Am Sonntag, 04.10.2020 besuchten meine Partnerin und ich das Kunstmuseum Basel, speziell die Ausstellung "The Incredible World of Photography". Bei dieser Ausstellung handelte es sich um eine Auswahl aus der Ruth und Peter Herzog Collection. Dabei wurden rund vierhundert Bilder ausgestellt welche diverse Bereiche der Fotografie abdeckten und aus ganz verschiedenen Epochen kamen. Dazu gab es Informationen in Textform welche mit Beamern an die Wände projiziert wurden.
Bei der Ausstellung haben mich die ganzen Texte kaum interessiert. Es handelte sich nicht um Informationen zu den Bildern und was darauf zu sehen war sondern eher um Aussagen der beiden Sammler welche ihre Bewunderung für die Fotografie zum Ausdruck brachten.
Die Bilder wiederum waren spannender. Die erste Reihe war eine Serie von alten Familienbildern. Die Personen wirkten verkrampft und sehr ernst, trugen ihre feinsten Kleider und hatten irgendwelche Gegenstände bei sich die im Bild fremd wirkten. In den Bilderklärungen wurde dann erläutert, dass man zu dieser Zeit relativ lange reglos vor der Kamera stehen musste. Würde man dabei Lächeln müsste dieses immer gleich bleiben und so riet man den Modellen stattdessen ein neutrales Gesicht zu wahren. Die Gegenstände waren Dinge die dem jeweiligen Träger lieb und teuer waren. So kam das blinde Mädchen mit ihrem Akkordeon oder ein Mann trug einen Hammer.
Es hatte auch einige Aufnahmen mit Tieren aus dieser Epoche allerdings waren diese oft unscharf da sich das Tier zu fest bewegt hatte.
Ebenfalls auffallend war die geringe Grösse der Aufnahmen. Es waren maximal Postkarten, meist aber kleinere Formate. So konnte man wahrscheinlich auch noch etwas von der Unschärfe kaschieren. Sollte ich in Zukunft im Kurs ein ungewollt unscharfes Bild mitbringen müssen, werde ich es auch möglichst klein drucken ;)
Das Alter der Bilder unabhängig von den kleinen Bildbeschrieben neben jedem Foto zu bestimmen war relativ schwer. Natürlich hatte jede Epoche ihre Stile, ihre Technik und ihre Mode aber man könnte heute einfacher denn je ein Bild machen und es aussehen lassen wie ein Bild aus einer anderen Zeit. Es genügt ein Bild in schwarz / beige zu halten, einige Knitter und Flecken anzubringen und es in einen Rahmen zu stecken dem man vorher einige Abriebspuren und Kratzer zugefügt hat. Zudem sollte man ein mattes Papier wählen und bei der Bearbeitung desselben die Gesichter immer irgendwie auslassen. Es ist mir bei diversen Bildern aufgefallen, wie gut die Gesichter jeweils im Vergleich zum restlichen Bild erhalten geblieben sind. Woran das lag kann ich nicht sagen. Vielleicht wurden sie oft berührt und hatten deswegen eine schützende Fettschicht oder man hat die Gesichter eben nicht berührt und deswegen wurden sie nicht abgenutzt.
Die Ausstellung führte dann weiter durch die Kriegszeit, durch die Naturkunde mit Bewegungsabläufen, toten Tieren und sehr hoch auflösenden Bildern von Pflanzen bis hin zur Astrophotographie mit Bildern des Mondes deren Kopie mir heute noch Schwierigkeiten bereiten würde.
Die Ausstellung war alles in allem lehrreich und zeigte diverse spannende Aspekte über die Technik des Fotografierens von damals bis heute. Ich bin froh, brauche ich die ganzen Kenntnisse in der Chemie heute nicht mehr.
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