Samstag, 16. Januar 2021

Kurstag 28


Diplomarbeit

Der letzte Kurstag vom Aufbaumodul begann mit einem kurzen Ausblick auf die Diplomarbeit. Wir wurden von Sandra aufgefordert, uns verschiedene Projekte zu überlegen, welche für uns als Diplomarbeit in Frage kämen. Diese sollten wir dann am 16. Januar, dem ersten Tag vom Abschlussmodul, vorstellen. Sandra riet uns, die Projekte bereits möglichst klar zu definieren, damit wir ein möglichst klares Ziel vor Augen hätten mit dem wir dann direkt die Diplomarbeit anfangen könnten. Zudem sollten wir darauf achten, dass unsere Ziele auch umsetzbar seien. Letztes Jahr hätten Kursteilnehmer Projekte in der Stadt machen wollen, die dann durch den Lockdown verunmöglicht wurden.

Für mich ist das ganze noch arg schwierig, da ich keine Ahnung habe wie man ein solches Projekt schreibt und worauf man achten muss. Ich habe einige Ideen bereits im vorherigen Blog aufgeschrieben und bin natürlich weiterhin daran, Ideen zu sammeln aber es ist alles noch wage und undefiniert. Sandra wird uns wohl am 16. dann sagen was wir zu tun haben.


Bildbesprechung

Während der letzten Lektion mit Sandra haben wir die Actionfotos bei denen wir Objekte in ein Wasserglas fallen gelassen haben, gemacht. Diese besprachen wir nun.

Ein Punkt war, dass Wasser auf dem Tisch / Untergrund lag, sobald der erste Gegenstand ins Wasser gefallen war. Sandra riet uns, eine Klarsichtfolie auf den Untergrund zu legen. Dadurch hätte man von Anfang an einen glänzenden Untergrund, Papier würde nicht aufgeweicht oder die Farbe verändern und es wäre einfach zu reinigen. Man müsse aber dennoch die Bereitschaft mitbringen eine Schweinerei zu veranstalten und diese dann auch zu putzen. Nur so wäre man ungehemmt genug, um ein gutes Foto zu machen.

Anscheinend waren wir ungehemmt gewesen denn die meisten Kursteilnehmer, mich eingeschlossen, hatten mindestens ein gutes Foto. Viele hatten sogar ein sehr gutes Bild.

Als Nagel aus der Lektion nehme ich verschiedenes mit:

Die Oberfläche des fallenden Gegenstandes muss eine Struktur haben. Während dem Einkaufen vor der Lektion stach mir eine Schachtel mit gefärbten Eiern ins Auge. Diese hatten eine Art Batikmuster auf der Schale. Ich kaufte die Schachtel mit entsprechend grossen Erwartungen und war dann etwas enttäuscht, als die flache Schale mit dem farbigen Muster nicht so recht zur Geltung kam. Ganz im Gegensatz zu der unebenen aber einfarbigen Schale der Litschi meiner Tischnachbarin. Diese kam zur Geltung und war deutlich spannender anzusehen.

Zudem muss bei dieser Übung der manuelle Fokus eingeschaltet sein. Der Autofokus ist da zu langsam. Das Motiv fällt ja ins Bild hinein und bildet eine eigene Schärfenebene. Die Kamera bereitet die Aufnahme des Bildes aber bereits Sekunden vorher vor und löst dann aus, ohne dem neu aufgetauchten Motiv weiter Beachtung zu schenken. Dadurch ist entweder der Voder- oder der Hintergrund scharf, nicht aber das Motiv.

Die Bildbesprechung ging dann noch einen Moment weiter und es kamen noch viele gute Ideen, welche ich mir natürlich aufgeschrieben habe und welche durchaus spannend wären. Da die Aufgabe aber relativ schnell gut gelöst werden konnte, werde ich mich eher jenen widmen die mir mehr Mühe bereitet hatten.


Makrofotografie

Nach der Bildbesprechung ging es mit dem Thema des Tages weiter. Dieses war die Makrofotografie.

In meinem grandiosen Fotografie-Inventar befindet sich leider kein Markoobjektiv und ganz ehrlich, ich werde mir wohl auch keines kaufen bis nicht ein entsprechend grosser Auftrag kommt, der mit einem solchen Objektiv bestritten werden muss.

Im Internet habe ich mich vorgängig etwas umgesehen. Makroobjektive sind bereits ab einigen hundert Franken erhältlich und können in verschiedenen Brennweiten gekauft werden. Ihr Vorteil ist die geringe Naheinstellgrenzen die dem Fotografen erlaubt, nahe an das Motiv heran zu gehen und grössere Abbildungsmasstäbe zu erreichen. Ein Nachteil ist aber der Autofokus welcher aufgrund des grösseren Verstellbereiches deutlich langsamer arbeitet als in herkömmlichen Objektiven.

Makroobjektive sind zudem oft gross und schwer.

Für mich müssen Objektive leicht und schnell sein. Ich will die Kamera aus der Tasche nehmen und unvermittelt Bilder aufnehmen. Ein langsames und schweres Objektiv belastet das Gesamtgewicht meiner Ausrüstung unnötig und ist am Ende nicht zielführend. Dies waren am Ende meiner Suche die Gründe, warum ich kein Makroobjektiv kaufen wollte.

Sandra hat uns am vorletzten Kurstag, also einen Kurstag bevor wir die Makrofotografie behandelt haben, gesagt, dass zur Not auch eine Festbrennweite mit geringer Naheinstellgrenze funktionieren würde. Ich ging darauf hin in mich und suchte nach meinem 35mm Objektiv, welches ich mir zu Beginn des Kurses gekauft hatte und bemerkte, was für ein unglaublich ungebildeter Mensch ich bin.

 

Exkurs Objektive / Kleinbild und Vollformat

Der Sensor einer Kamera bestimmt die Auflösung des aufgenommenen Bildes. Je grösser der Sensor, desto höher die Auflösung und desto "schwerer" das Bild als Datei.

Als ich den CAS-Lehrgang begann, verwendete ich die Nikon D3100 meiner Freundin. Das ist eine sehr kleine, kompakte Kamera mit einem Kleinbildsensor und einem F-Bajonett. Nach dem Grundmodul kaufte ich mir eine Nikon D750. Das ist eine deutlich grössere und schwerere Kamera mit einem Vollbildsensor und einem F-Bajonett.

Da nun beide Kameras ein F-Bajonett haben, kann ich alle meine Objektive auf beiden Kameras verwenden. Da aber die Sensoren unterschiedlich gross sind, haben die Objektive je nach Kamera andere Brennweiten. Das wurde mir einmal so erklärt:

Je kleiner der Sensor ist, desto steiler muss das Licht durch das Objektiv einfallen um noch verwendet zu werden. Sprich je kleiner der Sensor desto frontaler muss das aufgenommene Motiv sein. Montiert man nun beide Kameras gleich weit weg vom Motiv und verwendet die gleichen Einstellungen und das gleiche Objektiv wird der kleinere Sensor logischerweise auch einen kleineren Bildausschnitt abbilden.

Damals habe ich verstanden, dass der kleinere Sensor sich so verhält als wäre die Brennweite etwa 20% grösser als jene der Vollformatkamera. Aufgrund dieser Rechnung habe ich mir damals ein 35mm Objektiv für meine Kleinbildkamera gekauft. Dann rannte ich durch die Welt und erzählte jedem der es hören wollte oder der nicht schnell genug weggerannt ist, ich hätte zwar ein 35mm Objektiv auf meiner Kamera, da diese aber einen Kleinbildsensor habe, hätte ich ungefähr den gleichen Bildausschnitt wie mit einem 50mm Objektiv...

Als ich mich nun auf die Makrofotografie vorbereitet habe, holte ich meine Festbrennweite hervor und wollte, mit meinem Normalobjektiv, die Makroaufnahmen machen. Dabei stellte ich aber völlig überrascht fest, dass die 35mm Brennweite ein kleines "DX" im Namen trägt und somit auf den Kleinbildsensor ausgerichtet ist. Ich rannte also mit meinem Weitwinkelobjektiv durch die Welt und machte Weitwinkelbilder im Glauben ich hätte das Prinzip begriffen.

Würde ich dieses Objektiv nun auf der Vollbildkamera verwenden, würde sie automatisch nur einen Teil des Sensors verwenden, da das Objektiv nicht genügend Licht einlässt um den ganzen Sensor ausreichend zu belichten. Ich würde also weiterhin das 35mm Objekiv als genau das verwenden. Würde ich die Funktion mit dem automatischen Umschalten ausschalten, hätte ich weiterhin keine Normalbrennweite sondern ein noch grösseres Weitwinkelobjektiv mit wahrscheinlich relativ schlechten Eigenschaften an den Bildrändern.

Merke für die Zukunft:

Da alle Objektive mit F-Bajonett auf alle Kameras mit demselben passen, müssen die in Zukunft gekauften Objektive alle auf Vollformat ausgelegt sein. So kann ich sie mit einer höheren Brennweite auf der kleinen Kamera verwenden ohne Qualität zu verlieren.

Exkurs beendet

 

Da ich nun die Festbrennweite nicht für meine Makrofotografie verwenden wollte, versuchte ich mich mit meinem normalen Zoomobjektiv. Dies hat eine Naheinstellgrenze von etwa einem halben Meter und liefert eher schwache Resultate, wenn ich näher ans Motiv herangehe. Ich versuchte das mit Zoom und Blende so gut als möglich zu kaschieren aber es kommt nicht an die Leistung eines Makroobjektives heran.

Meine Idee war, die Schlümpfe durch einen Dschungel gehen zu lassen in dem der Tiger lauert. Dazu habe ich meinen Lavendel genommen und als erstes versucht, die Schlümpfe durch den Topf gehen zu lassen. Das wirkte übermässig flach. Danach habe ich vom Lavendel abgeschnitten und die Stängel mit den Blättern auf grünes Seidenpapier gelegt.


 

 

Während dem Kurstag gab mir Sandra den Hinweis, dass ich zu wenig Vorder- und Hintergrund habe. Dadurch würden die Bilder flach wirken. Ich ging dann in den nächsten Blumenladen und kaufte dort "Steckschaum". Das ist diese grüne Masse in welche man Blumen stecken kann. In diese habe ich dann meine Lavendelstängel gesteckt und so einen halbwegs akzeptablen Dschungel bekommen.

Nach dem Kurstag ist mir aufgefallen, dass unsere Vorbilder jeweils kleine Figuren auf normalgrossen Objekten aufgestellt hatten. Dadurch wurde die Grösse der Figuren erst ersichtlich. Da das bei meinem Lavendel nicht der Fall war, habe ich mir ein neues Konzept überlegt und den Wald dann aus Besteck gemacht welches ich durch grünes Seidenpapier in den Steckschaum gesteckt habe.

Der Effekt war ok. Ein Problem ist, dass der Hintergrund weiterhin grün sein muss, damit man den Waldeffekt hat, im Vordergrund aber nichts grün ist. Eigentlich müsste der Hintergrund nun edelstahlfarben sein.

Ein Problem blieb nach wie vor die Unterteilung in Vorder-, Mittel- und Hintergrund. Ich hatte fast zu wenig Steckschaum und Besteck um meinen Wald gross genug zu machen.

Nach diversen Versuchen mit Licht und Anordnung habe ich schliesslich den Wald um 90° gedreht. Dadurch Verschwand die Lichtung in der Mitte und der Wald wurde tiefer. Die Kamera kam dann etwas weiter weg und ich arbeitete mehr mit Zoom. So gelang mir schlussendlich eine für mich zufriedenstellende Aufnahme.

 

 







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