramm
Nach dem Werktagebuch beschäftigten wir uns mit dem Manuellen Belichtungsprogramm. Das ist das krasseste Gegenteil zur Vollautomatik welches die Kamera zu bieten hat. Der Fotograf darf frei über Blende, Verschlusszeit und bei korrekter Einstellung sogar über die Lichtempfindlichkeit verfügen. Er geniesst die volle Freiheit aber nicht ohne das die Kamera ihre Meinung dazu abgibt, zum Beispiel in Form der Belichtungsmessung. Die ganz wilden Fotografen setzen dann noch den Fokus auf Manuell. Der Nachteil daran, all diese Werte einstellen zu können ist die Tatsache, dass man all diese Werte einstellen muss. Durch das ewige Drehen an Rädchen und drücken an Knöpfen verliert man Zeit in welcher das Modell wartet oder das Motiv davonfliegt.

Wo sollte man dann aber das Manuelle Belichtungsprogramm verwenden? Im Studio ist dieses Programm Pflicht, da die Studioblitze nicht in die Messsystem der Kamera integriert werden. Ansonsten wird das Manuelle Belichtungsprogramm dann verwendet, wenn die Kamera an ihre Grenzen kommt oder das Bild nicht so aufnimmt, wie man es sich vorstellt.

Nach einer Diskussion über die ISO - Automatik hat uns Sandra eine Tabelle aufgezeichnet auf welcher ersichtlich wurde, wie die Kamera mit der ISO Automatik ein Bild korrekt - im Sinne der Kamera - belichten kann auch wenn das Manuelle Belichtungsprogramm verwendet wurde. Die Tabelle kam mit dem Hinweis das wir die Lichtempfindlichkeit manuell einstellen sollen.

Von mir aus gesehen ist das Manuelle Belichtungsprogramm noch ein Buch mit sieben Siegeln. Rein technisch gesehen wäre ich im Stande ein Bild damit korrekt zu belichten aber das würde sehr lange dauern. Ich bin im Moment ganz glücklich mit den halbautomatischen Programmen Verschlusszeitvorwahl für bewegte Motive und Blendenvorwahl für alles andere. Damit gelingen mir bis jetzt die meisten Bilder.

Der Weissabgleich
Nach dem Mittagessen lernten wir den Weissabgleich kennen. Eine weitere Funktion von der ich schon einmal gehört hatte, von der ich aber keine Ahnung hatte warum es sie gibt und wie ich sie einsetze.
Da verschiedene Lichtquellen Licht mit verschiedenen Strahlen aussenden, entstehen in der Umgebung dieser Quelle verschiedene Farben. Damit das Bild aber trotzdem mit neutralen Farben aufgenommen werden kann, korrigiert die Kamera das Bild entsprechend. Dazu nimmt sie Weiss, Grau oder Schwarz als Referenz. Der Weissabgleich funktioniert in der Automatik recht gut. Kann die Kamera aber keine Referenz finden, muss man ihn allenfalls manuell umstellen.



Als Aufgabe für den Nachmittag hatten wir, ein Bild von einem Ort einmal unheimlich und einmal angenehm zu erstellen.

Extrem unheimlicher Balkon
 














Extrem behaglicher Balkon

Kurstag 2

An unserem zweiten Kurstag befassten wir uns mit Objektiven. Meine Freundin besitzt eine Festbrennweite 35mm von Nikon mit einer Lichtempfindlichkeit von 1.8 sowie ein Zoomobjektiv von Tamron mit einer Brennweite von 18mm bis 270mm und einer Lichtempfindlichkeit von 3.5 bis 6.3. Die beiden Objektive sind eher günstig, decken aber eine breite Palette an Möglichkeiten ab und eignen sich aufgrund ihrer geringen Grösse gut für unterwegs.

Im Kurs haben wir drei Arten von Objektiven unterschieden:

Das Weitwinkelobjektiv hat einen sehr grossen Bildwinkel und kann dadurch grosse Motive einfach einfangen. Zudem gibt es damit viel Tiefenschärfe. Nachteile sind die perspektivische Verzerrung und die Tiefenschärfe welche je nach dem ein Bild unruhig oder überladen wirken lassen kann.

Das Teleobjektiv bietet weit weniger Übersicht, kann jedoch Details von weit her holen und klar darstellen. Die Motive müssen kleiner sein als beim Weitwinkelobjektiv und es gibt nur eine geringe Tiefenschärfe.

Zu guter Letzt sind da noch die Zoomobjektive welche mehrere Brennweiten vereinen. Sie können reine Weitwinkelobjektive oder reine Teleobjektive sein oder gar beides in einem vereinen.

Nachdem wir uns mit den Objektiven auseinandergesetzt hatten, ging es weiter mit der Tiefenschärfe. Tiefenschärfe bedeutet, wie viel auf dem Bild vor und hinter dem Motiv noch scharf ist. Die Tiefenschärfe kann durch die Blende, die Brennweite und den Abstand von der Kamera zum Motiv beeinflusst werden:

Viel Tiefenschärfe: Geschlossene Blende, grosse Brennweite, grosse Distanz zum Motiv




Wenig Tiefenschärfe: Offene Blende, kleine Brennweite, geringe Distanz zum Motiv


Um mich zwischen den Kurstagen jeweils weiter mit der Materie auseinander zu setzen, gehe ich auf kleine Spaziergänge und versuche das neu Gelernte um zu setzen. Nach dem ersten Kurstag mit dem Schwerpunkt Fokus und Belichtung entstanden so viele Bilder von Krähen im Flug.  Andere Tiere wollten sich gerade nicht bewegen oder  versteckten sich vor mir. Das Problem bei den Krähen war, dass sie schnell mit ihrem Hintergrund verschmolzen. Gerade wenn sie vor Wald fliegen sind sie auf dem Bild kaum noch zu erkennen.
Nach dem zweiten Kurstag mit den Themen Objektive und Tiefenschärfe ging ich auf einen Spaziergang um Blumen zu fotografieren. Diese haben den Vorteil das man sehr nahe an sie heran gehen kann und so schon einen der drei Faktoren für wenig Tiefenschärfe erreicht. Geht man zudem nicht in der Mittagszeit kann man die Blende schon etwas schliessen. Auch die Brennweite stellt kein Problem dar und so kommt man zu sehr vielen Aufnahmen.


Kurstag 1

Am 07.09.2019 begann der "Certificate of advanced studies Lehrgang" Fotografie(CAS-Lehrgang). Bis dahin hatte ich mich nur sehr oberflächlich mit der Fotografie auseinandergesetzt. Eigentlich wäre es mir bis Anfang 2019 nicht einmal in den Sinn gekommen, einen Lehrgang über die Fotografie zu besuchen.

Im Juni 2018 benötigte mein damaliger Chef ein Geschenk für den Geburtstag seines Sohnes. Er sinnierte lange darüber, was er dem Jungen schenken konnte und als wir zufällig an einem Fachgeschäft für ferngesteuerte Autos vorbeikamen, gingen wir kurzerhand hinein und sahen uns um. Mein Chef verliess das Geschäft mit einem ferngesteuerten Auto und ich mit einem ferngesteuerten Flugzeug. Von da an begann ich mich mit Fernsteuerungen, Elektronik und Aerodynamik auseinander zu setzen. Selbstverständlich begann ich dann auch, Kameras auf meine Flugzeuge zu montieren und die Flüge zu filmen. Nach einiger Zeit trat ich der Modellfluggruppe Birsfelden bei wo ich mit anderen Fluggeräten und schliesslich mit Drohnen in Kontakt kam. Diese wiederum waren auch auf der Arbeit ein Thema und so erschlug ich zwei Fliegen mit einer Klappe als ich mich mit Multikoptern auseinandersetzte. Dabei lernte ich, das sich damit durchaus auch Geld verdienen liesse. Allerdings benötigt man dazu in den meisten Fällen nicht nur eine moderne Drohne sondern auch eine fotografische Ausbildung.
Dieser Gedanke ging mir noch eine ganze Weile durch den Kopf. Ich wog Kosten und Chancen ab, besuchte Infoveranstaltungen und entschied mich schlussendlich, den CAS Lehrgang zu besuchen. Sollte die Geschichte mit den Drohnen am Ende doch nicht funktionieren, hätte ich immer noch die Ausbildung in der Fotografie welche ich entsprechend einsetzen könnte. Damit ich nicht komplett abgeschlagen unter den ganzen erfahrenen Fotografen da sitzen musste, besuchte ich - mit der Kamera meiner Freundin - noch kurz einen Einführungskurs in die Fotografie.

Aufgabe: Fotografiere eine Bewegung
So sass ich dann am besagten Tag im Zimmer 311. Die Kamera meiner Freundin, eine Nikon D3100, eine Festbrennweite von 50mm und ein Zoomobjektiv von 18mm bis 270mm. Das war meine ganze Ausrüstung.
Der erste Tag begann mit den üblichen administrativen und organisatorischen Aufgaben bevor wir uns dem Stoff zuwandten.

An unserem ersten Kurstag behandelten wir die verschiedenen Fokusarten. Wir lernten, dass die Felder welche wir durch den Sucher sehen sogenannte Fokusmessfelder sind und welche Arten von Fokus wir an unseren Kameras einstellen können. Für die verschiedenen Fokusarten gab es dann auch gleich eine Übung.
Da mein Einführungskurs in die Fotografie noch nicht sooo lange zurücklag wusste ich noch, wie man den Fokus einstellen kann und welche Fokusart für welches Motiv geeignet ist.

Ebenfalls am ersten Tag setzten wir uns mit der Belichtung auseinander.
Die drei Werte welche wir an der Kamera einstellen können, Blende, Verschlusszeit und ISO wurden uns erklärt und wir lernten, die Belichtungsmessung der Kamera richtig zu interpretieren.
Auch von dieser "heiligen Dreifaltigkeit" hatte ich bereits gehört und ich wusste auch, dass man mit der Vergrösserung der Blende und gleichzeitiger Verkürzung der Verschlusszeit den selben Belichtungswert hinbekommen kann. Allerdings bin ich mit den Blendewerten noch nicht ganz sattelfest.
Aufgabe: Mache mehrere Bilder von bewegten Objekten mit verschiedenen Verschlusszeiten