Dienstag, 28. April 2020

Rückblick Grundmodul



Erste Versuche mit der Verschlusszeit
Nachdem die 14. Lektion nun durch ist, mache ich einen kleinen Rückblick auf das Grundmodul des CAS-Lehrganges Fotografie.

Angefangen hat alles mit der Idee, ein professioneller Drohnenpilot zu werden. Nach einigen Recherchen wurde mir aber klar, dass man als reiner Pilot kaum zu Geld und Erfolg kommt. Die meisten aktuellen Piloten sind Fotografen oder Kameramänner welche die Drohne als zusätzliche Kamera einsetzen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich weder Kenntnisse über die Fotografie noch ein besonderes Interesse daran. Einzig den dicken Schädel, den hatte ich von Anfang an.
Im Frühjahr 2019 besuchte ich dann einen Informationstag von der Migros Klubschule zum CAS - Lehrgang Fotografie. Dieser schien mir geeignet da er berufsbegleitend gemacht werden konnte und mit einem Diplom der ZHdK abgeschlossen wird. Bedauerlicherweise kostete der Kurs ein Vermögen und so musste ich mir das noch einmal überlegen. Nach einigen Diskussionen mit der Freundin entschieden wir uns, dass ich den Kurs mache, ihr aber jeweils das gelernte beibringen muss.

Im Sommer 2019 besuchte ich den Kurs "Das 1x1 der Fotografie" an der Migros Klubschule. Dort lernte ich die Grundlagen der Kamera kennen und setzte mich das erste Mal mit einem Bild auseinander. Nach diesem Kurs hatte ich alles gelernt, was man über Fotografie und Kameras lernen kann...

Mit Stolz geschwellter Brust begann ich im Herbst 2019 das Grundmodul des CAS - Lehrgangs. In der ersten Lektion wiederholten wir ungefähr das, was ich im Sommer gelernt hatte. Fokusarten, Belichtung, Blende, ISO - Werte. Nach nur einem Kurstag war dies bereits repetiert und ich fragte mich, was denn da noch alles kommen soll.
In der zweiten Lektion ging es dann um Objektive und Tiefenschärfe. Dabei wurde mir langsam klar, dass da noch so einiges auf mich zukommen würde. Als dann in der dritten Lektion noch die Bildbesprechung dazu kam und wir nun jedes Bild betrachteten und die unzähligen gemachten Fehler aufzulisten begannen, war mir klar wo ich stand. Ganz am Anfang einer langen und beschwerlichen aber auch lehrreichen und interessanten Reise.

Reise war dann auch das Stichwort nach wenigen Lektionen. Meine Freundin und ich verreisten für ein verlängertes Wochenende. Ausgerüstet mit ihrer Kamera und ihrem Zoom sowie einer gebrauchten Festbrennweite aus dem Internet besuchten wir die Stadt und ich machte so viele Fotos wie ich noch selten gemacht habe. Als wir dann wieder zuhause waren und die Bilder am Computer betrachteten, waren die irgendwie doch nicht so gut wie erwartet. Sie stellten aber diverse neue Fragen in den Raum welche ich nun mit den Lehrpersonen, dem Internet und diversen Versuchen zu klären versuchte.

Mit der Zeit begann ich auch an den Übungen Gefallen zu finden. Besonders als es dann bei der Reportage darum ging in der Stadt eigene Ideen umzusetzen und Bilder dazu zu machen. Ich ging stundenlang durch die Strassen auf der Suche nach dem perfekten Motiv und der perfekten Situation. Das Resultat war dann auch dementsprechend. Die Klassenkameraden waren voll des Lobes für meine Serie und sie entsprach auch tatsächlich der Aufgabenstellung. Ein Problem mit dem wir gerade am Anfang zu kämpfen gehabt hatten als wir die Aufgabestellung nur zum Teil erfüllt oder komplett verfehlt hatten.

Die Rückmeldungen aus der Klasse fallen seither immer entsprechend meinem Aufwand aus. Wenn ich einmal kurz einige Requisiten nehme und diese in zwanzig Minuten ablichte, schert sich niemand um meine Bilder. Wenn ich aber stundenlang irgendwo durch die Gegend irre oder Kulissen aufbaue werden die Bilder hoch gelobt. Es scheint da eine gewisse Verbindung zwischen Aufwand und Ertrag zu bestehen.

Bildgestaltung
Nach Weihnachten kamen wir langsam von der Kameratechnik weg - soviel zu "Ich wusste alles nach dem ersten Kurstag" - und widmeten uns der Bildgestaltung und der Archivierung. Die Archivierung fiel mir persönlich leichter da ich gelegentlich mit Computern auseinandersetze und auch schon einmal mit einer Datenbank zu tun hatte. Die Bildgestaltung dagegen war mir fremd und jeder Satz der Lehrperson ein Fragezeichen in meinem Kopf. Insbesondere als es um Farbtheorie und Farbkompositionen ging, hatte ich keine Ahnung wovon nun gerade gesprochen wurde. Als ich dann im Internet nachschaute wurden mir zig verschiedene Farbkreise vorgestellt aber die sind - so lernte ich am nächsten Kurstag - alle falsch weil sie die Wellenlänge nicht beachten würden oder irgendetwas in dieser Richtung.
Bei den Farben war dann auch gleich mein zweiter Schwachpunkt angesiedelt nämlich der Drucker. Ich habe einen Laserdrucker mit einem schwarzen Toner. Um Fotos ausdrucken zu können, braucht man aber mindestens einen Drucker mit farbigem Toner und noch besser einen Tintenstrahldrucker. Dieser ist aber bereits in der Anschaffung teuer und anscheinend auch im Unterhalt deutlich teurer als mein Drucker im Moment. Dementsprechend drucke ich meine Bilder weiterhin an der Cewe-Station immer mit dem Risiko, dass Farben zu dunkel, zu hell oder falsch abgebildet werden.

Vielleicht passt der Drucker dann später einmal ins Budget. Für den Kurs und meine hoffentlich folgende Tätigkeit danach habe ich nämlich schon recht viel Geld ausgegeben:
1 Festbrennweite 35mm 1,8f
1 Drohne Mavic 2 Pro von DJI, die Amateurfotografendrohne schlechthin.
1 Nikon 750D die günstigste der Nikon Vollformatkameras
1 Kameratasche
2 schnellere Speicherkarten damit ich bei Serienaufnahmen  schneller bin
und demnächst geliefert
1 Objektiv 14mm - 180mm 4f für Vollformat
1 Stativ Manfrotto

Die Kamera habe ich mir kurz nach Weihnachten gekauft und sie hat nun nach dem Grundmodul bereits mehr Auslösungen als die alte Kamera meiner Freundin.

Gegen das Ende des Grundmodules behandelten wir noch Portraits, ein Thema welchem ich mich auch noch vermehrt widmen muss, die abstrakte Verwendung der Kamera (Mehrfachbelichtungen, HDR, Bewegung, Unschärfe) und der Landschaftsfotografie. Gerade die Verwendung der Kamera zur Herstellung abstrakter Kunst hat es mir sehr angetan, da man dort sehr verspielt und unbeschwert herangehen kann und spannende Effekte erzielt.

Nun ist das Grundmodul vorbei. An meinem Arbeitsplatz wurde ich in eine Fachgruppe für Fotografie einberufen, in der Wohnung liegt haufenweise Zeug welches ich zum Fotografieren brauche und draussen wütet ein Virus welches den Präsenzunterricht verunmöglicht.
Der Kurs und die Fotografie als solches haben mich bisher persönlich weitergebracht und mir auch überraschende Türen in der Arbeitswelt geöffnet. Dementsprechend motiviert starte ich nächsten Samstag ins Aufbaumodul und das obwohl ich eigentlich schon alles weiss, was man über Kameras und die Fotografie wissen kann.

Drohnenfotografie

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