Montag, 12. Oktober 2020

Ausstellung "The Incredible World of Photography"

 Am Sonntag, 04.10.2020 besuchten meine Partnerin und ich das Kunstmuseum Basel, speziell die Ausstellung "The Incredible World of Photography". Bei dieser Ausstellung handelte es sich um eine Auswahl aus der Ruth und Peter Herzog Collection. Dabei wurden rund vierhundert Bilder ausgestellt welche diverse Bereiche der Fotografie abdeckten und aus ganz verschiedenen Epochen kamen. Dazu gab es Informationen in Textform welche mit Beamern an die Wände projiziert wurden.

Bei der Ausstellung haben mich die ganzen Texte kaum interessiert. Es handelte sich nicht um Informationen zu den Bildern und was darauf zu sehen war sondern eher um Aussagen der beiden Sammler welche ihre Bewunderung für die Fotografie zum Ausdruck brachten.

Die Bilder wiederum waren spannender. Die erste Reihe war eine Serie von alten Familienbildern. Die Personen wirkten verkrampft und sehr ernst, trugen ihre feinsten Kleider und hatten irgendwelche Gegenstände bei sich die im Bild fremd wirkten. In den Bilderklärungen wurde dann erläutert, dass man zu dieser Zeit relativ lange reglos vor der Kamera stehen musste. Würde man dabei Lächeln müsste dieses immer gleich bleiben und so riet man den Modellen stattdessen ein neutrales Gesicht zu wahren. Die Gegenstände waren Dinge die dem jeweiligen Träger lieb und teuer waren. So kam das blinde Mädchen mit ihrem Akkordeon oder ein Mann trug einen Hammer.

Es hatte auch einige Aufnahmen mit Tieren aus dieser Epoche allerdings waren diese oft unscharf da sich das Tier zu fest bewegt hatte.

Ebenfalls auffallend war die geringe Grösse der Aufnahmen. Es waren maximal Postkarten, meist aber kleinere Formate. So konnte man wahrscheinlich auch noch etwas von der Unschärfe kaschieren. Sollte ich in Zukunft im Kurs ein ungewollt unscharfes Bild mitbringen müssen, werde ich es auch möglichst klein drucken ;)

Das Alter der Bilder unabhängig von den kleinen Bildbeschrieben neben jedem Foto zu bestimmen war relativ schwer. Natürlich hatte jede Epoche ihre Stile, ihre Technik und ihre Mode aber man könnte heute einfacher denn je ein Bild machen und es aussehen lassen wie ein Bild aus einer anderen Zeit. Es genügt ein Bild in schwarz / beige zu halten, einige Knitter und Flecken anzubringen und es in einen Rahmen zu stecken dem man vorher einige Abriebspuren und Kratzer zugefügt hat. Zudem sollte man ein mattes Papier wählen und bei der Bearbeitung desselben die Gesichter immer irgendwie auslassen. Es ist mir bei diversen Bildern aufgefallen, wie gut die Gesichter jeweils im Vergleich zum restlichen Bild erhalten geblieben sind. Woran das lag kann ich nicht sagen. Vielleicht wurden sie oft berührt und hatten deswegen eine schützende Fettschicht oder man hat die Gesichter eben nicht berührt und deswegen wurden sie nicht abgenutzt.

Die Ausstellung führte dann weiter durch die Kriegszeit, durch die Naturkunde mit Bewegungsabläufen, toten Tieren und sehr hoch auflösenden Bildern von Pflanzen bis hin zur Astrophotographie mit Bildern des Mondes deren Kopie mir heute noch Schwierigkeiten bereiten würde.

Die Ausstellung war alles in allem lehrreich und zeigte diverse spannende Aspekte über die Technik des Fotografierens von damals bis heute. Ich bin froh, brauche ich die ganzen Kenntnisse in der Chemie heute nicht mehr.



Kurstag 21

Bildbesprechung

Ein weiterer Tag im Zeichen des Blitzes.  Thor wäre neidisch.

Wie gewohnt hielten wir früh morgens die Bildbesprechung ab. Dabei besprachen wir die Hausaufgabe vom letzten Mal sowie die Bilder die wir während dem letzten Kurstag gemacht hatten. Meine Bilder waren viel zu dunkel ausgedruckt und so konnte man sie fast nicht besprechen. Dieses Problem hatte ich bis jetzt auch schon aber es war noch nie so intensiv wie an diesem Kurstag wo es vornehmlich um die Belichtung des Bildes ging. Als Reaktion darauf werde ich in Zukunft alle korrekt belichteten Bilder um 0.1 Punkte aufhellen bevor ich sie drucke. In Darktable macht das schon einen rechten Unterschied, ich hoffe auf dem Papier ebenfalls.

Ein für mich besonders wichtiger Punkt - und ich war froh hatten andere aus der Gruppe damit ebenfalls Mühe - war die Blitzfotografie in Innenräumen mit brennenden Lampen (Deckenlampen oder Stehlampen) deren Position und Lichtkegel nur bedingt beeinflusst werden können. Als Beispiel haben wir zuhause im Schlafzimmer eine Deckenlampe von Ikea. Diese verströmt ein angenehm rötliches Licht und wirft einen lustigen Schatten an die Wand. An zwei Wänden haben wir Schränke mit je einer Spiegeltür und an einer weiteren Wand haben wir Fenster. Entfesselt man nun in diesem Raum einen Blitz hat man im Vornherein keine Ahnung was dabei herauskommt. Wie reflektiert der Blitz an den Spiegeln und am Fensterglas? Wie verhält sich das Licht der Deckenlampe und so weiter. Im Wohnzimmer haben wir Halogenleuchten an der Decke. Deren Spot ist auch sicher nie dort wo man ihn gut nutzen könnte - Sonst würde er ja beim Sitzen auf dem Sofa blenden - und die kleinen Lampen werden zu heiss, als dass man sie noch verstellen könnte. Lösungen für diese Probleme findet man in der Planung des Bildes bevor die Lampen warm sind, dimmbaren Lichtern welche wenigstens ein bisschen Kontrolle an den Fotografen geben und dem altbekannten Try and Error-Verfahren.

 

Systemblitz, Farbfolien

Nach der Bildbesprechung zeigte uns Sandra Farbfolien welche sie vor ihren Blitz spannen kann, damit dessen Farbe verändert wird. Mit diesem Stilmittel wird die Lichttemperatur im Bild verändert oder es werden szenische Effekte erzielt. Dabei ist allerdings zu beachten, dass der Weissabgleich festgelegt wird und nicht auf Automatisch eingestellt ist, da er sonst den Effekt neutralisieren könnte. Bei der Arbeit mit dem Kamerablitz und dem Systemblitz muss man darauf achten, dass diese beiden Blitze nicht den gleichen Ort beleuchten, da auch dies den Effekt der Farbfolie verändern oder aufheben kann.

Als Vorbild speziell für die Arbeit mit Farbfolien nannte und Sandra Joe McNally.

 
Über ihn wahrscheinlich später mehr. Auf seiner Website finden sich sehr viele sehr spannende Bilder aus verschiedenen Bereichen der Fotografie.

 

Nach einer kurzen Theorie ging es dann erneut an die praktischen Arbeiten. Ich schnappte mir zwei Farbfolien und ging damit in den Keller um möglichst wenig unkontrollierbares Licht zu haben. Dort suchte ich mir ein Motiv und versuchte meine beiden Blitze auseinander zu halten. Dies war wiederum schwierig da mein Kamerablitz immer noch den Systemblitz auslösen muss. Die beiden Blitze müssen also eine Verbindung haben.
Meine beiden Hauptprobleme waren folgende: Einerseits hatte ich Mühe die Bereiche der beiden Blitze zu trennen. Oft gab es Überlappungen in denen dann keine Farbe mehr vorhanden war. Andererseits wollte ich das Systemblitzgerät nicht im Bild aber den Blitz von der Mitte des Bildes her. Dazu musste das Blitzgerät entweder in der Dunkelheit verschwinden oder kaum sichtbar hinter einem Objekt versteckt sein. War es aber zu gut versteckt, löste der Blitz nicht mehr aus.

Schlussendlich entschied ich mich, das Motiv mit einer Farbe anzublitzen und den Hintergrund mit einer anderen Farbe zu beleuchten. Dabei kam mir zu gute, dass der Kamerablitz im Vergleich zum Systemblitz sehr schwach ist. Bereits nach wenigen Metern hat er keinen Effekt mehr und der Systemblitz kommt mit seiner Farbe gut zur Geltung. Nun musste nur noch ein Motiv her dessen Oberfläche eine Struktur aufweist die das gefärbte Licht auch reflektiert.

 

Selbstverständlich habe ich für jedes Problem mindestens ein Beispielbild:




Theorie Bildgestaltung

Nachdem wir diese kurze Praxisaufgabe gemacht hatten, gab es die Mittagspause und dann eine Theorie zur Bildgestaltung. Dabei lag der Fokus auf den Bildern von Laszlo Moholy-Nagy diese waren zwischen den beiden Weltkriegen entstanden und zeigten Kombinationen aus Technik und Bevölkerung. Oft waren die Winkel sehr steil, die Linen schräg im Bild und die Personen unkenntlich und wie zufällig angeordnet. Nachdem wir etwas über ihn und das Bauhaus gelernt hatten, gingen wir weiter zur Bildbesprechung. Dazu bekamen wir alle eine Kopie eines seiner Bilder und mussten diese entsprechend den drei Punkten beschreiben. Ich habe dabei allein mit dem ersten Punkt eine Seite gefüllt und musste nun hören, ich solle die Dinge beim Namen nennen. Dies widersprach meiner Erinnerung an die letzte Lektion, da wir dort eingetrichtert bekommen hatten, man könne bei auf der ersten Ebene nichts benennen.

Für mich ist es einfacher, wenn ich den Dingen einen Namen geben kann. So weiss der Leser was er auf dem Bild sehen würde und muss sich nicht mit meinen komplizierten Beschreibungen der einzelnen Gegenstände befassen.

Weiter habe ich die erste und die zweite Ebene durcheinander gebracht. Für mich war klar, dass bei der Beschreibung was auf dem Bild zu sehen ist, die Positionierung der beschriebenen Gegenstände eine Rolle spielt. Nun wurde mir gesagt, die Positionierung sei erst in der zweiten Ebene zu erwähnen.

So kann ich nun zwar sagen, dass auf dem Bild eine Blume und eine Biene zu sehen sind, aber ich kann nicht sagen wo im Bild sie sich befinden. Das macht meiner Meinung nach keinen Sinn. Ich würde bei der zweiten Ebene lieber erklären, warum ich glaube, dass das Foto mit einem Makroobjektiv aufgenommen worden sei.

Bei der letzten Ebene war ich relativ sicher. Gemäss Sandra darf ich aber noch etwas weiter ausholen bei meinen Interpretationen und den Schwerpunkt mehr auf die Aussage des Bildes legen.




Kurstag 20



Bildbesprechung

Am vorherigen Kurstag war die Aufgabe gewesen, ein Portrait aus einer Zeitschrift oder aus dem Internet nach zu fotografieren. Diese Bilder wurden nun besprochen. Da ich zu dieser Zeit auf Sardinien war, hatte ich zu dieser Aufgabe keine Bilder. Folgendes konnte ich dennoch während der Bildbesprechung lernen:

Bevor man mit dem Fotografieren beginnt muss die ganze Einrichtung stimmen. Das Licht muss in der richtigen Distanz zum Standort des Modells stehen, es muss aus der richtigen Höhe kommen und die richtige Helligkeit haben. Die Aufgabe des Modells ist sehr anstrengend weshalb man es nicht unnötig sitzen lassen sollte während man noch die richtige Softbox sucht.

Um Licht zu schlucken können am Objektiv Graufilter angebracht werden. Farbfolien vor den Blitzen reduzieren die Lichtmenge ebenfalls.

Das Umfeld sollte sowohl für das Modell wie auch den Fotografen angenehm sein. Während dem Shooting sind regelmässige Pausen einzuplanen. Kinder brauchen viel mehr Pausen als Amateurmodelle, letztere brauchen mehr Pausen als Profis. Tiere sind sehr individuell.

Um ein Modell in eine bestimmte Pose bringen zu können, kann es hilfreich sein diese Pose selbst einzunehmen. Dabei wird einem der Winkel der Schultern zum Körper und die Haltung des Kopfes besser bewusst und man kann das Modell besser dirigieren. Ausserdem merkt man auch gleich wie unbequem manche Posen sind, die auf einem Bild dann gut aussehen.

Portraits sind oft stark nachbearbeitet. Das Ziel des Fotografen ist dennoch ein möglichst gutes Bild zu machen um sich die Arbeit am Computer sparen zu können.

Die Qualität des Papiers auf dem das Bild gedruckt wird, beeinflusst die Farbtemperatur des Bildes.


Systemblitze

Nach der Bildbesprechung kam ein Theorieblock über den Systemblitz. Ich hatte bis dahin noch nie mit einem Systemblitz zu tun und habe mir - als ich erfuhr, dass wir einen brauchen würden - einen Blitz von ricardo.ch gekauft welcher mit Nikon kompatibel war und im "Slave Mode" benutzt werden konnte. Es handelt sich dabei um das Modell 44 AF-2 Digital von der Firma Metz. Dieses Modell hat kein Display und gerade mal fünf Knöpfe zur Bedienung. Davon ist einer nur zum Ein- und Ausschalten.

Meine Klassenkameraden kamen mit Blitzen der selben Marke wie ihre Kamera oder chinesischen Produkten. Die meisten davon hatten einen Display und eine Vielzahl von Knöpfen und Menüeinstellungen.

In unserem Theorieblock lernten wir die Programme A (Automatik), M (Manuell), TTL (Trough the Lense) und SL (Slave) kennen. Die Namen der ersten beiden Programme sind ziemlich selbsterklärend. Mein Blitz hat nur einen Knopf für das Manuelle Programm.

Trough the Lense wird automatisch aktiviert, wenn der Blitz auf der Kamera befestigt wird. Dann kommunizieren Kamera und Blitz miteinander und der Blitz wird an die Lichtmessung der Kamera angepasst. Die Lichtmessung wird "durch die Linse" ausgeführt und deshalb heisst das Programm "Trough the Lense". An meinem Blitz gibt es einen Knopf um den TTL Modus zu starten.

Der Slave Mode wird verwendet, wenn Blitz und Kamera getrennt sind. Dadurch kann das Licht vom Blitz aus einer anderen Richtung kommen als der Blitz der Kamera. Die Blitze meiner Klassenkameraden werden dann oft durch Funksender angesteuert welche zusätzlich gekauft wurden und auf dem Blitzschuh der Kamera montiert sein müssen. Mein Blitz dagegen hat nur einen Infrarotsensor. Dieser reagiert auf den Blitz der Kamera und löst dann den Systemblitz aus. Dies funktioniert aber nur, wenn sich der eingebaute Blitz und der Sensor des Systemblitzes sehen. Ansonsten löst der Systemblitz nicht aus.

Der Slave Mode hat wie TTL einen eigenen Knopf am Blitz.

Der letzte Knopf an meinem Blitz ist jener welcher mit LED beschriftet ist. Dieser akitviert eine LED welche sich beim Sensor vorne befindet und für allerlei verwendet werden kann.

Die Blitzlampe über dem Sensor ist sowohl dreh- wie auch neigbar. Dies habe ich erst herausgefunden als Sandra uns erzählte, dass man manchmal nach hinten blitzen müsse.

Direkt über der Blitzlampe gibt es zwei Lamellen welche man ausziehen kann. Eines ist das sogenannte Weitwinkeldings (Lichtstreuer) dieses wird bei Brennweiten kleiner als 25mm verwendet um das Blitzlicht auf das gesamte Bild zu streuen. Da Brennweiten in diesem Bereich als Weitwinkel bezeichnet werden, wurde diese Klappe kurzerhand Weitwinkeldings getauft.

Die zweite Lamelle ist ein einfaches weisses Plastikblättchen. Dieses soll beim indirekten Belichten eines Gesichts eine gewisse Menge an Licht frontal nach vorne schicken um so die Augenhöhlen aufzuhellen. Beim indirekten Beleuchten wird nämlich der Blitz nach oben gerichtet wo das Licht von der Decke reflektiert wird und dann von oben herab auf das Motiv fällt. Ohne die Reflektorscheibe würden nun die Augen in dunkeln Löchern liegen.

Praxis

Nach der Theorie am Morgen gingen wir am Nachmittag nach draussen um in der Sonne unsere Blitze aus zu probieren. Während dieser Übung war ich unglaublich froh, den einfachsten Blitz der Welt zu haben. Während andere sich mit Funkverbindungen und Einstellungen herumschlugen, machte ich Fotos und als der Blitz von Bruno irgend einen Fehler hatte, gab ich ihm meinen und wir blitzten beide damit ohne etwas umstellen zu müssen. Einzig Rennie die an ihrer Kamera kein Programm für den Master Blitz hatte, konnte auch mein Blitz nicht glücklich machen.

Rückblickend finde ich den Blitz ein mega tolles Gerät. Ich werde mich aber noch einige Jahre damit auseinandersetzen müssen um dieses Mittel voll in den Griff zu bekommen.