Nachdem wir das letzte Mal ja die Porträts gemacht hatten, ging es diesen Samstag ans Besprechen derselben. Da aber das letzte Mal nur eine Woche zurücklag hatten ich und mein Modell keine Zeit für weitere Bilder gefunden und die Bilder vom letzten Samstag entsprachen mir nicht, so dass ich an dieser Bildbesprechung keine eigenen Werke beitragen konnte. Damit aber die anderen Kursteilnehmer aus ihren Bildern etwas lernen konnten, wurden folgende Fragen gestellt:
- Wie fallen die Schatten im Gesicht und wie wirkt das?
- Wie verhält sich das Licht um die Augen?
- Wurde das Modell von seiner Schokoladenseite aufgenommen?
- Wie wirkt die Haltung des Modells?
- Was wurde fokussiert?
- Was ist nebst dem Modell zu sehen und wie wirkt es?
- Woher kommt das Licht?

Bei diesen drei Bildern kommt das Licht jeweils von unten. Die Schatten fallen stark ins Gesicht und wirken unnatürlich und dadurch unheimlich. Gerade das Licht welches senkrecht von unten auf das Gesicht fällt und dadurch die Augen je nach Winkel fast verschwinden lässt oder wie hier seltsam umrahmt wird ihn einschlägigen Filmen oft verwendet um ein Gesicht besonders schaurig erscheinen zu lassen.
In dieser "Lichtstudie" wurde das Gesicht des Modells bewusst isoliert da es mit einer Taschenlampe selber das Licht auf sein Gesicht richten musste. Bei den Bildern mit Licht von unten stellt das noch kein Problem dar. Bei den Bildern mit Licht von oben hätte man sonst noch einen Arm im Bild.

Bei diesen beiden Bildern traf das Licht jeweils waagerecht auf das Gesicht. Dadurch kommen wir wider zu meinem häufigsten Problem - dem Belichtungsunterschied. Entweder wird die beleuchtete Hälfte des Gesichts richtig belichtet und die andere Seite wird zu dunkel oder die schattige Seite wird richtig belichtet und dafür ist die beleuchtete Seite zu hell.
In beiden Fällen haben wir ausgeprägte Schatten im Gesicht welche sich schlecht auf einem Porträt machen. Man könnte sie höchstens als Stilmittel einsetzen um eine Person geheimnissvoll erscheinen zu lassen.
Das Bild mit dem Licht gerade ins Gesicht des Modells wurde nicht aufgenommen da das Modell sonst geblendet worden wäre und die Augen unschön zusammengekniffen oder geschlossen hätte. Eine brauchbare Aufnahme wäre mit einem Schirm oder indirektem Licht möglich. Das Gesicht würde aber flach wirken und keine Schatten haben.
Auf diesen Bildern auch noch ersichtlich sind die Schatten an der Wand. Diese können vermieden werden, wenn das Modell einige Schritte von der Wand weg steht. Dazu müsste aber die Wand über eine grössere Fläche einen guten Hintergrund darstellen.
Fällt das Licht von oben auf das Gesicht wirkt dieses am natürlichsten. So sind wir es uns von der Sonne her gewohnt. Fällt das Licht aber zu steil auf das Gesicht werden wieder Schatten sichtbar.
Auf diesem Bild auch gut sichtbar ist der veränderte Ausdruck des Modells welches langsam aber sicher zur Arbeit sollte und dem ewigen halten der Taschenlampe langsam überdrüssig wird. Die Beziehung zwischen dem Fotografen und dem Modell sowie der Gemütszustand des Modells sind auf den Bildern jeweils ersichtlich und beeinflussen das Ergebnis. Dementsprechend müssen genügend Pausen sowie allenfalls Verpflegung eingeplant werden. Eine gute Kommunikation ist ebenfalls hilfreich.
Durch das Licht von vorne auf das Modell herab wird das Gesicht optimaler ausgeleuchtet. Die Schatten unter den Wangenknochen sind sanft und betonen das Gesicht. Der Schatten unter der Nase wurde so gut als möglich mit dem Winkel des Lichts vermieden. Da das Modell einige Schritte von der Wand weg steht sind keine Schatten an letzterer sichtbar.
Hier wirkt das Modell zudem schon wieder deutlich entspannter was wohl daran liegt, dass nun der Fotograf die Taschenlampe hält. Dafür ist das Bild unscharf. Man kann nicht alles haben.
Vom Gestalterischen her müsste das Gesicht etwas höher im Bild sein. So wie es sich hier darstellt wirkt es, als würde man auf das Modell herab schauen. Zudem dürfte über dem Kopf noch etwas mehr Platz sein. So wirkt das Modell eingeengt.
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| Modell beleuchtet sich selbst |
Farbtheorie
Nach der Bildbesprechung ging es weiter mit dem Thema Farbtheorie. Ein Thema welches mir gänzlich fremd ist und bei dem mir bereits der Lehrer in der Grundschule grosse Inkompetenz attestiert hat.
Was ich während dem Kurs verstanden habe ist, dass es zwei Farbkreise gibt. Der eine für alles was anfassbar ist wird CMYK genannt. Dies bedeutet Cyan, Magenta, Yellow und Kblack... Cyan ist bläulich, Magenta violett und Yellow ist gelb. Schwarz wird benötigt, da dieser Farbkreis Subtraktiv ist. Das heisst, wenn man alle Farben mischt erhält man Weiss. Wie das genau gehen soll entzieht sich meiner Kenntnis. Wenn ich alle Farben mische erhalte ich eine grau - braune Sauce und ein böses Wort von der Besitzerin der Farben.
Viel logischer erscheint mir da da der zweite Farbkreis. Er wird RGB (Rot, Grün, Blau) genannt und wird an Bildschirmen verwendet. Dieser Farbkreis ist Additiv sprich wenn man alle Farben mischt erhält man Schwarz. Daher benötigt er auch kein zusätzliches Kblack.
Gemäss Sandra geht einem der Farbkreis mit der Zeit ins Blut über. Mir fällt er bisher noch schwer aber ich werde mir irgend ein System zurechtlegen um damit klar zu kommen.



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