Montag, 12. Oktober 2020

Kurstag 21

Bildbesprechung

Ein weiterer Tag im Zeichen des Blitzes.  Thor wäre neidisch.

Wie gewohnt hielten wir früh morgens die Bildbesprechung ab. Dabei besprachen wir die Hausaufgabe vom letzten Mal sowie die Bilder die wir während dem letzten Kurstag gemacht hatten. Meine Bilder waren viel zu dunkel ausgedruckt und so konnte man sie fast nicht besprechen. Dieses Problem hatte ich bis jetzt auch schon aber es war noch nie so intensiv wie an diesem Kurstag wo es vornehmlich um die Belichtung des Bildes ging. Als Reaktion darauf werde ich in Zukunft alle korrekt belichteten Bilder um 0.1 Punkte aufhellen bevor ich sie drucke. In Darktable macht das schon einen rechten Unterschied, ich hoffe auf dem Papier ebenfalls.

Ein für mich besonders wichtiger Punkt - und ich war froh hatten andere aus der Gruppe damit ebenfalls Mühe - war die Blitzfotografie in Innenräumen mit brennenden Lampen (Deckenlampen oder Stehlampen) deren Position und Lichtkegel nur bedingt beeinflusst werden können. Als Beispiel haben wir zuhause im Schlafzimmer eine Deckenlampe von Ikea. Diese verströmt ein angenehm rötliches Licht und wirft einen lustigen Schatten an die Wand. An zwei Wänden haben wir Schränke mit je einer Spiegeltür und an einer weiteren Wand haben wir Fenster. Entfesselt man nun in diesem Raum einen Blitz hat man im Vornherein keine Ahnung was dabei herauskommt. Wie reflektiert der Blitz an den Spiegeln und am Fensterglas? Wie verhält sich das Licht der Deckenlampe und so weiter. Im Wohnzimmer haben wir Halogenleuchten an der Decke. Deren Spot ist auch sicher nie dort wo man ihn gut nutzen könnte - Sonst würde er ja beim Sitzen auf dem Sofa blenden - und die kleinen Lampen werden zu heiss, als dass man sie noch verstellen könnte. Lösungen für diese Probleme findet man in der Planung des Bildes bevor die Lampen warm sind, dimmbaren Lichtern welche wenigstens ein bisschen Kontrolle an den Fotografen geben und dem altbekannten Try and Error-Verfahren.

 

Systemblitz, Farbfolien

Nach der Bildbesprechung zeigte uns Sandra Farbfolien welche sie vor ihren Blitz spannen kann, damit dessen Farbe verändert wird. Mit diesem Stilmittel wird die Lichttemperatur im Bild verändert oder es werden szenische Effekte erzielt. Dabei ist allerdings zu beachten, dass der Weissabgleich festgelegt wird und nicht auf Automatisch eingestellt ist, da er sonst den Effekt neutralisieren könnte. Bei der Arbeit mit dem Kamerablitz und dem Systemblitz muss man darauf achten, dass diese beiden Blitze nicht den gleichen Ort beleuchten, da auch dies den Effekt der Farbfolie verändern oder aufheben kann.

Als Vorbild speziell für die Arbeit mit Farbfolien nannte und Sandra Joe McNally.

 
Über ihn wahrscheinlich später mehr. Auf seiner Website finden sich sehr viele sehr spannende Bilder aus verschiedenen Bereichen der Fotografie.

 

Nach einer kurzen Theorie ging es dann erneut an die praktischen Arbeiten. Ich schnappte mir zwei Farbfolien und ging damit in den Keller um möglichst wenig unkontrollierbares Licht zu haben. Dort suchte ich mir ein Motiv und versuchte meine beiden Blitze auseinander zu halten. Dies war wiederum schwierig da mein Kamerablitz immer noch den Systemblitz auslösen muss. Die beiden Blitze müssen also eine Verbindung haben.
Meine beiden Hauptprobleme waren folgende: Einerseits hatte ich Mühe die Bereiche der beiden Blitze zu trennen. Oft gab es Überlappungen in denen dann keine Farbe mehr vorhanden war. Andererseits wollte ich das Systemblitzgerät nicht im Bild aber den Blitz von der Mitte des Bildes her. Dazu musste das Blitzgerät entweder in der Dunkelheit verschwinden oder kaum sichtbar hinter einem Objekt versteckt sein. War es aber zu gut versteckt, löste der Blitz nicht mehr aus.

Schlussendlich entschied ich mich, das Motiv mit einer Farbe anzublitzen und den Hintergrund mit einer anderen Farbe zu beleuchten. Dabei kam mir zu gute, dass der Kamerablitz im Vergleich zum Systemblitz sehr schwach ist. Bereits nach wenigen Metern hat er keinen Effekt mehr und der Systemblitz kommt mit seiner Farbe gut zur Geltung. Nun musste nur noch ein Motiv her dessen Oberfläche eine Struktur aufweist die das gefärbte Licht auch reflektiert.

 

Selbstverständlich habe ich für jedes Problem mindestens ein Beispielbild:




Theorie Bildgestaltung

Nachdem wir diese kurze Praxisaufgabe gemacht hatten, gab es die Mittagspause und dann eine Theorie zur Bildgestaltung. Dabei lag der Fokus auf den Bildern von Laszlo Moholy-Nagy diese waren zwischen den beiden Weltkriegen entstanden und zeigten Kombinationen aus Technik und Bevölkerung. Oft waren die Winkel sehr steil, die Linen schräg im Bild und die Personen unkenntlich und wie zufällig angeordnet. Nachdem wir etwas über ihn und das Bauhaus gelernt hatten, gingen wir weiter zur Bildbesprechung. Dazu bekamen wir alle eine Kopie eines seiner Bilder und mussten diese entsprechend den drei Punkten beschreiben. Ich habe dabei allein mit dem ersten Punkt eine Seite gefüllt und musste nun hören, ich solle die Dinge beim Namen nennen. Dies widersprach meiner Erinnerung an die letzte Lektion, da wir dort eingetrichtert bekommen hatten, man könne bei auf der ersten Ebene nichts benennen.

Für mich ist es einfacher, wenn ich den Dingen einen Namen geben kann. So weiss der Leser was er auf dem Bild sehen würde und muss sich nicht mit meinen komplizierten Beschreibungen der einzelnen Gegenstände befassen.

Weiter habe ich die erste und die zweite Ebene durcheinander gebracht. Für mich war klar, dass bei der Beschreibung was auf dem Bild zu sehen ist, die Positionierung der beschriebenen Gegenstände eine Rolle spielt. Nun wurde mir gesagt, die Positionierung sei erst in der zweiten Ebene zu erwähnen.

So kann ich nun zwar sagen, dass auf dem Bild eine Blume und eine Biene zu sehen sind, aber ich kann nicht sagen wo im Bild sie sich befinden. Das macht meiner Meinung nach keinen Sinn. Ich würde bei der zweiten Ebene lieber erklären, warum ich glaube, dass das Foto mit einem Makroobjektiv aufgenommen worden sei.

Bei der letzten Ebene war ich relativ sicher. Gemäss Sandra darf ich aber noch etwas weiter ausholen bei meinen Interpretationen und den Schwerpunkt mehr auf die Aussage des Bildes legen.




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