Mittwoch, 16. Dezember 2020

Gedanken zur Diplomarbeit

Nachdem ich letzte Woche die Rechnung für das letzte Semester bezahlt habe und sich nun anscheinend alle meine Klassenkameraden ebenfalls angemeldet haben, habe ich angefangen mir zu überlegen was ich denn als Diplomarbeit machen sollte. Ich habe natürlich noch nicht sehr viele Kriterien ausser dem Blatt welches uns Sandra abgegeben hat aber ich will mir trotzdem schon einmal ein paar Ideen aufschreiben:

Fotopoetik

Die Idee kam mir bei meinem vorletzten Beitrag im Werktagebuch. Anstatt ein Gedicht um zu schreiben und es an die Bilder an zu passen, könnte ich ein Gedicht auswählen und den einzelnen Versen entsprechende Bilder machen. Am besten nicht gerade ein Gedicht über die vier Jahreszeiten, das würde jetzt schon eng werden aber vielleicht ein Gedicht über den Frühling, über etwas zwischenmenschliches oder eine Geschichte. Die Idee wäre dann, dass der Betrachter anhand der Fotos das Gedicht wiederfindet und die Bilder ohne Text präsentiert werden.


Urban solitude

Gerade jetzt wo die Coronazahlen besonders hoch sind und der Staat die Leute immer mehr in ihre Wohnungen verbannt, bietet sich eine Bildstrecke über die Einsamkeit und Leere in der Stadt an. Dies könnte aus dem Blickwinkel eines Randständigen sein, einer depressiven Person (von denen habe ich gerade einige in meinem Umfeld) oder einfach nur den Unterschied aufzeigen zwischen "Normal" und "Ausnahmezustand"


Everybody wears one

Seit wir die Lektion über Porträts hatten, trage ich die Idee mit mir herum in der Stadt einmal eine Box aufzustellen und darin Passanten welche Lust und Zeit haben zu fotografieren. Die Passanten bekommen dann ihre Bilder und ich bekomme etwas Übung im Portraitieren. Dazu bräuchte ich eine entsprechende Box mit Strom usw. und eine Bewilligung der Stadt allenfalls eine Studioausrüstung - und wirklich viel Mut.

Die Idee dieses Projekts wäre dann, die Leute mit ihren Masken zu fotografieren und die Sichtbarkeit ihres Charakters, ihre Persönlichkeit und ihre Eigenheiten zu betonen, obschon die Hälfte des Gesichts verdeckt ist. Vielleicht betont ja die Maske gerade das Gesicht oder verrät etwas über den Träger.

 

Urban exploring

Ein grundlegender Charakterzug meinerseits ist die Neugierde. Eine offene Tür ist eine Einladung zu schauen was dahinter liegt. Ein beleuchtetes Fenster eine Aufforderung in den Raum zu schauen.

Urban explorer wiederum sind Personen welche Orte besuchen welche nicht allgemein zugänglich sind, verlassen wurden, schwer zu erreichen sind oder welche der normale Bürger einfach nicht besucht.

In diesem Projekt würde ich mich als Urban explorer versuchen und Bilder von verlassenen Räumen, Ruinen oder anderen Orten machen welche dann zusammen Geschichten von vergangenen Zeiten, früherem Glanz oder früheren Notwendigkeiten erzählen.

Meine Skills im Finden solcher Orte sind relativ gut und ich kann mich auch darin bewegen ohne gleich zu Tode zu kommen. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich mit meinen Bildern den Räumen gerecht werden kann und ob ich die gestalterischen Fähigkeiten habe, sie ansprechend ab zu lichten.

Stand 16.12.2020

Kurstag 27

Bildbesprechung

Ganz im Zeichen der Pandemie wurde der 27. Kurstag wieder über Zoom gehalten. Dies hatte den Vorteil, dass jeder seinen Bildern die optimale Plattform geben konnte. Man musste sich nicht an einen Tisch drängen um einen Blick auf das besprochene Bild erhaschen zu können, sondern konnte bequem am Bildschirm das Bild betrachten und sich seine Gedanken machen. Da wir inzwischen einigermassen wissen, wie Zoom zu bedienen ist, läuft das ganze auch nicht mehr so harzig wie noch vor einigen Monaten.

"Starhead" Scherenschnitt
Unsere Bilder waren jeweils: ein Scherenschnitt kombiniert mit einem eigenen Bild, zwei zusammengesetzte Bilder und ein Bild welches partiell bearbeitet wurde.

An meinem Scherenschnitt wurde bemängelt, dass er zu einfach sei und der Sternenhimmel im Hintergrund nicht als solcher erkennbar wäre. Bei diesem Bild hatte ich das Problem, dass der Scherenschnitt aus dem Internet nur rund 1000 auf 2000 Pixel gross war während ich den Sternenhimmel im Vollformat aufgenommen habe, er aber nicht sauber fokussiert war. So konnte ich nicht einfach einen Ausschnitt des Sternenhimmels nehmen sondern musste das Bild entsprechend verkleinern. Damit habe ich so lange gekämpft, dass ich am Ende keine weitere Bearbeitung mehr gemacht habe. Allerdings weiss ich jetzt ungefähr wie es geht und habe auch schon bessere Aufnahmen vom Sternenhimmel. Vielleicht mache ich diese Aufgabe noch einmal und versuche sie etwas elaborierter zu gestalten.


Berntor mit blauem Himmel
Für meine Zusammensetzung habe ich eine Gegenlichtaufnahme genommen und den ausgebrannten Himmel durch die Aufnahme eines blauen Himmels ersetzt. Da erhielt ich die Rückmeldung, dass das Motiv einen viel höheren Kontrast aufweisen müsse, da das Bild sonst flach und unwirklich wirke. Zudem sei das Motiv zu dunkel im Verhältnis zum Himmel.

 

Dass das Bild flach war und irgendwie seltsam wirkte, war mir bewusst. Allerdings habe ich bis dahin nicht herausgefunden, warum dem so war. Bei Gelegenheit werde ich das Bild noch einmal bearbeiten und versuchen, es realistischer zu gestalten.

 

Mein letztes Bild war eine Landschaftsaufnahme welche an und für sich schon speziell war, da durch die teilweise Bewölkung nur sehr spezifisch Licht einfiel. Dies würde sicher spannend wirken, hätten die Wolken nicht die ohnehin schon dunkeln Stellen in den Schatten gestellt. Ich habe dann versucht, das Bild in verschiedene Bereiche zu unterteilen und jeden für sich zu optimieren. Dies resultierte aber darin, dass die verschiedenen Bereiche am Ende nicht mehr zusammenpassten und sich teils klar erkennbare Grenzen zogen.

 

"Shadowmountain"
Fazit zu meinen Bildern: Ich muss auf Realitätsnähe achten und versuchen die bearbeiteten stellen feiner zu behandeln, damit am Ende das Bild als Ganzes immer noch schön wirkt.


Fazit zu den Bildern meiner Klassenkameraden: Grössenverhältnisse müssen stimmen oder möglichst nahe an der Realität sein, im Wasser gibt es fast immer Reflektionen und diese sind nicht so scharf wie das Objekt welches sie darstellen, das Litcht muss stimmen (!), Kanten müssen respektiert werden egal ob sie nun verschwommen oder scharf sind und manchmal passt es trotz allem irgendwie.




Photoshop

Nach der Bildbesprechung ging es mehr oder weniger nahtlos mit Photoshop weiter. Sabrina stellte uns weitere Werkzeuge des Programmes vor und - da ich kein Photoshop habe - ich suchte die entsprechenden Werkzeuge in GIMP. Als Sabrina dann einmal auf meinen Bildschirm schaute und ich ihr zu erklären versuchte warum mein Bild so schrecklich aussah, sagte sie mir sie hätte GIMP auch schon ausprobiert, sei aber damit nicht klar gekommen.

Im Verlaufe des Nachmittages hatte ich das Gefühl, mit langsam aber sicher mit dem Programm vorwärts zu kommen. Die ganzen Ebenen und Masken fühlten sich nicht mehr ganz so fremd und exotisch an und das Programm machte ungefähr was ich mir wünschte.

Als letzte Aufgabe sollten wir dann ein Portrait mit einem möglichst einfarbigen Hintergrund nehmen, es freistellen und dann mit einer Landschaftsaufnahme kombinieren. Diese Aufgabe erforderte einerseits etwas Geschick mit dem Bearbeitungsprogramm und andererseits gestalterisches Flair. Damit waren wir wieder bei einer meiner Schwächen angekommen. Es gelang mir schlicht nicht, zu sehen welches Portrait mit welcher Landschaft vereinbar waren. Entweder wirkte die Landschaft wie ein Helm der auf den Kopf gesetzt wurde oder das Gesicht ging in den Strukturen der Landschaft unter.

Am nächsten Tag habe ich mich dann noch einmal an diese Aufgabe gesetzt aber auch da nur mit mässigem Erfolg. Meine Freundin fand meine Werke "schrecklich" und "verstörend".


Dirgendwie komisch...



Freitag, 11. Dezember 2020

Nachtfotografie

Der Kamerakönig

 
Wer schreitet durch Kälte und Nacht gar spät?
Es ist der Tim mit seinem Gerät;
Er hat die Kamera wohl in dem Arm,
Er fasst sie sicher, er hält sie warm.
 
Sternenhimmel nach Mobiltelefon

Mein Ding, was birgst du so bang dein Objektiv? –
Siehst, Tim, du das Sternenmotiv?
Den Stern mit Aura und Schweif? –
Mein Ding, da ist ein Nebelstreif. –
 

 

„Du liebes Ding, komm, Blitz mit mir!
Gar schöne Bilder mach’ ich mit dir;
Manch’ bunte Blumen und grünen Wald,
Lichten wir ab, des Nachts so kalt.“ –
 

 

Mein Tim, mein Tim, und hörest du nicht,
Was das Sternlein mir leise verspricht? –
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Ding;
Dein Verschluss macht nur sehr langsam kling.
 



 
 „Willst, feines Gerät, du mit mir gehn?
Meine Töchter kannst du aufnehmen schön;
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.“ –
 

 

Mein Tim, mein Tim, und siehst du nicht dort
Sternleins Töchter am düstern Ort? –
Meine Kamera, ich seh’ es genau:
Es ist alles so unscharf, mir wird gar flau." –
 



„Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt.“ –
Mein Tim, mein Tim, jetzt fasst es mich an!
 Sternlein hat mir ein Leid getan! –
 

 

Dem Tim grauset’s; er schreitet geschwind,
Er hält in Armen das ächzende Ding,
Erreicht das Heim vor Kälte schwer,
In seinen Händen der Akku war leer.
 

 

 
(Sehr frei nach: "Der Erlkönig" von Göthe)

Kurstag 26

Bildbesprechung

Nachdem wir am letzten Kurstag mit Sandra in der Huppengrube waren und dort Landschaftsbilder aufgenommen hatten, wurden diese nun besprochen. In einer Mischung aus Nachlässigkeit und Scham habe ich meine Serie zuhause vergessen. Die Bildbesprechung hat dann auch bestätigt, dass weder mein Ansatz noch meine Fotos auch nur ansatzweise präsentierbar gewesen wären.

Bei so einer Aufgabe muss ich mir - wie auch immer - eine Idee zurechtlegen und nach dieser arbeiten. Auch wenn ich das Gefühl habe, ich würde nie zu einem Zielt kommen oder meine Idee wäre doof. Nun habe ich nämlich etwas über hundert Bilder welche sich in Qualität, Machart und Motiv nicht mehr unterscheiden könnten. Daraus eine halbwegs harmonische Serie zu machen ist, gerade mit meinen bescheidenen Fähigkeiten beim Erstellen einer Serie, fast unmöglich.

Meine Klassenkameraden bestätigten zwar, dass die Aufgabe schwer gewesen war. Dennoch hatten die meisten eine halbwegs funktionierende Serie zusammenbekommen. Das häufigste Motiv jedoch, ein recht markanter Graben in brauner Erde, wurde von Sandra mit den Worten abgeschmettert, dass dieser Graben vor Ort sicher eindrücklich gewesen sei, in einem Bild aber nicht zur Geltung käme.

Nebst diesem Graben fanden wir auch viele Farbstiche welche vom Weissabgleich und von der Nachbearbeitung kamen. Sandra verwies dabei auf die Wolken. Dort könne man Farbstiche am einfachsten erkennen, da sie im Normalfall Weiss oder Grau wären.

Ausblick Diplommodul

Nach der Bildbesprechung stellten Chris und Sandra kurz das Diplommodul vor. In diesem gibt es anscheinend viele Pausen zwischen den Kurstagen, damit wir Zeit haben an der Diplomarbeit zu arbeiten und diese dann jeweils am Kurstag im Plenum oder im Einzelgespräch diskutieren und überdenken zu können.

Sandra erklärte uns zudem, welcher Teil des Diplommoduls wie viele Punkte gibt. Das Werktagebuch zum Beispiel gibt relativ viele Punkte und wir hatten nun schon viel Zeit, um daran zu arbeiten. Die Bildanalyse dagegen gibt relativ wenige Punkte und dauert nur eine Stunde vor Ort.

Dementsprechend werde ich wohl beim Werktagebuch noch etwas mehr Effort leisten, um diese "Gratispunkte" sicher zu holen.

Praxis

Nach dem Mittagessen bauten wir gemäss einem Beschrieb von Sandra eine Szene mit einem Glas Wasser auf und begannen dann, Früchte, Schokolade und allerlei andere Gegenstände in dieses Glas fallen zu lassen. So entstanden sehr dynamische Bilder mit spritzendem Wasser und den leuchtenden Farben der fallenden Gegenstände.

Für die ganze Klasse war diese Übung sehr lustig und gab schnell gute Resultate. Allerdings habe ich eine kleine Überschwemmung im Atelier verursacht.

Während wir mit dieser Aufgabe beschäftigt waren, ging Sandra bei den Kursteilnehmern vorbei die sich nicht sicher waren, ob sie das Diplommodul machen wollten oder nicht oder die allenfalls Lücken in ihrem Wissen hatten. Bei mir war von vornherein klar, dass ich das Diplom machen will. Da Sandra nicht bei mit vorbeikam, gehe ich davon aus, dass meine Lücken im Fachwissen nicht so gravierend sind, dass ich das Modul nicht schaffen könnte.

 

Zitrone zu spät
 
Zitrone zu früh

Zitrone zu langsam gefallen
Zitrone aus dem Fokus gefallen

Zitrone macht alles richtig

Montag, 23. November 2020

Kurstag 25

Architektur, Theorie

Entgegen der Gewohnheit mussten wir an diesem Kurstag keine Bilder zur Besprechung mitnehmen. Wie mit allem was ungewohnt ist, war ich auch mit dieser Tatsache völlig überfordert.

Kaum hatten wir uns, eine Person pro Pult mit Hygienemaske und all den Sicherheitsvorschriften, hingesetzt, ging es unvermittelt mit knallharter Theorie los.

Copyright by Sabrina Stäubli

 

Sabrina zeigte uns Bilder aus ihrem eigenen Fundus und erklärte uns die Schönheiten und Schwierigkeiten von Architekturfotografie.

So wie es Sabrina erklärte, schien es ganz simpel zu sein. Senkrechte müssen senkrecht und parallel sein, Waagerechte entweder waagrecht und parallel oder mit einem signifikanten Winkel damit sie nicht schlampig wirken. Zudem müssen Grössenverhältnisse in etwa korrekt wiedergegeben werden und die fotografischen Kriterien wie Licht, Tiefenschärfe und virtueller Rahmen müssen stimmen. Alles kein Problem, das hatten wir schon oft.

Nach knapp zwei Stunden Theorie packten wir unsere Kameras und unsere Stative und begaben uns nach draussen. Gerade neben dem Bahnhof steht ein freistehendes, mehrstöckiges Büro-, Wohn- und Verkaufsgebäude. Dieses sollten wir nun nach den vorgenannten Regeln ablichten. Da alle andern sofort ihre Stative aufbauten, ging ich auf die andere Seite wo ich meine Ruhe hatte. Dort baute ich mein Stativ auf und schaute einmal durch den Sucher. Natürlich war ich viel zu nahe am Gebäude und es gingen nur die ersten Beiden Stockwerke aufs Bild. Ich verschob mein Stativ so weit zurück wie es nur ging und blickte wieder durch den Sucher. Die Situation war minim besser. Nun musste ich halt meine Kamera nach oben richten, um überhaupt die ganze Höhe des Gebäudes auf das Bild zu bekommen. Da ich das Gebäude über eine Ecke aufnehmen wollte, waren die waagrechten Linien von Anfang an nicht waagrecht gewesen. Durch das Neigen der Kamera liefen nun aber auch die Horizontalen zusammen und nichts an meinem Foto war mehr gerade. Zudem kam die Sonne steil von Links wodurch der Himmel ausbrannte. Ich machte zur Übung einige Aufnahmen und wollte dann eine Frontalaufnahme machen. Dazu wanderte ich mit meinem Stativ einige Schritte weiter und schaute wieder durch den Sucher. Wegen der Neigung der Kamera hatte ich zwar alle Stockwerke im Bild aber die unteren beiden Ecken waren abgeschnitten. Weiter zurück konnte ich nicht und eine kleinere Brennweite liess mein Objektiv nicht zu und so kamen die Ecken halt nicht aufs Bild. Wieder einige Schritte weiter hatte ich die Sonne voll im Bild und musste eine Brücke über mir anschneiden und noch einige Schritte weiter brachte ich nur noch Fassase aufs Bild. Erst als ich im nächsten Strassenzug war, konnte ich weit genug zurück um die volle Höhe des Gebäudes aufs Bild zu bekommen aber nun kam mir der Bahnhof ins Bild und verdeckte einen Grossteil der Breite meines Motivs. Nach rund fünfundvierzig Minuten hatte ich kein einziges Bild welches den ach so einfachen Regeln der Architekturfotografie entsprach und war ein kleines bisschen frustriert.

#Nobodylikesarchitecture


 Sabrina erklärte uns dann, dass es pro Gebäude gerade mal einen, maximal zwei Standorte gab von dem aus man ein gutes Foto machen könne.

Nach dem Mittagessen hatten wir dann ein kleines Programm welches wir abarbeiteten. Da wir dazu kein ganzes Gebäude mehr auf ein Bild bekommen mussten, ging die Arbeit etwas leichter von der Hand aber das ständige kontrollieren und korrigieren der Winkel und Linien empfand ich als sehr anstrengend.

Als wir unser Programm durch hatten, gingen wir wieder ins Klassenzimmer und jeder durfte ein Bild zeigen welches wir dann besprachen. Mein Bild war das einer Betontreppe welches von meinen Klassenkameraden hoch gelobt wurde. Davon zehre ich jetzt bis zum Ende des Aufbaumoduls.

 

Die leichte Betontreppe

 



Kurstag 24

Bildbesprechung

Bei der Bildbesprechung wurden bearbeitete Bilder vom ersten Kurstag mit dem Thema Photoshop besprochen. Meine Klassenkameraden hatten nach diesem Kurstag eigene Werke zuhause korrigiert und konnten nun ihre Ergebnisse präsentieren.

In einigen Bildern waren Gegenstände wie Halsbänder von Hunden oder Bienen auf dem Essen verschwunden, in anderen waren Farbtöne und Hauttexturen bearbeitet worden. Bei vielen Bildern merkte man fast nicht, was bearbeitet worden war. Dies wahrscheinlich auch, weil meine Klassenkameraden mit grossem Enthusiasmus gearbeitet und viel Zeit investiert hatten.

Sabrina erinnerte uns daran, dass auch Schatten bearbeitet werden müssen. Insbesondere wenn das schattenwerfende Objekt aus dem Bild verschwunden ist. Auch müssen wir noch gut überlegen, welches Werkzeug wir verwenden um welches Resultat zu erzielen.

Im Zuge der Diskussion erklärte uns Sabrina auch, wie man sich für ein Portrait-Shooting optimal auszurüsten habe, um dann möglichst wenig nachbearbeiten zu müssen. Dies beinhaltete Make Up, frische Hemden, Fuselroller, Haarspray, Klebeband für Kleider, Kabel und diverse weitere Gegenstände welche zum Shooting mitgebracht werden müssen. Dies natürlich nebst der ganzen Fotoausrüstung mit Hintergründen, Reflektoren, Softboxen um nur die voluminösesten zu nennen. Ich habe dann gefragt, ob man in der Lehre zum Fotografen auch den Führerausweis für Lastwagen machen müsse.


Photoshop

Nach der Bildbesprechung warfen wir die Computer der Klubschule an und starteten mit dem zweiten Teil von Photoshop. Diesesmal ging es darum Gegenstände aus anderen Bildern in unser Bild zu kopieren, anzupassen und so zu integrieren, dass sie aussehen als wären sie schon immer da gewesen. Zudem durften wir Gruppenbilder korrigieren in dem Wir Augen oder ganze Gesichter aus dem einen Bild nahmen und in ein anderes einpflanzten.

Die Arbeit am Computer machte mir ein weiteres Mal grossen Spass. Die Werkzeuge sind, sobald man das Grundprinzip einmal begriffen hat, relativ einfach zu bedienen. Allerdings kann man mit kleinen Fehlern bereits ein ganzes Bild kaputt machen.

Auf die nächste Lektion Photoshop müssen wir drei Bilder mitbringen. Eines soll eine Kombination aus einem Scherenschnitt und einem Farbfoto sein, eines eine Zusammensetzung von zwei nicht zusammengehörenden Bildern und eines ein altes Bild aus dem eigenen Fundus welches wir schon immer korrigieren wollten aber noch nie konnten.

Ich denke die Hausaufgaben sind relativ einfach aber ich bin gespannt was meine Klassenkameraden so alles mitbringen.

Vor Photoshop
Nach Photoshop

 


Freitag, 6. November 2020

Kurstag 23

Bildbesprechung

Bei der Bildbesprechung ging es um die Bilder welche wir mit verschiedenen Farbfolien aufgenommen hatten. Dabei wurden folgende Punkte repetiert:

- Keine Überschneidungen der Lichter da sich die verschiedenen Farben gegenseitig aufheben.

- Der Weissabgleich kann als Stilmittel eingesetzt werden, kann aber ebenfalls gewisse Farben neutralisieren.

- Der schwächere Blitz sollte nicht noch eine Farbfolie bekommen, die viel Licht schluckt.

Gerade der letzte Punkt war ein Fehler gewesen, welcher mir zu schaffen gemacht hatte. Ich hatte den Systemblitz mit einer grünen Folie bespannt und den Kamerablitz mit einer roten. Dadurch verstärkte sich das Ungleichgewicht zwischen dem eh schon starken Systemblitz und dem winzigen Kamerablitz. Zudem hatte ich nun mit meinem einfachen Systemblitz das Problem, dass ich ihn nicht via Kamera einstellen konnte. Obschon ich ihn im Kameramenü auf -3 Blenden eingestellt hatte, war er immer noch genau gleich stark wie vorher und damit viel Stärker als der Kamerablitz.

Sandra gab zudem den Input, dass man sich gerade mit Sachen oder Themen auseinandersetzen müsse, die man eigentlich nicht mag. So wie bei mir halt diese Farbfolien. Ich habe versucht mit Klarsichtmäppchen Farbfolien zu imitieren aber der Erfolg war recht mässig.

 

Grüner Hintergrund, rotes Motiv

Beim zweiten Teil der Bildbesprechung ging es um die Bilder im Stil vom Bauhaus. Diese waren schwieriger gewesen als anfänglich gedacht. Einige meiner Klassenkameraden hatten gar keine Bilder dabei, andere solche die nicht funktionierten. Ich hatte nur drei dabei und von denen waren zwei zu brav.

Mein Versuch, die Idee des Bauhaus von Gesellschaft und Technik ins Jetzt zu übertragen und auf Gesellschaft und Natur zu ändern fand allgemeinen anklang. Allerdings waren die Bilder typische Luftaufnahmen welche steil von oben herab aufgenommen worden waren. Zudem waren die Linien fast immer gerade und die Strassenkreuzungen waren in der Mitte des Bildes. So fehlte "der neue Blick" auf das Thema. Einzig ein Bild vermochte meine Kritiker zu überzeugen. Eine Aufnahme von oben herab auf Schrebergärten und einen angrenzenden Parkplatz.

 

New Bauhaus

 Von mir aus gesehen ist das Bild nicht schlecht und transportiert die Aussage gut. Allerdings verzieht die Weitwinkelkamera der Drohne das Bild sehr stark und ich weiss noch nicht, wie ich das angemessen korrigieren kann. Die Trapezkorrektur von Darktable hat mir das Bild jeweils seltsam verzogen.

Praxis

Nach so viel Bildbesprechung ging es nach dem Mittagessen raus in die Natur. In einer Lehmgrube im Wald bei Lausen fanden wir im goldenen Herbstwald rote und gelbe Farben im Boden wieder welche es in Szene zu setzen galt. Die Huppergrube ist durchaus ein schöner Ort aber ich fand es sehr schwierig, ihr gerecht zu werden. Viele meiner Bilder konnten nur einen Teil dieser Landschaft in Szene setzen ohne dem grossen Ganzen gerecht zu werden.

Nach dem Kurstag ging ich die Bilder am Computer noch einmal durch und nun denke ich, ich muss noch einmal in die Huppergrube und noch ein paar Bilder machen denn nun kam mir DIE Idee für eine gute Serie.




Kurstag 22

 Am 22. Kurstag konnte ich leider nicht teilnehmen. Glücklicherweise hat Dinah ein gutes Protokoll verfasst welches mir einen Eindruck vom Kurstag vermittelte und Sabrina schickte uns Tutorials welche sie mit viel Liebe erstellt hatte.

Wie bereits bei Lightroom begann die Einführung in Photoshop bei Adam und Eva. Wie wird das Programm geöffnet, was macht das Handwerkzeug, was macht die Lupe... Dann ging es aber bereits über zu den Auswahlwerkzeugen welche doch schon etwas anspruchsvoller sind.

 https://visualmodo.com/wp-content/uploads/2018/06/GIMP-The-Free-Photoshop-2.png

 

Damit ich ebenfalls erste Erfahrungen sammeln kann ohne gleich ein Abo lösen zu müssen, habe ich mich wieder nach einem Open Source Programm umgesehen und bin mit GIMP (GNU Image Manipulation Programm {GNU ist das Betriebssystem welches die meisten als Linux kennen. #Nerdstuff})

Der Vorteil von GIMP gegenüber Photoshop ist, dass es in etwa die gleichen Möglichkeiten zur Bildbearbeitung bietet wie Photoshop aber nichts kostet. Der Nachteil dagegen ist, dass ich nun zwei Programme lernen muss welche sich doch in einigen Punkten unterscheiden - und GIMP halt nerdig und damit oft kompliziert ist.

Mein erster Eindruck von Photoshop und GIMP war etwa gleich. Beide Programme öffnen mit einer Fehlermeldung betreffend dem Farbspektrum. Beide Programme haben tonnenweise Werkzeuge zur Verfügung und wimmeln nur so von Reglern und Skalen an denen man etwas verändern kann. Ohne bis jetzt Photoshop ausprobiert zu haben, werde ich wohl wie bei GIMP immer wieder an einem Regler ziehen, ohne zu wissen wofür der eigentlich ist. So lernt man meiner Meinung nach Programme besser kennen.

Mein erster Versuch mit GIMP war, den Himmel aus dem einen Bild als Himmel im zweiten Bild zu verwenden. Dazu nahm ich ein Bild mit meinem typischen, weissen Himmel und ein anderes mit einem ausnahmsweise schönen Himmel und legte sie in Ebenen übereinander. Mein erstes Problem: Das erste Bild war im Hochformat, das zweite im Querformat. Der Himmel war zu klein. Aber alles kein Beinbruch, schnell wollte ich aus meiner inzwischen grossen Bildersammlung ein anderes Bild mit schönem Himmel holen. GIMP nimmt keine .raw Dateien. Ok, immer noch kein Problem. Kurzerhand konvertierte ich eine .raw Datei zu einem JPEG und fügte dieses als zweite Ebene ein. Trennte den Himmel vom restlichen Bild und machte die zweite Ebene soweit transparent, dass man beide Bilder blass sehen kann. Aber eben nur blass. Ich habe alles in allem etwa eine Stunde daran herumgedreht, bis beide Bilder soweit zerstört waren, dass ein halbwegs akzeptables Resultat nicht mehr möglich war.

Folgende Lehren habe ich aus dieser Stunde gezogen:

- Spezifische Bilder für die Bildbearbeitung machen. Ein Bild von einem blauen Himmel kann man zum Beispiel als .tiff abspeichern und dann immer wieder mal verwenden. Auch einige Gegenstände kann man mit hohem Kontrast fotografieren und in einem Ordner ablegen um sie dann immer wieder in Bildern verwenden zu können.

-Tutorials anschauen bevor man mit der Arbeit beginnt. Wie bereits erwähnt wurden in der Lektion die Auswahl- Werkzeuge behandelt. Vieles wäre so einfach gewesen.

-Auch kleinere Details brauchen Zeit und Aufmerksamkeit um korrigiert zu werden. -> Vorsichtig und genau fotografieren.

In Kürze haben wir den nächsten Kurstag für Photoshop und ich bin bereits gespannt was uns Sabrina da erzählen wird.


Montag, 12. Oktober 2020

Ausstellung "The Incredible World of Photography"

 Am Sonntag, 04.10.2020 besuchten meine Partnerin und ich das Kunstmuseum Basel, speziell die Ausstellung "The Incredible World of Photography". Bei dieser Ausstellung handelte es sich um eine Auswahl aus der Ruth und Peter Herzog Collection. Dabei wurden rund vierhundert Bilder ausgestellt welche diverse Bereiche der Fotografie abdeckten und aus ganz verschiedenen Epochen kamen. Dazu gab es Informationen in Textform welche mit Beamern an die Wände projiziert wurden.

Bei der Ausstellung haben mich die ganzen Texte kaum interessiert. Es handelte sich nicht um Informationen zu den Bildern und was darauf zu sehen war sondern eher um Aussagen der beiden Sammler welche ihre Bewunderung für die Fotografie zum Ausdruck brachten.

Die Bilder wiederum waren spannender. Die erste Reihe war eine Serie von alten Familienbildern. Die Personen wirkten verkrampft und sehr ernst, trugen ihre feinsten Kleider und hatten irgendwelche Gegenstände bei sich die im Bild fremd wirkten. In den Bilderklärungen wurde dann erläutert, dass man zu dieser Zeit relativ lange reglos vor der Kamera stehen musste. Würde man dabei Lächeln müsste dieses immer gleich bleiben und so riet man den Modellen stattdessen ein neutrales Gesicht zu wahren. Die Gegenstände waren Dinge die dem jeweiligen Träger lieb und teuer waren. So kam das blinde Mädchen mit ihrem Akkordeon oder ein Mann trug einen Hammer.

Es hatte auch einige Aufnahmen mit Tieren aus dieser Epoche allerdings waren diese oft unscharf da sich das Tier zu fest bewegt hatte.

Ebenfalls auffallend war die geringe Grösse der Aufnahmen. Es waren maximal Postkarten, meist aber kleinere Formate. So konnte man wahrscheinlich auch noch etwas von der Unschärfe kaschieren. Sollte ich in Zukunft im Kurs ein ungewollt unscharfes Bild mitbringen müssen, werde ich es auch möglichst klein drucken ;)

Das Alter der Bilder unabhängig von den kleinen Bildbeschrieben neben jedem Foto zu bestimmen war relativ schwer. Natürlich hatte jede Epoche ihre Stile, ihre Technik und ihre Mode aber man könnte heute einfacher denn je ein Bild machen und es aussehen lassen wie ein Bild aus einer anderen Zeit. Es genügt ein Bild in schwarz / beige zu halten, einige Knitter und Flecken anzubringen und es in einen Rahmen zu stecken dem man vorher einige Abriebspuren und Kratzer zugefügt hat. Zudem sollte man ein mattes Papier wählen und bei der Bearbeitung desselben die Gesichter immer irgendwie auslassen. Es ist mir bei diversen Bildern aufgefallen, wie gut die Gesichter jeweils im Vergleich zum restlichen Bild erhalten geblieben sind. Woran das lag kann ich nicht sagen. Vielleicht wurden sie oft berührt und hatten deswegen eine schützende Fettschicht oder man hat die Gesichter eben nicht berührt und deswegen wurden sie nicht abgenutzt.

Die Ausstellung führte dann weiter durch die Kriegszeit, durch die Naturkunde mit Bewegungsabläufen, toten Tieren und sehr hoch auflösenden Bildern von Pflanzen bis hin zur Astrophotographie mit Bildern des Mondes deren Kopie mir heute noch Schwierigkeiten bereiten würde.

Die Ausstellung war alles in allem lehrreich und zeigte diverse spannende Aspekte über die Technik des Fotografierens von damals bis heute. Ich bin froh, brauche ich die ganzen Kenntnisse in der Chemie heute nicht mehr.



Kurstag 21

Bildbesprechung

Ein weiterer Tag im Zeichen des Blitzes.  Thor wäre neidisch.

Wie gewohnt hielten wir früh morgens die Bildbesprechung ab. Dabei besprachen wir die Hausaufgabe vom letzten Mal sowie die Bilder die wir während dem letzten Kurstag gemacht hatten. Meine Bilder waren viel zu dunkel ausgedruckt und so konnte man sie fast nicht besprechen. Dieses Problem hatte ich bis jetzt auch schon aber es war noch nie so intensiv wie an diesem Kurstag wo es vornehmlich um die Belichtung des Bildes ging. Als Reaktion darauf werde ich in Zukunft alle korrekt belichteten Bilder um 0.1 Punkte aufhellen bevor ich sie drucke. In Darktable macht das schon einen rechten Unterschied, ich hoffe auf dem Papier ebenfalls.

Ein für mich besonders wichtiger Punkt - und ich war froh hatten andere aus der Gruppe damit ebenfalls Mühe - war die Blitzfotografie in Innenräumen mit brennenden Lampen (Deckenlampen oder Stehlampen) deren Position und Lichtkegel nur bedingt beeinflusst werden können. Als Beispiel haben wir zuhause im Schlafzimmer eine Deckenlampe von Ikea. Diese verströmt ein angenehm rötliches Licht und wirft einen lustigen Schatten an die Wand. An zwei Wänden haben wir Schränke mit je einer Spiegeltür und an einer weiteren Wand haben wir Fenster. Entfesselt man nun in diesem Raum einen Blitz hat man im Vornherein keine Ahnung was dabei herauskommt. Wie reflektiert der Blitz an den Spiegeln und am Fensterglas? Wie verhält sich das Licht der Deckenlampe und so weiter. Im Wohnzimmer haben wir Halogenleuchten an der Decke. Deren Spot ist auch sicher nie dort wo man ihn gut nutzen könnte - Sonst würde er ja beim Sitzen auf dem Sofa blenden - und die kleinen Lampen werden zu heiss, als dass man sie noch verstellen könnte. Lösungen für diese Probleme findet man in der Planung des Bildes bevor die Lampen warm sind, dimmbaren Lichtern welche wenigstens ein bisschen Kontrolle an den Fotografen geben und dem altbekannten Try and Error-Verfahren.

 

Systemblitz, Farbfolien

Nach der Bildbesprechung zeigte uns Sandra Farbfolien welche sie vor ihren Blitz spannen kann, damit dessen Farbe verändert wird. Mit diesem Stilmittel wird die Lichttemperatur im Bild verändert oder es werden szenische Effekte erzielt. Dabei ist allerdings zu beachten, dass der Weissabgleich festgelegt wird und nicht auf Automatisch eingestellt ist, da er sonst den Effekt neutralisieren könnte. Bei der Arbeit mit dem Kamerablitz und dem Systemblitz muss man darauf achten, dass diese beiden Blitze nicht den gleichen Ort beleuchten, da auch dies den Effekt der Farbfolie verändern oder aufheben kann.

Als Vorbild speziell für die Arbeit mit Farbfolien nannte und Sandra Joe McNally.

 
Über ihn wahrscheinlich später mehr. Auf seiner Website finden sich sehr viele sehr spannende Bilder aus verschiedenen Bereichen der Fotografie.

 

Nach einer kurzen Theorie ging es dann erneut an die praktischen Arbeiten. Ich schnappte mir zwei Farbfolien und ging damit in den Keller um möglichst wenig unkontrollierbares Licht zu haben. Dort suchte ich mir ein Motiv und versuchte meine beiden Blitze auseinander zu halten. Dies war wiederum schwierig da mein Kamerablitz immer noch den Systemblitz auslösen muss. Die beiden Blitze müssen also eine Verbindung haben.
Meine beiden Hauptprobleme waren folgende: Einerseits hatte ich Mühe die Bereiche der beiden Blitze zu trennen. Oft gab es Überlappungen in denen dann keine Farbe mehr vorhanden war. Andererseits wollte ich das Systemblitzgerät nicht im Bild aber den Blitz von der Mitte des Bildes her. Dazu musste das Blitzgerät entweder in der Dunkelheit verschwinden oder kaum sichtbar hinter einem Objekt versteckt sein. War es aber zu gut versteckt, löste der Blitz nicht mehr aus.

Schlussendlich entschied ich mich, das Motiv mit einer Farbe anzublitzen und den Hintergrund mit einer anderen Farbe zu beleuchten. Dabei kam mir zu gute, dass der Kamerablitz im Vergleich zum Systemblitz sehr schwach ist. Bereits nach wenigen Metern hat er keinen Effekt mehr und der Systemblitz kommt mit seiner Farbe gut zur Geltung. Nun musste nur noch ein Motiv her dessen Oberfläche eine Struktur aufweist die das gefärbte Licht auch reflektiert.

 

Selbstverständlich habe ich für jedes Problem mindestens ein Beispielbild:




Theorie Bildgestaltung

Nachdem wir diese kurze Praxisaufgabe gemacht hatten, gab es die Mittagspause und dann eine Theorie zur Bildgestaltung. Dabei lag der Fokus auf den Bildern von Laszlo Moholy-Nagy diese waren zwischen den beiden Weltkriegen entstanden und zeigten Kombinationen aus Technik und Bevölkerung. Oft waren die Winkel sehr steil, die Linen schräg im Bild und die Personen unkenntlich und wie zufällig angeordnet. Nachdem wir etwas über ihn und das Bauhaus gelernt hatten, gingen wir weiter zur Bildbesprechung. Dazu bekamen wir alle eine Kopie eines seiner Bilder und mussten diese entsprechend den drei Punkten beschreiben. Ich habe dabei allein mit dem ersten Punkt eine Seite gefüllt und musste nun hören, ich solle die Dinge beim Namen nennen. Dies widersprach meiner Erinnerung an die letzte Lektion, da wir dort eingetrichtert bekommen hatten, man könne bei auf der ersten Ebene nichts benennen.

Für mich ist es einfacher, wenn ich den Dingen einen Namen geben kann. So weiss der Leser was er auf dem Bild sehen würde und muss sich nicht mit meinen komplizierten Beschreibungen der einzelnen Gegenstände befassen.

Weiter habe ich die erste und die zweite Ebene durcheinander gebracht. Für mich war klar, dass bei der Beschreibung was auf dem Bild zu sehen ist, die Positionierung der beschriebenen Gegenstände eine Rolle spielt. Nun wurde mir gesagt, die Positionierung sei erst in der zweiten Ebene zu erwähnen.

So kann ich nun zwar sagen, dass auf dem Bild eine Blume und eine Biene zu sehen sind, aber ich kann nicht sagen wo im Bild sie sich befinden. Das macht meiner Meinung nach keinen Sinn. Ich würde bei der zweiten Ebene lieber erklären, warum ich glaube, dass das Foto mit einem Makroobjektiv aufgenommen worden sei.

Bei der letzten Ebene war ich relativ sicher. Gemäss Sandra darf ich aber noch etwas weiter ausholen bei meinen Interpretationen und den Schwerpunkt mehr auf die Aussage des Bildes legen.




Kurstag 20



Bildbesprechung

Am vorherigen Kurstag war die Aufgabe gewesen, ein Portrait aus einer Zeitschrift oder aus dem Internet nach zu fotografieren. Diese Bilder wurden nun besprochen. Da ich zu dieser Zeit auf Sardinien war, hatte ich zu dieser Aufgabe keine Bilder. Folgendes konnte ich dennoch während der Bildbesprechung lernen:

Bevor man mit dem Fotografieren beginnt muss die ganze Einrichtung stimmen. Das Licht muss in der richtigen Distanz zum Standort des Modells stehen, es muss aus der richtigen Höhe kommen und die richtige Helligkeit haben. Die Aufgabe des Modells ist sehr anstrengend weshalb man es nicht unnötig sitzen lassen sollte während man noch die richtige Softbox sucht.

Um Licht zu schlucken können am Objektiv Graufilter angebracht werden. Farbfolien vor den Blitzen reduzieren die Lichtmenge ebenfalls.

Das Umfeld sollte sowohl für das Modell wie auch den Fotografen angenehm sein. Während dem Shooting sind regelmässige Pausen einzuplanen. Kinder brauchen viel mehr Pausen als Amateurmodelle, letztere brauchen mehr Pausen als Profis. Tiere sind sehr individuell.

Um ein Modell in eine bestimmte Pose bringen zu können, kann es hilfreich sein diese Pose selbst einzunehmen. Dabei wird einem der Winkel der Schultern zum Körper und die Haltung des Kopfes besser bewusst und man kann das Modell besser dirigieren. Ausserdem merkt man auch gleich wie unbequem manche Posen sind, die auf einem Bild dann gut aussehen.

Portraits sind oft stark nachbearbeitet. Das Ziel des Fotografen ist dennoch ein möglichst gutes Bild zu machen um sich die Arbeit am Computer sparen zu können.

Die Qualität des Papiers auf dem das Bild gedruckt wird, beeinflusst die Farbtemperatur des Bildes.


Systemblitze

Nach der Bildbesprechung kam ein Theorieblock über den Systemblitz. Ich hatte bis dahin noch nie mit einem Systemblitz zu tun und habe mir - als ich erfuhr, dass wir einen brauchen würden - einen Blitz von ricardo.ch gekauft welcher mit Nikon kompatibel war und im "Slave Mode" benutzt werden konnte. Es handelt sich dabei um das Modell 44 AF-2 Digital von der Firma Metz. Dieses Modell hat kein Display und gerade mal fünf Knöpfe zur Bedienung. Davon ist einer nur zum Ein- und Ausschalten.

Meine Klassenkameraden kamen mit Blitzen der selben Marke wie ihre Kamera oder chinesischen Produkten. Die meisten davon hatten einen Display und eine Vielzahl von Knöpfen und Menüeinstellungen.

In unserem Theorieblock lernten wir die Programme A (Automatik), M (Manuell), TTL (Trough the Lense) und SL (Slave) kennen. Die Namen der ersten beiden Programme sind ziemlich selbsterklärend. Mein Blitz hat nur einen Knopf für das Manuelle Programm.

Trough the Lense wird automatisch aktiviert, wenn der Blitz auf der Kamera befestigt wird. Dann kommunizieren Kamera und Blitz miteinander und der Blitz wird an die Lichtmessung der Kamera angepasst. Die Lichtmessung wird "durch die Linse" ausgeführt und deshalb heisst das Programm "Trough the Lense". An meinem Blitz gibt es einen Knopf um den TTL Modus zu starten.

Der Slave Mode wird verwendet, wenn Blitz und Kamera getrennt sind. Dadurch kann das Licht vom Blitz aus einer anderen Richtung kommen als der Blitz der Kamera. Die Blitze meiner Klassenkameraden werden dann oft durch Funksender angesteuert welche zusätzlich gekauft wurden und auf dem Blitzschuh der Kamera montiert sein müssen. Mein Blitz dagegen hat nur einen Infrarotsensor. Dieser reagiert auf den Blitz der Kamera und löst dann den Systemblitz aus. Dies funktioniert aber nur, wenn sich der eingebaute Blitz und der Sensor des Systemblitzes sehen. Ansonsten löst der Systemblitz nicht aus.

Der Slave Mode hat wie TTL einen eigenen Knopf am Blitz.

Der letzte Knopf an meinem Blitz ist jener welcher mit LED beschriftet ist. Dieser akitviert eine LED welche sich beim Sensor vorne befindet und für allerlei verwendet werden kann.

Die Blitzlampe über dem Sensor ist sowohl dreh- wie auch neigbar. Dies habe ich erst herausgefunden als Sandra uns erzählte, dass man manchmal nach hinten blitzen müsse.

Direkt über der Blitzlampe gibt es zwei Lamellen welche man ausziehen kann. Eines ist das sogenannte Weitwinkeldings (Lichtstreuer) dieses wird bei Brennweiten kleiner als 25mm verwendet um das Blitzlicht auf das gesamte Bild zu streuen. Da Brennweiten in diesem Bereich als Weitwinkel bezeichnet werden, wurde diese Klappe kurzerhand Weitwinkeldings getauft.

Die zweite Lamelle ist ein einfaches weisses Plastikblättchen. Dieses soll beim indirekten Belichten eines Gesichts eine gewisse Menge an Licht frontal nach vorne schicken um so die Augenhöhlen aufzuhellen. Beim indirekten Beleuchten wird nämlich der Blitz nach oben gerichtet wo das Licht von der Decke reflektiert wird und dann von oben herab auf das Motiv fällt. Ohne die Reflektorscheibe würden nun die Augen in dunkeln Löchern liegen.

Praxis

Nach der Theorie am Morgen gingen wir am Nachmittag nach draussen um in der Sonne unsere Blitze aus zu probieren. Während dieser Übung war ich unglaublich froh, den einfachsten Blitz der Welt zu haben. Während andere sich mit Funkverbindungen und Einstellungen herumschlugen, machte ich Fotos und als der Blitz von Bruno irgend einen Fehler hatte, gab ich ihm meinen und wir blitzten beide damit ohne etwas umstellen zu müssen. Einzig Rennie die an ihrer Kamera kein Programm für den Master Blitz hatte, konnte auch mein Blitz nicht glücklich machen.

Rückblickend finde ich den Blitz ein mega tolles Gerät. Ich werde mich aber noch einige Jahre damit auseinandersetzen müssen um dieses Mittel voll in den Griff zu bekommen.

 

Dienstag, 8. September 2020

Reisefotografie Sardinien

Seit meinem letzten Beitrag über die Reisefotografie ist viel Wasser den Rhein hinab. Wir hatten die Epidemie welche meiner Freundin und mir die Philipinien-Ferien gestrichen hat, im Kurs studierten wir die Landschaftsfotografie und ich kaufte mir einen Polarisationsfilter.

Nun war es wieder an der Zeit, wie jedes Jahr, die Familie meiner Partnerin auf Sardinien zu besuchen. Dazu nahm ich die Kamera mit und wir machten einige Tagesausflüge bei denen ich fleissig fotografierte und versuchte das gelernte umzusetzen. Bei einer Bootstour machte ich zudem einige Bilder mit dem Mobiltelefon welches ich bisher vermieden habe. Schliesslich werden gute Fotos nur mit einem richtigen Fotoapparat gemacht.

Sardinien im Sommer ist heiss. Es gibt viel Licht und die Landschaft ist, gerade im Süden, recht karg. Viele Orte sind von Touristen überlaufen während andere völlig menschenleer sind.

An einem Tag haben wir eine Bootsfahrt mit einem Schlauchboot gemacht. Dieses fuhr diverse Sehenswürdigkeiten wie Häfen, Höhlen und Naturphänomene an, bei denen wir vom Boot aus einige Fotos machen konnten. Während der Fahrt gab es zwei Zwischenstopps mit Bademöglichkeit.

Da wir wussten, dass wir im Schlauchboot unterwegs sein würden, nahm ich nur das Mobiltelefon mit. Sollte mir dieses ins Wasser fallen, wäre der Schaden viel geringer als mit der Kamera. Zudem glaube ich, dass das Telefon einen Schluck Wasser besser wegsteckt.

Mit dem Telefon ist der Umgang eigentlich relativ einfach - solange man trockene Finger hat. Nasse Finger werden vom Touchscreen zum Teil nicht oder fehlerhaft erkannt und erschweren die Bedienung ungemein. Was ich bisher nicht wusste war, dass mein Telefon über die Funktion "Weitwinkel" verfügt.

Während der Bootstour konnte ich mich nicht frei bewegen und musste so die Bildausschnitte wählen, die mir vorgegeben wurden. Allerdings versuchte unser Kapitän viel um uns eine gute Sicht auf die Sehenswürdigkeiten zu ermöglichen. Er macht diese Tour etwa drei Mal am Tag und weiss anhand der Wünsche der Touristen etwa wo er hinfahren und wie lange er jeweils warten muss.

Da wir uns gerade in der Gegend befanden, besuchten wir noch ein stillgelegtes Bergwerk. Die Minen waren der Öffentlichkeit nicht zugänglich und um die Häuser waren Zäune aufgestellt aber man konnte sie trotzdem gut sehen und einige Bilder aufnehmen. Hier nahm ich selbstverständlich die Kamera und verwendete den Polarisationsfilter, wenn auch etwas zweckentfremdet.

Das Bergwerk verfügt über eine Strasse welche sich durch die Häuser zieht und sich am Ende verzweigt. Auf dieser Strasse kann man gehen und die Ruinen betrachten. Links und rechts, jeweils etwa zwei Meter von den Gebäuden weg, stehen Zäune welche verhindern, dass man von fallenden Gegenständen erschlagen wurde und die Gebäude zu betreten versuchte.

Aufgrund dieser Situation arbeitete ich relativ viel mit dem Zoom und versuchte die Zäune abzuschneiden, steckte mein Objektiv zwischen Gittern hindurch, hielt die Kamera durch eingeschlagene (nicht von mir) Glasscheiben und drückte blind ab, versuchte die Absperrungen so weit unscharf zu machen, bis sie fast nicht mehr sichtbar waren oder bezog sie in die Bildgestaltung mit ein.

Da wir nur an diesem Tag in dieser Gegend waren und zuhause die Familie mit dem Abendessen auf uns wartete, mussten die Fotos genau dann und genau um diese Uhrzeit gemacht werden. Die Sonne schien fast gerade von oben herab und das gleissende Sonnenlicht erlaubte nur sehr wenig Himmel der sehr schnell ausbrannte. Der Polarisationsfilter sollte mir hier das Licht so gut als möglich ordnen um wenigstens etwas blauen Himmel zu bekommen und die Reflektionen auf den verschiedenen Oberflächen gering zu halten. Dies gelang relativ gut. Der Helligkeitsunterschied zwischen den Gebäuden und dem Himmel war aber dennoch oft zu gross für die Kamera.


An einem weiteren Tag führte uns eine Freundin meiner Partnerin an weniger bekannte Orte auf einer kleinen Insel. Dort besuchten wir keine Strände sondern Kliffs mit Meerzugang. Das Gestein war sehr spröde und hatte viele kleine Löcher was aussah wie wenn ein Netz auf einem Stein liegen würde. Bei unserem ersten Stopp nahm ich wieder nur das Mobiltelefon mit was sich als grosser Fehler erwies, da man dort ganz ausgezeichnet hätte fotografieren können. Bei unserem zweiten Stopp nahm ich dann die Kamera mit, was ich mir hätte sparen können da der Ort völlig überlaufen war von Gästen in Badekleidern welche ich dann nicht ohne deren Einwilligung fotografieren wollte.

Wie schon erwähnt war ich hier mit der Wahl meiner Mittel nicht zufrieden. Natürlich habe ich das vorher nicht gewusst und wollte nur meine Kamera schützen indem ich sie im Auto liess aber es hätte sich gelohnt sie hier etwas zu exponieren. Ich nehme halt trotzdem ganz andere Bilder auf mit der Kamera als mit dem Telefon.

Da der Ausflug den ganzen Tag über dauerte, ist das Licht auf den Bildern entsprechend verschieden. Die ausgewählten Bilder sind alle vom Nachmittag und wurden in drei verschiedene Himmelsrichtungen aufgenommen. Auch hier habe ich den Polarisationsfilter verwendet um den Himmel blau zu bekommen und die Spiegelungen des Wassers zu mindern.

Am letzten Tag meines Aufenthaltes war das Wetter bewölkt und windig. Am Morgen hatte es geregnet wodurch das Meer aufgewühlt war und es bedurfte einiges an Willen um überhaupt aus dem Haus zu kommen. Wir besuchten dann einen Stadtpark mit freilaufenden Tieren.

Der Ausflug fand am späteren Nachmittag statt, der Himmel war bedeckt und die Tiere waren sehr zutraulich. Ich hatte meine Kamera dabei und versuchte jedes Tier zu fotografieren, welches wir sahen. Da ich am nächsten Tag abreisen musste und das Wetter etwas trist war, war ich an diesem Tag etwas müde und melancholisch. Ich habe den Eindruck, dass man dies in den Bildern sieht. Diese sind nüchterner und stützen sich mehr auf geometrische Formen.


Nachdem ich aus Sardinien zurück war, hatte ich noch einige Tage Überzeit welche ich abbauen durfte. So konnte ich mit Krisztina einen Foto-Ausflug auf das Jungfraujoch machen. Wir mieteten uns ein Auto und reisten über die Autobahn nach Lauterbrunnen wo wir die Zahnradbahn auf den Berg nahmen. Das Wetter unten war regnerisch. Die Zahnradbahn zog uns durch die dicken Wolken nach oben bis knapp darüber aufs Jungfraujoch. Dort mussten wir jeweils waren, bis eine Wolke oder ein Nebelschleier vorbeigezogen war um ein gutes Bild machen zu können. Anfänglich wollte ich die Beleuchtungskorrektur verstellen. Da wir aber ausreichend Kontrast in den Bildern hatten, kam die Kamera mit dem vielen Schnee gut zurecht und so stellte ich sie wieder auf Null.

Im Eispalast waren Eisskulpturen ausgestellt und schwach beleuchtet. Wir versuchten diese zu fotografieren was sich aber als schwierig herausstellte da der Kontrast dort zum Teil zu gering für den Autofokus war und sich die klaren Figuren nur schwer vom Hintergrund abheben liessen. Als sich gerade niemand in unserer Nähe befand habe ich mir erlaubt mit Blitz zu arbeiten und kam zu überraschend guten Ergebnissen - kann aber nicht genau sagen, warum.