Das Thema dieses Tages war die Bildanalyse. Dabei geht es darum, ein Bild in drei Schritten zu beschreiben. Bisher habe ich noch nie etwas davon gehört - ganz im Gegensatz zu meinen Klassenkameraden welche sich mit langjähriger Erfahrung brüsteten. Allerdings gibt es - so Sandra - verschiedene Methoden, ein Bild zu analysieren und meine Klassenkameraden haben wohl alle andere Modelle als das vorgestellte Semiotische Modell gelernt denn wirklich können tat es keiner.
Beim semiotischen Modell wird das Bild in drei Schritten analysiert. Der erste Schritt heisst Syntaktik. In diesem Schritt beschreibt man den Inhalt des Bildes. Das heisst es wird nur beschrieben was zweifelsfrei erkannt werden kann und was von einer Person aus einem anderen Kulturkreis gleich beschrieben werden würde. Der Einfachheit halber will ich mir angewöhnen immer vom Motiv aus zu starten. Ein eigentliches System wo man anfängt und wo man aufhört kann man sich aber fast nicht zurecht legen, da für jedes System ein Bild kommt, bei dem es nicht funktioniert.
Der zweite Schritt, die Semantik, beschreibt den formalen Aufbau des Bildes. Welches Format wurde gewählt, wie stehen die Objekte zueinander, was ist scharf, was ist unscharf und so weiter. Die Unterscheidung der ersten zwei Schritte fällt mir recht schwer obschon sie eigentlich klar wäre. Während im ersten Schritt nur beschrieben wird was da ist, wird im zweiten beschrieben wie es aufgenommen wurde. Dennoch schaffe ich es, die beiden Schritte immer wieder zu vermischen.
Der dritte Schritt, die Pragmatik, zeigt die Bedeutung der verschiedenen Elemente im Bild. Dieser Schritt war für mich der schwierigste und ich liess mich von Worten wie "Bedeutung" und "Interpretation" in die Irre führen. Anstatt nämlich das Bild weiter zu beschreiben und einen streng wissenschaftlichen Weg beizubehalten, begab ich mich in die Tiefen der Poesie und versuchte Bedeutungen von Zeichen, Ausdrücken und Farben zu beschreiben. Ein romantischer aber in diesem Moment völlig nutzloser Ansatz. Erst als ich mir nach dem Kurstag weitere Gedanken zu diesem Schritt gemacht habe, wurde mir klar, was ich zu tun habe. Ich muss beschreiben welche Elemente das Bild beeinflussen und wie sie dies tun. Eine Tomate weist nicht auf Gefahr hin, nur weil sie rot ist. Sie kann aber aus dem Bild herausstechen, den Blick des Betrachters anziehen oder auf ein Objekt lenken.
Die Bildanalyse ist ein schwieriges Thema aber ich denke mit etwas Übung sollte es machbar sein. Sie ist zudem relativ nahe an meinem Berufsalltag bei dem es häufig darum geht, objektiv aufzuschreiben was man gerade sieht oder gesehen hat. Auf die nächste Lektion hat sich die Klasse selbst die Aufgabe gegeben, eine Bildanalyse vorzubereiten und vorzustellen. So wollen wir mehr Sicherheit in diesem Thema erreichen.
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