Mittwoch, 16. Dezember 2020

Gedanken zur Diplomarbeit

Nachdem ich letzte Woche die Rechnung für das letzte Semester bezahlt habe und sich nun anscheinend alle meine Klassenkameraden ebenfalls angemeldet haben, habe ich angefangen mir zu überlegen was ich denn als Diplomarbeit machen sollte. Ich habe natürlich noch nicht sehr viele Kriterien ausser dem Blatt welches uns Sandra abgegeben hat aber ich will mir trotzdem schon einmal ein paar Ideen aufschreiben:

Fotopoetik

Die Idee kam mir bei meinem vorletzten Beitrag im Werktagebuch. Anstatt ein Gedicht um zu schreiben und es an die Bilder an zu passen, könnte ich ein Gedicht auswählen und den einzelnen Versen entsprechende Bilder machen. Am besten nicht gerade ein Gedicht über die vier Jahreszeiten, das würde jetzt schon eng werden aber vielleicht ein Gedicht über den Frühling, über etwas zwischenmenschliches oder eine Geschichte. Die Idee wäre dann, dass der Betrachter anhand der Fotos das Gedicht wiederfindet und die Bilder ohne Text präsentiert werden.


Urban solitude

Gerade jetzt wo die Coronazahlen besonders hoch sind und der Staat die Leute immer mehr in ihre Wohnungen verbannt, bietet sich eine Bildstrecke über die Einsamkeit und Leere in der Stadt an. Dies könnte aus dem Blickwinkel eines Randständigen sein, einer depressiven Person (von denen habe ich gerade einige in meinem Umfeld) oder einfach nur den Unterschied aufzeigen zwischen "Normal" und "Ausnahmezustand"


Everybody wears one

Seit wir die Lektion über Porträts hatten, trage ich die Idee mit mir herum in der Stadt einmal eine Box aufzustellen und darin Passanten welche Lust und Zeit haben zu fotografieren. Die Passanten bekommen dann ihre Bilder und ich bekomme etwas Übung im Portraitieren. Dazu bräuchte ich eine entsprechende Box mit Strom usw. und eine Bewilligung der Stadt allenfalls eine Studioausrüstung - und wirklich viel Mut.

Die Idee dieses Projekts wäre dann, die Leute mit ihren Masken zu fotografieren und die Sichtbarkeit ihres Charakters, ihre Persönlichkeit und ihre Eigenheiten zu betonen, obschon die Hälfte des Gesichts verdeckt ist. Vielleicht betont ja die Maske gerade das Gesicht oder verrät etwas über den Träger.

 

Urban exploring

Ein grundlegender Charakterzug meinerseits ist die Neugierde. Eine offene Tür ist eine Einladung zu schauen was dahinter liegt. Ein beleuchtetes Fenster eine Aufforderung in den Raum zu schauen.

Urban explorer wiederum sind Personen welche Orte besuchen welche nicht allgemein zugänglich sind, verlassen wurden, schwer zu erreichen sind oder welche der normale Bürger einfach nicht besucht.

In diesem Projekt würde ich mich als Urban explorer versuchen und Bilder von verlassenen Räumen, Ruinen oder anderen Orten machen welche dann zusammen Geschichten von vergangenen Zeiten, früherem Glanz oder früheren Notwendigkeiten erzählen.

Meine Skills im Finden solcher Orte sind relativ gut und ich kann mich auch darin bewegen ohne gleich zu Tode zu kommen. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich mit meinen Bildern den Räumen gerecht werden kann und ob ich die gestalterischen Fähigkeiten habe, sie ansprechend ab zu lichten.

Stand 16.12.2020

Kurstag 27

Bildbesprechung

Ganz im Zeichen der Pandemie wurde der 27. Kurstag wieder über Zoom gehalten. Dies hatte den Vorteil, dass jeder seinen Bildern die optimale Plattform geben konnte. Man musste sich nicht an einen Tisch drängen um einen Blick auf das besprochene Bild erhaschen zu können, sondern konnte bequem am Bildschirm das Bild betrachten und sich seine Gedanken machen. Da wir inzwischen einigermassen wissen, wie Zoom zu bedienen ist, läuft das ganze auch nicht mehr so harzig wie noch vor einigen Monaten.

"Starhead" Scherenschnitt
Unsere Bilder waren jeweils: ein Scherenschnitt kombiniert mit einem eigenen Bild, zwei zusammengesetzte Bilder und ein Bild welches partiell bearbeitet wurde.

An meinem Scherenschnitt wurde bemängelt, dass er zu einfach sei und der Sternenhimmel im Hintergrund nicht als solcher erkennbar wäre. Bei diesem Bild hatte ich das Problem, dass der Scherenschnitt aus dem Internet nur rund 1000 auf 2000 Pixel gross war während ich den Sternenhimmel im Vollformat aufgenommen habe, er aber nicht sauber fokussiert war. So konnte ich nicht einfach einen Ausschnitt des Sternenhimmels nehmen sondern musste das Bild entsprechend verkleinern. Damit habe ich so lange gekämpft, dass ich am Ende keine weitere Bearbeitung mehr gemacht habe. Allerdings weiss ich jetzt ungefähr wie es geht und habe auch schon bessere Aufnahmen vom Sternenhimmel. Vielleicht mache ich diese Aufgabe noch einmal und versuche sie etwas elaborierter zu gestalten.


Berntor mit blauem Himmel
Für meine Zusammensetzung habe ich eine Gegenlichtaufnahme genommen und den ausgebrannten Himmel durch die Aufnahme eines blauen Himmels ersetzt. Da erhielt ich die Rückmeldung, dass das Motiv einen viel höheren Kontrast aufweisen müsse, da das Bild sonst flach und unwirklich wirke. Zudem sei das Motiv zu dunkel im Verhältnis zum Himmel.

 

Dass das Bild flach war und irgendwie seltsam wirkte, war mir bewusst. Allerdings habe ich bis dahin nicht herausgefunden, warum dem so war. Bei Gelegenheit werde ich das Bild noch einmal bearbeiten und versuchen, es realistischer zu gestalten.

 

Mein letztes Bild war eine Landschaftsaufnahme welche an und für sich schon speziell war, da durch die teilweise Bewölkung nur sehr spezifisch Licht einfiel. Dies würde sicher spannend wirken, hätten die Wolken nicht die ohnehin schon dunkeln Stellen in den Schatten gestellt. Ich habe dann versucht, das Bild in verschiedene Bereiche zu unterteilen und jeden für sich zu optimieren. Dies resultierte aber darin, dass die verschiedenen Bereiche am Ende nicht mehr zusammenpassten und sich teils klar erkennbare Grenzen zogen.

 

"Shadowmountain"
Fazit zu meinen Bildern: Ich muss auf Realitätsnähe achten und versuchen die bearbeiteten stellen feiner zu behandeln, damit am Ende das Bild als Ganzes immer noch schön wirkt.


Fazit zu den Bildern meiner Klassenkameraden: Grössenverhältnisse müssen stimmen oder möglichst nahe an der Realität sein, im Wasser gibt es fast immer Reflektionen und diese sind nicht so scharf wie das Objekt welches sie darstellen, das Litcht muss stimmen (!), Kanten müssen respektiert werden egal ob sie nun verschwommen oder scharf sind und manchmal passt es trotz allem irgendwie.




Photoshop

Nach der Bildbesprechung ging es mehr oder weniger nahtlos mit Photoshop weiter. Sabrina stellte uns weitere Werkzeuge des Programmes vor und - da ich kein Photoshop habe - ich suchte die entsprechenden Werkzeuge in GIMP. Als Sabrina dann einmal auf meinen Bildschirm schaute und ich ihr zu erklären versuchte warum mein Bild so schrecklich aussah, sagte sie mir sie hätte GIMP auch schon ausprobiert, sei aber damit nicht klar gekommen.

Im Verlaufe des Nachmittages hatte ich das Gefühl, mit langsam aber sicher mit dem Programm vorwärts zu kommen. Die ganzen Ebenen und Masken fühlten sich nicht mehr ganz so fremd und exotisch an und das Programm machte ungefähr was ich mir wünschte.

Als letzte Aufgabe sollten wir dann ein Portrait mit einem möglichst einfarbigen Hintergrund nehmen, es freistellen und dann mit einer Landschaftsaufnahme kombinieren. Diese Aufgabe erforderte einerseits etwas Geschick mit dem Bearbeitungsprogramm und andererseits gestalterisches Flair. Damit waren wir wieder bei einer meiner Schwächen angekommen. Es gelang mir schlicht nicht, zu sehen welches Portrait mit welcher Landschaft vereinbar waren. Entweder wirkte die Landschaft wie ein Helm der auf den Kopf gesetzt wurde oder das Gesicht ging in den Strukturen der Landschaft unter.

Am nächsten Tag habe ich mich dann noch einmal an diese Aufgabe gesetzt aber auch da nur mit mässigem Erfolg. Meine Freundin fand meine Werke "schrecklich" und "verstörend".


Dirgendwie komisch...



Freitag, 11. Dezember 2020

Nachtfotografie

Der Kamerakönig

 
Wer schreitet durch Kälte und Nacht gar spät?
Es ist der Tim mit seinem Gerät;
Er hat die Kamera wohl in dem Arm,
Er fasst sie sicher, er hält sie warm.
 
Sternenhimmel nach Mobiltelefon

Mein Ding, was birgst du so bang dein Objektiv? –
Siehst, Tim, du das Sternenmotiv?
Den Stern mit Aura und Schweif? –
Mein Ding, da ist ein Nebelstreif. –
 

 

„Du liebes Ding, komm, Blitz mit mir!
Gar schöne Bilder mach’ ich mit dir;
Manch’ bunte Blumen und grünen Wald,
Lichten wir ab, des Nachts so kalt.“ –
 

 

Mein Tim, mein Tim, und hörest du nicht,
Was das Sternlein mir leise verspricht? –
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Ding;
Dein Verschluss macht nur sehr langsam kling.
 



 
 „Willst, feines Gerät, du mit mir gehn?
Meine Töchter kannst du aufnehmen schön;
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.“ –
 

 

Mein Tim, mein Tim, und siehst du nicht dort
Sternleins Töchter am düstern Ort? –
Meine Kamera, ich seh’ es genau:
Es ist alles so unscharf, mir wird gar flau." –
 



„Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt.“ –
Mein Tim, mein Tim, jetzt fasst es mich an!
 Sternlein hat mir ein Leid getan! –
 

 

Dem Tim grauset’s; er schreitet geschwind,
Er hält in Armen das ächzende Ding,
Erreicht das Heim vor Kälte schwer,
In seinen Händen der Akku war leer.
 

 

 
(Sehr frei nach: "Der Erlkönig" von Göthe)

Kurstag 26

Bildbesprechung

Nachdem wir am letzten Kurstag mit Sandra in der Huppengrube waren und dort Landschaftsbilder aufgenommen hatten, wurden diese nun besprochen. In einer Mischung aus Nachlässigkeit und Scham habe ich meine Serie zuhause vergessen. Die Bildbesprechung hat dann auch bestätigt, dass weder mein Ansatz noch meine Fotos auch nur ansatzweise präsentierbar gewesen wären.

Bei so einer Aufgabe muss ich mir - wie auch immer - eine Idee zurechtlegen und nach dieser arbeiten. Auch wenn ich das Gefühl habe, ich würde nie zu einem Zielt kommen oder meine Idee wäre doof. Nun habe ich nämlich etwas über hundert Bilder welche sich in Qualität, Machart und Motiv nicht mehr unterscheiden könnten. Daraus eine halbwegs harmonische Serie zu machen ist, gerade mit meinen bescheidenen Fähigkeiten beim Erstellen einer Serie, fast unmöglich.

Meine Klassenkameraden bestätigten zwar, dass die Aufgabe schwer gewesen war. Dennoch hatten die meisten eine halbwegs funktionierende Serie zusammenbekommen. Das häufigste Motiv jedoch, ein recht markanter Graben in brauner Erde, wurde von Sandra mit den Worten abgeschmettert, dass dieser Graben vor Ort sicher eindrücklich gewesen sei, in einem Bild aber nicht zur Geltung käme.

Nebst diesem Graben fanden wir auch viele Farbstiche welche vom Weissabgleich und von der Nachbearbeitung kamen. Sandra verwies dabei auf die Wolken. Dort könne man Farbstiche am einfachsten erkennen, da sie im Normalfall Weiss oder Grau wären.

Ausblick Diplommodul

Nach der Bildbesprechung stellten Chris und Sandra kurz das Diplommodul vor. In diesem gibt es anscheinend viele Pausen zwischen den Kurstagen, damit wir Zeit haben an der Diplomarbeit zu arbeiten und diese dann jeweils am Kurstag im Plenum oder im Einzelgespräch diskutieren und überdenken zu können.

Sandra erklärte uns zudem, welcher Teil des Diplommoduls wie viele Punkte gibt. Das Werktagebuch zum Beispiel gibt relativ viele Punkte und wir hatten nun schon viel Zeit, um daran zu arbeiten. Die Bildanalyse dagegen gibt relativ wenige Punkte und dauert nur eine Stunde vor Ort.

Dementsprechend werde ich wohl beim Werktagebuch noch etwas mehr Effort leisten, um diese "Gratispunkte" sicher zu holen.

Praxis

Nach dem Mittagessen bauten wir gemäss einem Beschrieb von Sandra eine Szene mit einem Glas Wasser auf und begannen dann, Früchte, Schokolade und allerlei andere Gegenstände in dieses Glas fallen zu lassen. So entstanden sehr dynamische Bilder mit spritzendem Wasser und den leuchtenden Farben der fallenden Gegenstände.

Für die ganze Klasse war diese Übung sehr lustig und gab schnell gute Resultate. Allerdings habe ich eine kleine Überschwemmung im Atelier verursacht.

Während wir mit dieser Aufgabe beschäftigt waren, ging Sandra bei den Kursteilnehmern vorbei die sich nicht sicher waren, ob sie das Diplommodul machen wollten oder nicht oder die allenfalls Lücken in ihrem Wissen hatten. Bei mir war von vornherein klar, dass ich das Diplom machen will. Da Sandra nicht bei mit vorbeikam, gehe ich davon aus, dass meine Lücken im Fachwissen nicht so gravierend sind, dass ich das Modul nicht schaffen könnte.

 

Zitrone zu spät
 
Zitrone zu früh

Zitrone zu langsam gefallen
Zitrone aus dem Fokus gefallen

Zitrone macht alles richtig