Während unserer Ausbildung zu glamourösen Fotografen behandelten wir wiederholt das Programm "Lightroom" von Adobe.
Das Programm wird vorwiegend dazu verwendet, Bilder zu sortieren, zu archivieren und kleinere Bearbeitungen direkt vorzunehmen. Allerdings kostet das Programm schlanke 10.- bis 20.- Franken pro Monat oder einmalig etwas über 100.- Franken für eine abgespeckte Version.
Als begeisterter Open Source - User habe ich mich daher nach einer Alternative umgesehen und diese in "Darktable" gefunden. Darktable bietet ein ähnliches Konzept wie Lightroom, kostet aber nichts und wird dennoch regelmässig verbessert.
Bei meiner ersten Arbeit mit Darktable ist mir ein Unterschied sofort aufgefallen: Darktable erstellt keine Bibliotheken mit meinen Bildern. Ich muss mir selber Ordner und Unterordner erstellen und die Bilder dann entsprechend darin ablegen um kein Durcheinander zu bekommen. Lightroom ordnet die Bilder in Bibliotheken und nimmt mir so diese Arbeit bereits ab.
Sobald wir aber in der Arbeitsmaske sind, ähneln sich die beiden Programme recht stark. Beide bieten eine Übersicht über die ausgewählte Filmrolle mit der Möglichkeit bereits Fotos mit Sternen zu bewerten oder Farben zuzuordnen. Beide haben die Möglichkeit, ein einzelnes Bild anzuwählen und dieses dann genauer zu betrachten, auch wenn die jeweiligen Reiter dazu unterschiedlich benannt sind.
In der Einzelansicht können Bearbeitungen durchgeführt werden wie zum Beispiel das Korrigieren des Weissabgleichs, Anpassungen bei der Farbgebung und so weiter. Hier ist Darktable deutlich weniger Benutzerfreundlich. Als User kämpft man sich teilweise recht lange durch hausgemachte Tutorials die mehr oder weniger präzise auf den Punkt kommen und oft leicht chaotisch aufgebaut sind. Lightroom hat hier natürlich High End Tutorials und Kundenservice und so weiter.
Von den Bearbeitungsmöglichkeiten her sind - für mich als neuer User - beide Programme etwa gleich. Sobald man herausgefunden hat wie, kann man alles mögliche mit seinen Bildern machen, behält dabei jedoch das unveränderte Original als .raw, bis man die geänderte Version aus dem Programm exportiert. Darktable speichert dabei eine Datei mit dem gleichen Namen wie das Bild in den Ordner mit dem Bild. Diese kann man direkt einsehen und mit den nötigen Kenntnissen auch verändern. Das wird von Lightroom nicht angeboten. Die Veränderungen der Bilder sind irgendwo in den Tiefen des Programmes gespeichert und niemand soll daran irgendetwas basteln.
Als Fazit kann ich nun folgendes sagen: Lightroom hat eine deutlich benutzerfreundlichere Oberfläche und bietet mehr Unterstützung bei Problemen, verlangt aber auch haufenweise Geld und lässt den User wirklich nur auf der Oberfläche arbeiten.
Darktable dagegen baut auf die Fähigkeiten des Users auf, sich selber zurecht zu finden, bietet genau so viele Funktionen und kostet nichts.
Für mich persönlich ist Darktable das bessere Programm. Ich habe mich inzwischen soweit damit auseinandergesetzt, dass ich nicht mehr ewig im Internet suchen muss und fühle mich sicher. Allerdings benutze ich inzwischen Bildbearbeitungsprogramme für .raw, wenn ich etwas verändern will, damit ich den Schritt des Exportierens umgehen kann. So kann ich alles machen, was ich will und muss nicht in der Hälfte das Programm wechseln.
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