Donnerstag, 28. November 2019

Kurstag 6

Der Kopf der Ente in der Drittelsregel
Bildbesprechung

Der sechste Kurstag begann, wie die meisten vorherigen, mit der Bildbesprechung der Aufgaben.
Dieses Mal hatte ich mich nicht nur ausreichend vorbereitet, ich hatte sogar meine Bilder ausgedruckt dabei.
Während der Bildbesprechung stellten wir allgemein fest, dass die Aufgaben nicht richtig gelesen oder verstanden wurden und deshalb jeder etwas eigenes kreiert hatte. Um dies in Zukunft zu vermeiden habe ich mir vorgenommen die Aufgaben genauer zu lesen und allenfalls mit der Lehrperson kurz zu besprechen.
Die Aufgabe war, einen Raum einmal unheimlich und einmal ansprechend darzustellen. Ich habe zwar in einen Raum fotografiert aber dann kleine Geschichten inszeniert welche den Raum schlussendlich unheimlich erscheinen liessen. Dafür gab es zwar einen Kreativitätspunkt von Sandra aber die Übung hatte ich nur mit zwei Fotos erfüllt welche ich am entsprechenden Kurstag gemacht hatte.
Folgende Elemente kamen in unseren Bildern häufig vor:

Perspektive: In der Froschperspektive wirken Räume schnell gross und Gegenstände bedrohlich. In der Normalperspektive dagegen wirken sie normal...

Unschärfe: "Den Blick auf das Motiv verweigern" nannte es Sandra. Durch Gegenstände weit vor dem Motiv welche aber nicht scharf abgebildet werden entsteht eine gewisse Spannung im Bild. In unserem Fall waren es meist Wände welche tief ins Bild ragten.

Abgründe: Viele unserer Bilder sprachen direkt einzelne Ängste des Menschen an. So auch die Höhenangst, wenn jemand gerade von oben nach unten fotografierte oder die Angst vor dem Ungewissen, wenn jemand ein schwarzes Loch in der Mitte des Bildes erschuf. Jannick hat diese Techniken in einem eindrücklichen Bild eines Treppenhauses kombiniert.

Weissabgleich: Um einen Raum kälter wirken zu lassen, kann man ihm mit dem Weissabgleich einen leichten Blaustich geben. Voraussetzung dafür ist aber, dass weisse oder zumindest ausreichend helle (farblich) Flächen sichtbar sind. In einem meiner Bilder sah man den Effekt des Weissabgleiches nur gerade an einem Stück Wand da der Rest des Raumes zu dunkel war oder die Farben nur wenig beeinflusst wurden.

Querformat gegen
Hochformat
Bildgestaltung

Nach der Bildbesprechung ging es an das Thema des Tages, die Bildgestaltung. Wir durften zuerst aus einer Sammlung von Bildern eines aussuchen welches uns gefiel und von diesem dann drei Punkte nennen welche unserer Meinung nach bei der Gestaltung berücksichtigt worden sind.
Diese drei Punkte schrieb Sandra dann an die Tafel um uns einen Eindruck von der Vielfältigkeit der Möglichkeiten zu geben.
Danach besprachen wir einzelne Elemente zur Bildgestaltung wie den goldenen Schnitt, die Höhe des Horizontes oder Hoch- und Querformat.

Am Nachmittag erhielten wir dann vier Aufgaben. Eine für Hoch-/Querformat, eine für den Horizont, eine für den goldenen Schnitt und eine bei der wir wieder ein Motiv aus verschiedenen Blickwinkeln und Perspektiven fotografieren sollten.

Von den vier Zusatzaufgaben behandelte eine das High Key Bild. Ich habe mich erneut daran gewagt, kam aber immer noch nicht auf ein gutes Ergebnis. Während es nämlich recht einfach war den Lichtkegel meiner Taschenlampe zu verkleinern, weiss ich nicht wie ich den Hintergrund nun gleichmässig hell ausleuchten kann. Die Taschenlampe bringt nämlich im Zentrum extrem viel Licht, rundum aber immer weniger.

Fazit zum Kurstag
Eine Birke up close
Nachdem ich bei der Bildbesprechung das erste Mal das Gefühl hatte, dass ich Bilder machen kann welche die anderen Teilnehmer als halbwegs passabel ansehen, weiss ich nun wie viel Aufwand ich betreiben muss um jeweils am nächsten Kurstag etwas brauchbares vorlegen zu können. Leider ist der nächste Kurstag bereits nächsten Samstag und ich muss fünfzehn Bilder mit verschiedenen Motiven und Elementen bringen. Das fällt mir um so schwerer, weil ich die ganze Woche auch noch arbeiten muss und nächste Woche einen Sporttest habe welcher auch einigermassen vorbereitet werden will. Da alles gemacht werden muss und alles gleichzeitig kommt, gibt es wohl überall eine entsprechende Rückmeldung.





Montag, 18. November 2019

Kurstag 5

Lightroom
Am fünften Kurstag erhielten wir ausführliche Informationen darüber, wie man Lightroom öffnet, Bilder importiert und Bibliotheken erstellt.
Dies war der bisher anstrengendste Tag in diesem Lehrgang da wir eigentlich nur Grundlagen bei der Verwendung von Computern behandelten. Da Computer einen grossen Teil meiner Freizeit einnehmen und Drohnen eigentlich auch nur fliegende Computer sind, habe ich auf diesem Gebiet gewisse Vorteile.

Bildbesprechung
Ganz im Gegenteil dazu musste ich bei der Bildbesprechung feststellen, dass meine Idee zu Low- und High-Key komplett daneben war.
Während ich dachte, Low-Key wären einfach unterbelichtete Fotos mit leichten Kontrasten an zum Beispiel Ecken und Kanten, musste ich bei der Bildbesprechung feststellen, dass beide Keys eigentlich korrekt belichtet sind. Allerdings besteht zwischen Hinter- und Vordergrund ein grösserer Lichtunterschied als die von der Kamera darstellbaren acht Blendenwerte und so versinkt entweder das Motiv oder der Hintergrund in Reinweiss respektive schwarz.

Ich habe mich dann in einer Pause mit meinem Klassenkameraden Bruno unterhalten. Er hatte ein besonders gutes Low-Key Bild von einem Kürbis gemacht. Dazu hatte er eine LED-Lampe nahe an den Kürbis gestellt, diesen direkt angestrahlt und dann die Kamera auf Spotmessung gestellt und die hellste Stelle am Kürbis gemessen.So war der hellste Teil des Kürbisses korrekt belichtet während der Hintergrund komplett schwarz wurde.

Low-Key
Zuhause habe ich dann eine kleine LED-Taschenlampe in das Kartonrohr einer Rolle Haushaltspapier gesteckt, um den Lichtkegel möglichst klein zu bekommen. Danach habe ich mein Motiv auf unser schwarzes Sofa gestellt und den Raum abgedunkelt. Nach einigen Versuchen erreichte ich ganz passable Ergebnisse.
Eine andere Idee für Low-Key Fotos welche ich ebenfalls von der Bildbesprechung mitgenommen habe war, das Motiv von hinten mit einer Lichtquelle zu durchleuchten. Ich nahm dazu wieder die Taschenlampe in der Rolle und stellte sie unter ein Blatt unserer Zimmerpflanze. Das Ergebnis war überraschend gut.

Die High-Key Fotos machen mir noch etwas mehr zu schaffen, da der Hintergrund angeleuchtet werden soll, ohne das Motiv zu beleuchten. Dazu muss ich wohl Licht von der Seite an die Wand strahlen und das Motiv mit einem Karton etwas abschirmen oder Ein weisses Blatt Papier von hinten zum "leuchten" bringen und das Motiv davor stellen. Allerdings hatte ich bis jetzt noch nicht die Zeit, dies zu probieren. Schliesslich stehen auf nächsten Samstag noch die Fotos von einem Raum an, welche einmal angenehm und einmal unangenehm wirken sollen.

Gemütliches / Ungemütliches Ambiente
Während dem Kurstag an dem wir diese Fotos aufgenommen hatten, habe ich mich vor allem auf den Weissabgleich konzentriert. Ich möchte nun aber zudem noch andere Elemente einbringen. Dazu habe ich mir überlegt, was man bei Horrorfilmen verwendet, um den Zuschauer zu gruseln. Diese Elemente versuche ich dann bewusst in meine Fotos des Raumes  einfliessen zu lassen. Allerdings kommt da relativ viel Aufwand in der Gestaltung des Raumes auf mich zu und ich muss mit dem Licht ausserhalb des Fensters etwas zielen, damit der Kontrast von innen nach aussen nicht zu gross wird.


Donnerstag, 7. November 2019

Warschau - Gedanken zur Reisefotografie

Das erste Wochenende im November verbrachten meine Freundin und ich in Warschau. Ein Städtetrip zu Gunsten der Beziehung und damit sie von meinen Erfahrungen in der Fotografie profitieren konnte. Schliesslich hat sie mich das Kursgeld nur unter dieser Bedingung abheben lassen.

Wir reisten mit dem Flieger direkt von Basel nach Warschau und dort in eine kleine Wohnung. In unserem Gepäck hatten wir unsere gesamte Ausrüstung. Die Kamera und die beiden Objektive. Kurz vor der Abreise hatten wir noch diskutiert ob wir uns ein Stativ kaufen sollten aber dieses dann überall mitzuschleppen war uns zuwider und so liessen wir es sein.

Am ersten Tag schliefen wir aus und besuchten das Museum des Warschauer Aufstandes. Ein spannendes Museum mit vielen Ausstellungsstücken aus der Zeit des Warschauer Widerstandes gegen die Herrschaft von Nazi-Deutschland. Im Museum war es dunkel. Die Wände waren in schwarz gehalten oder imitierten Ruinen von Backsteinwänden. In den grossen Hallen hatte man zusätzliche Wände gestellt wodurch die Besucher sich durch enge Gassen schoben. Da das Museum gut besucht war unterliessen wir es, dort Fotos zu machen. Sicher hätte es das ein oder andere Motiv gegeben aber die Platzverhältnisse liessen es nicht zu, dass man sich da lange vor einem Objekt aufhielt und niemanden passieren liess.

Am Abend, etwa gegen 1700 Uhr verliessen wir das Museum und standen in der Dunkelheit. Die Sonne war bereits um 1600 Uhr untergegangen was uns in dieser Zeit des Jahres eigentlich hätte bewusst sein müssen. Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel machten wir deshalb auch keine Fotos.

Warschau bei Nacht mit Gitterstäben
Das nächste Ziel war der Kulturpalast nahe dem Zentralbahnhof. Dieser war ein Geschenk Stalins der Arbeiter der Sowjetunion an die polnischen Genossen und im Stil des Sowjetischen Klassizismus erbaut worden. Nach der Entrichtung eines kleinen Entgelts gelangt man mit dem Lift in den dreissigsten Stock dieses Palasts. Von dort hat man eine schöne Aussicht auf die Stadt und die umliegenden Hochhäuser. Von dieser Plattform aus machten wir einige Nachtaufnahmen. Damit die Aufnahmen bei zwei bis zehn Sekunden Belichtungszeit nicht verwackelten, legte ich die Kamera auf das breite Geländer. Dabei musste ich sie so ausrichten, dass die Gitterstäbe welche übermütige Besucher vom Klettern abhielten nicht  mitten im Bild waren. Das Problem dabei war, dass die Kamera nun geradeaus zeigte und dadurch sehr viel Himmel auf den Bildern war. Zudem blendeten grosse Leuchtreklamen. Als meine Freundin nach einigen Minuten kam und mir ihr Natelfoto unter die Nase hielt welches meine Aufnahmen nicht nur qualitativ sondern auch gestalterisch bei weitem übertraf hätte ich die Kamera am liebsten dreissig Stockwerke hinunter geworfen.




Warschau bei Nacht vom Smartphone




Seejungfrau vor hellem Himmel
Am nächsten Tag nahmen wir die Metro und begaben uns an die Weichsel. Dort fanden wir bereits unser erstes Motiv, eine der drei Seejungfrauen von Warschau. Das Problem hier war jenes, welches wir gerade am letzten Kurstag besprochen hatten. Der Himmel war ein diffuses, grelles Weiss während die Skulptur schräg von der Seite belichtet wurde. Dadurch wirkt das Gesicht der Statue zu dunkel und der Himmel reinweiss. Um diesem Effekt entgegen zu wirken hätten wir entweder später zurück kommen und den neuen Sonnenstand ausprobieren müssen oder die Sirene von hinten fotografieren. Von beidem haben wir abgesehen. Stattdessen haben wir nun halt nur mässig schöne Fotos, dafür konnten wir die Zeit anderweitig nutzen und haben keine grünen Hinterteile in unserer Sammlung.
Das Problem mit dem Sonnenlicht zog sich dann auch den Rest des Tages hin. Dies scheint auf Reisen ein grösseres Problem zu sein. Gerade dann, wenn man nebst dem Fotografieren auch noch die Stadt sehen will.

Palast vor hellem Himmel
In der Altstadt versuchten wir noch einige Gebäude zu fotografieren. Hier war einerseits das Licht weiterhin ein Problem andererseits aber auch die stark fliehenden Linien auf den Bildern da wir alles aus der Froschperspektive aufnahmen. Anders ist dies in den engen Gassen vom Boden aus fast nicht machbar. Eine interessante alternative wäre eine Drohne mit Weitwinkelobjektiv welche eine ganz neue Perspektive erlauben würde da man sich auf die mittlere Höhe des Gebäudes begeben und von dort geradeaus fotografieren könnte. Dies bleibt ein andermal zu testen.
Am Nachmittag begann es heftig zu regnen so dass ich die alte Dame (Kamera) nicht aus der Tasche nehmen wollte.
Am Folgetag machte ich noch einige Aufnahme vom Kulturpalast und dann mussten wir schon wieder in den Flieger steigen und nach Hause reisen.
Alles in allem hatten wir eine schöne Zeit in Warschau und viel gelernt über die Fotografie.



Kulturpalast - schief aufgenommen