Montag, 23. November 2020

Kurstag 25

Architektur, Theorie

Entgegen der Gewohnheit mussten wir an diesem Kurstag keine Bilder zur Besprechung mitnehmen. Wie mit allem was ungewohnt ist, war ich auch mit dieser Tatsache völlig überfordert.

Kaum hatten wir uns, eine Person pro Pult mit Hygienemaske und all den Sicherheitsvorschriften, hingesetzt, ging es unvermittelt mit knallharter Theorie los.

Copyright by Sabrina Stäubli

 

Sabrina zeigte uns Bilder aus ihrem eigenen Fundus und erklärte uns die Schönheiten und Schwierigkeiten von Architekturfotografie.

So wie es Sabrina erklärte, schien es ganz simpel zu sein. Senkrechte müssen senkrecht und parallel sein, Waagerechte entweder waagrecht und parallel oder mit einem signifikanten Winkel damit sie nicht schlampig wirken. Zudem müssen Grössenverhältnisse in etwa korrekt wiedergegeben werden und die fotografischen Kriterien wie Licht, Tiefenschärfe und virtueller Rahmen müssen stimmen. Alles kein Problem, das hatten wir schon oft.

Nach knapp zwei Stunden Theorie packten wir unsere Kameras und unsere Stative und begaben uns nach draussen. Gerade neben dem Bahnhof steht ein freistehendes, mehrstöckiges Büro-, Wohn- und Verkaufsgebäude. Dieses sollten wir nun nach den vorgenannten Regeln ablichten. Da alle andern sofort ihre Stative aufbauten, ging ich auf die andere Seite wo ich meine Ruhe hatte. Dort baute ich mein Stativ auf und schaute einmal durch den Sucher. Natürlich war ich viel zu nahe am Gebäude und es gingen nur die ersten Beiden Stockwerke aufs Bild. Ich verschob mein Stativ so weit zurück wie es nur ging und blickte wieder durch den Sucher. Die Situation war minim besser. Nun musste ich halt meine Kamera nach oben richten, um überhaupt die ganze Höhe des Gebäudes auf das Bild zu bekommen. Da ich das Gebäude über eine Ecke aufnehmen wollte, waren die waagrechten Linien von Anfang an nicht waagrecht gewesen. Durch das Neigen der Kamera liefen nun aber auch die Horizontalen zusammen und nichts an meinem Foto war mehr gerade. Zudem kam die Sonne steil von Links wodurch der Himmel ausbrannte. Ich machte zur Übung einige Aufnahmen und wollte dann eine Frontalaufnahme machen. Dazu wanderte ich mit meinem Stativ einige Schritte weiter und schaute wieder durch den Sucher. Wegen der Neigung der Kamera hatte ich zwar alle Stockwerke im Bild aber die unteren beiden Ecken waren abgeschnitten. Weiter zurück konnte ich nicht und eine kleinere Brennweite liess mein Objektiv nicht zu und so kamen die Ecken halt nicht aufs Bild. Wieder einige Schritte weiter hatte ich die Sonne voll im Bild und musste eine Brücke über mir anschneiden und noch einige Schritte weiter brachte ich nur noch Fassase aufs Bild. Erst als ich im nächsten Strassenzug war, konnte ich weit genug zurück um die volle Höhe des Gebäudes aufs Bild zu bekommen aber nun kam mir der Bahnhof ins Bild und verdeckte einen Grossteil der Breite meines Motivs. Nach rund fünfundvierzig Minuten hatte ich kein einziges Bild welches den ach so einfachen Regeln der Architekturfotografie entsprach und war ein kleines bisschen frustriert.

#Nobodylikesarchitecture


 Sabrina erklärte uns dann, dass es pro Gebäude gerade mal einen, maximal zwei Standorte gab von dem aus man ein gutes Foto machen könne.

Nach dem Mittagessen hatten wir dann ein kleines Programm welches wir abarbeiteten. Da wir dazu kein ganzes Gebäude mehr auf ein Bild bekommen mussten, ging die Arbeit etwas leichter von der Hand aber das ständige kontrollieren und korrigieren der Winkel und Linien empfand ich als sehr anstrengend.

Als wir unser Programm durch hatten, gingen wir wieder ins Klassenzimmer und jeder durfte ein Bild zeigen welches wir dann besprachen. Mein Bild war das einer Betontreppe welches von meinen Klassenkameraden hoch gelobt wurde. Davon zehre ich jetzt bis zum Ende des Aufbaumoduls.

 

Die leichte Betontreppe

 



Kurstag 24

Bildbesprechung

Bei der Bildbesprechung wurden bearbeitete Bilder vom ersten Kurstag mit dem Thema Photoshop besprochen. Meine Klassenkameraden hatten nach diesem Kurstag eigene Werke zuhause korrigiert und konnten nun ihre Ergebnisse präsentieren.

In einigen Bildern waren Gegenstände wie Halsbänder von Hunden oder Bienen auf dem Essen verschwunden, in anderen waren Farbtöne und Hauttexturen bearbeitet worden. Bei vielen Bildern merkte man fast nicht, was bearbeitet worden war. Dies wahrscheinlich auch, weil meine Klassenkameraden mit grossem Enthusiasmus gearbeitet und viel Zeit investiert hatten.

Sabrina erinnerte uns daran, dass auch Schatten bearbeitet werden müssen. Insbesondere wenn das schattenwerfende Objekt aus dem Bild verschwunden ist. Auch müssen wir noch gut überlegen, welches Werkzeug wir verwenden um welches Resultat zu erzielen.

Im Zuge der Diskussion erklärte uns Sabrina auch, wie man sich für ein Portrait-Shooting optimal auszurüsten habe, um dann möglichst wenig nachbearbeiten zu müssen. Dies beinhaltete Make Up, frische Hemden, Fuselroller, Haarspray, Klebeband für Kleider, Kabel und diverse weitere Gegenstände welche zum Shooting mitgebracht werden müssen. Dies natürlich nebst der ganzen Fotoausrüstung mit Hintergründen, Reflektoren, Softboxen um nur die voluminösesten zu nennen. Ich habe dann gefragt, ob man in der Lehre zum Fotografen auch den Führerausweis für Lastwagen machen müsse.


Photoshop

Nach der Bildbesprechung warfen wir die Computer der Klubschule an und starteten mit dem zweiten Teil von Photoshop. Diesesmal ging es darum Gegenstände aus anderen Bildern in unser Bild zu kopieren, anzupassen und so zu integrieren, dass sie aussehen als wären sie schon immer da gewesen. Zudem durften wir Gruppenbilder korrigieren in dem Wir Augen oder ganze Gesichter aus dem einen Bild nahmen und in ein anderes einpflanzten.

Die Arbeit am Computer machte mir ein weiteres Mal grossen Spass. Die Werkzeuge sind, sobald man das Grundprinzip einmal begriffen hat, relativ einfach zu bedienen. Allerdings kann man mit kleinen Fehlern bereits ein ganzes Bild kaputt machen.

Auf die nächste Lektion Photoshop müssen wir drei Bilder mitbringen. Eines soll eine Kombination aus einem Scherenschnitt und einem Farbfoto sein, eines eine Zusammensetzung von zwei nicht zusammengehörenden Bildern und eines ein altes Bild aus dem eigenen Fundus welches wir schon immer korrigieren wollten aber noch nie konnten.

Ich denke die Hausaufgaben sind relativ einfach aber ich bin gespannt was meine Klassenkameraden so alles mitbringen.

Vor Photoshop
Nach Photoshop

 


Freitag, 6. November 2020

Kurstag 23

Bildbesprechung

Bei der Bildbesprechung ging es um die Bilder welche wir mit verschiedenen Farbfolien aufgenommen hatten. Dabei wurden folgende Punkte repetiert:

- Keine Überschneidungen der Lichter da sich die verschiedenen Farben gegenseitig aufheben.

- Der Weissabgleich kann als Stilmittel eingesetzt werden, kann aber ebenfalls gewisse Farben neutralisieren.

- Der schwächere Blitz sollte nicht noch eine Farbfolie bekommen, die viel Licht schluckt.

Gerade der letzte Punkt war ein Fehler gewesen, welcher mir zu schaffen gemacht hatte. Ich hatte den Systemblitz mit einer grünen Folie bespannt und den Kamerablitz mit einer roten. Dadurch verstärkte sich das Ungleichgewicht zwischen dem eh schon starken Systemblitz und dem winzigen Kamerablitz. Zudem hatte ich nun mit meinem einfachen Systemblitz das Problem, dass ich ihn nicht via Kamera einstellen konnte. Obschon ich ihn im Kameramenü auf -3 Blenden eingestellt hatte, war er immer noch genau gleich stark wie vorher und damit viel Stärker als der Kamerablitz.

Sandra gab zudem den Input, dass man sich gerade mit Sachen oder Themen auseinandersetzen müsse, die man eigentlich nicht mag. So wie bei mir halt diese Farbfolien. Ich habe versucht mit Klarsichtmäppchen Farbfolien zu imitieren aber der Erfolg war recht mässig.

 

Grüner Hintergrund, rotes Motiv

Beim zweiten Teil der Bildbesprechung ging es um die Bilder im Stil vom Bauhaus. Diese waren schwieriger gewesen als anfänglich gedacht. Einige meiner Klassenkameraden hatten gar keine Bilder dabei, andere solche die nicht funktionierten. Ich hatte nur drei dabei und von denen waren zwei zu brav.

Mein Versuch, die Idee des Bauhaus von Gesellschaft und Technik ins Jetzt zu übertragen und auf Gesellschaft und Natur zu ändern fand allgemeinen anklang. Allerdings waren die Bilder typische Luftaufnahmen welche steil von oben herab aufgenommen worden waren. Zudem waren die Linien fast immer gerade und die Strassenkreuzungen waren in der Mitte des Bildes. So fehlte "der neue Blick" auf das Thema. Einzig ein Bild vermochte meine Kritiker zu überzeugen. Eine Aufnahme von oben herab auf Schrebergärten und einen angrenzenden Parkplatz.

 

New Bauhaus

 Von mir aus gesehen ist das Bild nicht schlecht und transportiert die Aussage gut. Allerdings verzieht die Weitwinkelkamera der Drohne das Bild sehr stark und ich weiss noch nicht, wie ich das angemessen korrigieren kann. Die Trapezkorrektur von Darktable hat mir das Bild jeweils seltsam verzogen.

Praxis

Nach so viel Bildbesprechung ging es nach dem Mittagessen raus in die Natur. In einer Lehmgrube im Wald bei Lausen fanden wir im goldenen Herbstwald rote und gelbe Farben im Boden wieder welche es in Szene zu setzen galt. Die Huppergrube ist durchaus ein schöner Ort aber ich fand es sehr schwierig, ihr gerecht zu werden. Viele meiner Bilder konnten nur einen Teil dieser Landschaft in Szene setzen ohne dem grossen Ganzen gerecht zu werden.

Nach dem Kurstag ging ich die Bilder am Computer noch einmal durch und nun denke ich, ich muss noch einmal in die Huppergrube und noch ein paar Bilder machen denn nun kam mir DIE Idee für eine gute Serie.




Kurstag 22

 Am 22. Kurstag konnte ich leider nicht teilnehmen. Glücklicherweise hat Dinah ein gutes Protokoll verfasst welches mir einen Eindruck vom Kurstag vermittelte und Sabrina schickte uns Tutorials welche sie mit viel Liebe erstellt hatte.

Wie bereits bei Lightroom begann die Einführung in Photoshop bei Adam und Eva. Wie wird das Programm geöffnet, was macht das Handwerkzeug, was macht die Lupe... Dann ging es aber bereits über zu den Auswahlwerkzeugen welche doch schon etwas anspruchsvoller sind.

 https://visualmodo.com/wp-content/uploads/2018/06/GIMP-The-Free-Photoshop-2.png

 

Damit ich ebenfalls erste Erfahrungen sammeln kann ohne gleich ein Abo lösen zu müssen, habe ich mich wieder nach einem Open Source Programm umgesehen und bin mit GIMP (GNU Image Manipulation Programm {GNU ist das Betriebssystem welches die meisten als Linux kennen. #Nerdstuff})

Der Vorteil von GIMP gegenüber Photoshop ist, dass es in etwa die gleichen Möglichkeiten zur Bildbearbeitung bietet wie Photoshop aber nichts kostet. Der Nachteil dagegen ist, dass ich nun zwei Programme lernen muss welche sich doch in einigen Punkten unterscheiden - und GIMP halt nerdig und damit oft kompliziert ist.

Mein erster Eindruck von Photoshop und GIMP war etwa gleich. Beide Programme öffnen mit einer Fehlermeldung betreffend dem Farbspektrum. Beide Programme haben tonnenweise Werkzeuge zur Verfügung und wimmeln nur so von Reglern und Skalen an denen man etwas verändern kann. Ohne bis jetzt Photoshop ausprobiert zu haben, werde ich wohl wie bei GIMP immer wieder an einem Regler ziehen, ohne zu wissen wofür der eigentlich ist. So lernt man meiner Meinung nach Programme besser kennen.

Mein erster Versuch mit GIMP war, den Himmel aus dem einen Bild als Himmel im zweiten Bild zu verwenden. Dazu nahm ich ein Bild mit meinem typischen, weissen Himmel und ein anderes mit einem ausnahmsweise schönen Himmel und legte sie in Ebenen übereinander. Mein erstes Problem: Das erste Bild war im Hochformat, das zweite im Querformat. Der Himmel war zu klein. Aber alles kein Beinbruch, schnell wollte ich aus meiner inzwischen grossen Bildersammlung ein anderes Bild mit schönem Himmel holen. GIMP nimmt keine .raw Dateien. Ok, immer noch kein Problem. Kurzerhand konvertierte ich eine .raw Datei zu einem JPEG und fügte dieses als zweite Ebene ein. Trennte den Himmel vom restlichen Bild und machte die zweite Ebene soweit transparent, dass man beide Bilder blass sehen kann. Aber eben nur blass. Ich habe alles in allem etwa eine Stunde daran herumgedreht, bis beide Bilder soweit zerstört waren, dass ein halbwegs akzeptables Resultat nicht mehr möglich war.

Folgende Lehren habe ich aus dieser Stunde gezogen:

- Spezifische Bilder für die Bildbearbeitung machen. Ein Bild von einem blauen Himmel kann man zum Beispiel als .tiff abspeichern und dann immer wieder mal verwenden. Auch einige Gegenstände kann man mit hohem Kontrast fotografieren und in einem Ordner ablegen um sie dann immer wieder in Bildern verwenden zu können.

-Tutorials anschauen bevor man mit der Arbeit beginnt. Wie bereits erwähnt wurden in der Lektion die Auswahl- Werkzeuge behandelt. Vieles wäre so einfach gewesen.

-Auch kleinere Details brauchen Zeit und Aufmerksamkeit um korrigiert zu werden. -> Vorsichtig und genau fotografieren.

In Kürze haben wir den nächsten Kurstag für Photoshop und ich bin bereits gespannt was uns Sabrina da erzählen wird.