Bildbesprechung
Am zwölften Kurstag besprachen wir die Arbeiten zum Thema Farben. Entsprechend meinen Befürchtungen waren meine Ergebnisse denkbar schlecht und hatten einige Fehler betreffend der Aufgabenstellung. So lernte ich zum Beispiel das Komplementär Kontraste nichts mit ähnlichen Farben zu tun haben (mein Foto war in Blau und Grün gehalten) sondern gänzlich gegensätzliche Farben beschreiben (die meisten Bilder der Klasse waren Grün und Gelb).Sandra zeigte uns, wie Bildserien durch ähnliche Farbgebung verbunden werden können indem sie eine Serie aus einer Auswahl unserer Bilder zusammenstellte. Dabei wies sie uns aber auch auf die Risiken von sehr knalligen und sehr gedämpften Farben hin.
Bei den monochromen Bildern hatten die Meisten ein Bild in schwarz / weiss mitgebracht. Sandra sagte dazu, dass Monochrom nur heisse, dass vorwiegend eine Farbe im Bild sei. Dazu hatte Dominik ein schönes Beispiel in dem er ein Sektglas mit goldenem Sekt fotografiert hatte, welches vor einem unscharfen, goldenen Hintergrund stand.
Die kalten Farben wurden im Allgemeinen gut getroffen. Diese Aufgabe bereitete auch mir wenige Schwierigkeiten.
Die warmen Farben waren auch eher einfach. Dennoch gab uns Sandra den Tipp, warme Bilder einfach zu halten, da sie so noch kuscheliger wirken würden.
Ein Problem welches bei der ganzen Klasse auftrat war jenes mit dem Drucken.
Viele von uns, darunter auch ich selbst, drucken auf einer Fotodruckstation in der Migros oder in einem anderen Geschäft. Dadurch haben wir keinen Einfluss auf den Drucker und seine Einstellungen. Bis anhin ging das auch ganz gut und hat uns die teure Anschaffung eines eigenen Fotodruckers erspart. Bei der Aufgabe mit den Farben allerdings kam es nun bei fast allen vor, dass sich die Bilder auf dem Papier teilweise sehr stark von den Bildern auf den Bildschirmen unterschieden. So wurden gerade Kontraste und Farbtöne verändert dargestellt.

Um ein farbloses Bild zu machen habe ich ein Glas mit Wasser auf unseren schwarzen Esstisch gestellt und fotografiert. Damit man das Glas überhaupt sieht habe ich eine Lampe darauf gerichtet und dann mit der Spotmessung der Kamera das Glas hell und den Tisch einheitlich schwarz dargestellt. Das Problem kam beim Drucken als das Glas auf dem schwarzen Tisch fast nicht sichtbar wurde und ich also mit einem schwarzen Bild da stand.
Aufgrund dessen habe ich mir nach dem Unterricht noch diverse Farbdrucker angeschaut und die Preise verglichen. Allerdings musste ich feststellen, dass mein Ego mich schnell einige hundert Franken kosten könnte während mein Laserstrahldrucker hundert Franken gekostet hat und alle zwei Jahre frischen Toner braucht.
Portrait
Am Nachmittag wiederholten wir das Thema Portraits. Dies kam mir gelegen da ich beim letzten Kurstag zu diesem Thema am Berg gestanden habe. Nun besprachen wir einige Aspekte der Portraitfotografie (Beziehung zum Modell, Inszenierung, Ziel des Bildes, ...) und gingen dann zu einer sehr spannenden Aufgabe über:Der Aufbau war recht einfach. Das Licht wurde eingestellt, der Hintergrund war einige Meter vom Modell, die Kamera auf dem Stativ und soweit bereit, dass der Fotograf nur noch auslösen musste.
Das Modell kam dann vor die Kamera und hatte den Auftrag während zwanzig Minuten in die Kamera zu schauen und auf der Stelle zu stehen.
Der Fotograf löste nun innerhalb dieser zwanzig Minuten dreissig mal aus. Keiner der beiden durfte sprechen.
Dinah und ich gingen für diese Aufgabe ins Studio. Zuerst stand ich vor der Kamera. Nach einigen Minuten wurde mir bereits warm und ich wusste nicht mehr, was ich mit mir anfangen sollte. Zudem stand Dinah hinter der Kamera und beobachtete jede meiner Regungen. Gelegentlich unterbrach das Klicken der Kamera die Stille. Für mich war die Rolle des Modells eher unangenehm, da ich während der ganzen Zeit im Rampenlicht stand und mich nicht bewegen sollte.
Nach zwanzig Minuten wechselten wir und ich installierte meine Kamera. Als wir dann anfingen, konnte ich sehen wie Dinah die selben emotionalen Abläufe durchging wie ich zuvor. Hinter der Kamera war die Aufgabe jedoch deutlich angenehmer da man beobachten konnte und die Kontrolle über die Kamera hatte. So entstanden sehr spannende Bilder bei denen man jede Regung des Modells sehen konnte und die auch die Beziehung zwischen dem Modell und dem Fotografen sehr stark wiedergeben.
Nachdem diese Aufgabe gemacht war, wechselten wir die Gruppen. Zu mir kam Clara und wir machten Portraits bei denen das Licht jeweils aus einer anderen Richtung kam.
Danach war der Kurstag vorbei. Auf den nächsten Kurstag mussten wir die besten Portraits der beiden Aufgaben auswählen und mitbringen.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen