Montag, 12. Oktober 2020

Kurstag 20



Bildbesprechung

Am vorherigen Kurstag war die Aufgabe gewesen, ein Portrait aus einer Zeitschrift oder aus dem Internet nach zu fotografieren. Diese Bilder wurden nun besprochen. Da ich zu dieser Zeit auf Sardinien war, hatte ich zu dieser Aufgabe keine Bilder. Folgendes konnte ich dennoch während der Bildbesprechung lernen:

Bevor man mit dem Fotografieren beginnt muss die ganze Einrichtung stimmen. Das Licht muss in der richtigen Distanz zum Standort des Modells stehen, es muss aus der richtigen Höhe kommen und die richtige Helligkeit haben. Die Aufgabe des Modells ist sehr anstrengend weshalb man es nicht unnötig sitzen lassen sollte während man noch die richtige Softbox sucht.

Um Licht zu schlucken können am Objektiv Graufilter angebracht werden. Farbfolien vor den Blitzen reduzieren die Lichtmenge ebenfalls.

Das Umfeld sollte sowohl für das Modell wie auch den Fotografen angenehm sein. Während dem Shooting sind regelmässige Pausen einzuplanen. Kinder brauchen viel mehr Pausen als Amateurmodelle, letztere brauchen mehr Pausen als Profis. Tiere sind sehr individuell.

Um ein Modell in eine bestimmte Pose bringen zu können, kann es hilfreich sein diese Pose selbst einzunehmen. Dabei wird einem der Winkel der Schultern zum Körper und die Haltung des Kopfes besser bewusst und man kann das Modell besser dirigieren. Ausserdem merkt man auch gleich wie unbequem manche Posen sind, die auf einem Bild dann gut aussehen.

Portraits sind oft stark nachbearbeitet. Das Ziel des Fotografen ist dennoch ein möglichst gutes Bild zu machen um sich die Arbeit am Computer sparen zu können.

Die Qualität des Papiers auf dem das Bild gedruckt wird, beeinflusst die Farbtemperatur des Bildes.


Systemblitze

Nach der Bildbesprechung kam ein Theorieblock über den Systemblitz. Ich hatte bis dahin noch nie mit einem Systemblitz zu tun und habe mir - als ich erfuhr, dass wir einen brauchen würden - einen Blitz von ricardo.ch gekauft welcher mit Nikon kompatibel war und im "Slave Mode" benutzt werden konnte. Es handelt sich dabei um das Modell 44 AF-2 Digital von der Firma Metz. Dieses Modell hat kein Display und gerade mal fünf Knöpfe zur Bedienung. Davon ist einer nur zum Ein- und Ausschalten.

Meine Klassenkameraden kamen mit Blitzen der selben Marke wie ihre Kamera oder chinesischen Produkten. Die meisten davon hatten einen Display und eine Vielzahl von Knöpfen und Menüeinstellungen.

In unserem Theorieblock lernten wir die Programme A (Automatik), M (Manuell), TTL (Trough the Lense) und SL (Slave) kennen. Die Namen der ersten beiden Programme sind ziemlich selbsterklärend. Mein Blitz hat nur einen Knopf für das Manuelle Programm.

Trough the Lense wird automatisch aktiviert, wenn der Blitz auf der Kamera befestigt wird. Dann kommunizieren Kamera und Blitz miteinander und der Blitz wird an die Lichtmessung der Kamera angepasst. Die Lichtmessung wird "durch die Linse" ausgeführt und deshalb heisst das Programm "Trough the Lense". An meinem Blitz gibt es einen Knopf um den TTL Modus zu starten.

Der Slave Mode wird verwendet, wenn Blitz und Kamera getrennt sind. Dadurch kann das Licht vom Blitz aus einer anderen Richtung kommen als der Blitz der Kamera. Die Blitze meiner Klassenkameraden werden dann oft durch Funksender angesteuert welche zusätzlich gekauft wurden und auf dem Blitzschuh der Kamera montiert sein müssen. Mein Blitz dagegen hat nur einen Infrarotsensor. Dieser reagiert auf den Blitz der Kamera und löst dann den Systemblitz aus. Dies funktioniert aber nur, wenn sich der eingebaute Blitz und der Sensor des Systemblitzes sehen. Ansonsten löst der Systemblitz nicht aus.

Der Slave Mode hat wie TTL einen eigenen Knopf am Blitz.

Der letzte Knopf an meinem Blitz ist jener welcher mit LED beschriftet ist. Dieser akitviert eine LED welche sich beim Sensor vorne befindet und für allerlei verwendet werden kann.

Die Blitzlampe über dem Sensor ist sowohl dreh- wie auch neigbar. Dies habe ich erst herausgefunden als Sandra uns erzählte, dass man manchmal nach hinten blitzen müsse.

Direkt über der Blitzlampe gibt es zwei Lamellen welche man ausziehen kann. Eines ist das sogenannte Weitwinkeldings (Lichtstreuer) dieses wird bei Brennweiten kleiner als 25mm verwendet um das Blitzlicht auf das gesamte Bild zu streuen. Da Brennweiten in diesem Bereich als Weitwinkel bezeichnet werden, wurde diese Klappe kurzerhand Weitwinkeldings getauft.

Die zweite Lamelle ist ein einfaches weisses Plastikblättchen. Dieses soll beim indirekten Belichten eines Gesichts eine gewisse Menge an Licht frontal nach vorne schicken um so die Augenhöhlen aufzuhellen. Beim indirekten Beleuchten wird nämlich der Blitz nach oben gerichtet wo das Licht von der Decke reflektiert wird und dann von oben herab auf das Motiv fällt. Ohne die Reflektorscheibe würden nun die Augen in dunkeln Löchern liegen.

Praxis

Nach der Theorie am Morgen gingen wir am Nachmittag nach draussen um in der Sonne unsere Blitze aus zu probieren. Während dieser Übung war ich unglaublich froh, den einfachsten Blitz der Welt zu haben. Während andere sich mit Funkverbindungen und Einstellungen herumschlugen, machte ich Fotos und als der Blitz von Bruno irgend einen Fehler hatte, gab ich ihm meinen und wir blitzten beide damit ohne etwas umstellen zu müssen. Einzig Rennie die an ihrer Kamera kein Programm für den Master Blitz hatte, konnte auch mein Blitz nicht glücklich machen.

Rückblickend finde ich den Blitz ein mega tolles Gerät. Ich werde mich aber noch einige Jahre damit auseinandersetzen müssen um dieses Mittel voll in den Griff zu bekommen.

 

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