Dienstag, 28. April 2020

Kurstag 14

Der letzte Kurstag war durch das Coronavirus geprägt. Einerseits weil er nicht am geplanten Datum stattfand sondern an zwei verschiedenen Daten unter der Woche und andererseits weil er über die App "Zoom" stattfand. Diese App dient als Plattform für Onlinemeetings mit bis zu einhundert Teilnehmern. Da der Kurs unter der Woche stattfand, konnte ich am ersten Tag nicht teilnehmen und bekam die Aufzeichnung von Sabrina. Am zweiten Tag konnte ich die Arbeit für die Dauer des Kurses unterbrechen, hatte dafür aber keine Bilder dabei.


Teil 1

 

Repetition Technik

Vorder- und Hintergrund unscharf, gold. Schnitt
Sabrina begann damit, uns die Technik welche wir am Anfang des Kurses gelernt hatten wieder in Erinnerung zu rufen. Dabei stellte ich nicht unglücklich fest wie viel mir davon noch in Erinnerung geblieben war und wie viel davon ich nun schon regelmässig anwende.
Die ganze Anwendung auf die Landschaftsfotografie kam mir dementsprechend auch logisch vor und ich wusste bei vielen der gewünschten Effekte wie man sie aufs Bild bringen kann. Dennoch tat die Repetition gut da über die Zeit doch das eine oder andere vergessen gegangen war.
Ein wichtiger Punkt war gerade die Verwendung des Stativs. Ich habe bisher immer freihändig aufgenommen und musste dementsprechend meine Verschlusszeiten kurz halten. Wollte ich mal länger belichten musste ich die Kamera auf den Boden oder eine Mauer stellen. Da nun aber in den meisten Bereichen der Landschaftsfotografie Stative benutzt werden, habe ich mich entschieden auch eines zu kaufen.


Bildgestaltung

Die Thematik der Bildgestaltung in der Landschaftsfotografie hat mir bisher immer grosse Probleme bereitet. Meine Bilder wirkten flach und bestanden meist aus einer Hälfte Stadtgebiet in der Ferne und einer Hälfte Himmel. Dabei war der Himmel oft überbelichtet und so wurde aus Stadt und Himmel halt Stadt und Weiss.

Linien, Licht
Sabrina gab uns nun einige Gestaltungselemente mit, die meine flachen und langweiligen Bilder spannender machen sollten. So lernten wir zum Beispiel den virtuellen Rahmen kennen. Ein Begriff von dem ich das Gefühl hatte ihn noch nie gehört zu haben. Dazu kamen der Goldene Schnitt, die Einteilung des Bildes in drei Ebenen, die Arbeit mit Linien, Bildpunkte, Symmetrie, Kontrasten und diversem mehr. Die ganze Auflistung stellte mich vor ein neues Problem. Wie um alles in der Welt sollte ich all diese Gestaltungselemente auf mein Bild bekommen. Sabrina sagte dazu, es gehe vor allem darum den Raum im Bild fühlbar zu machen. Dazu müsse man Tiefe schaffen und dem Bild einen Rahmen geben.
Die Bildpunkte wurden dann zu meinem nächsten Problem. Weder konnte ich sie in den Beispielen erkennen, noch verstand ich recht worum es dabei ging und wie ich sie einsetzen musste. Das Einzige, dass ich verstanden habe war, dass man die Augen zusammendrücken kann und dann nur noch die Bildpunkte sieht und dass der Schatten des Bildpunktes oft zum Bildpunkt gehört und demnach einen virtuellen Rahmen benötigt.
Der virtuelle Rahmen wiederum sollte möglichst durchgehend sein und weder störend wirken noch dominieren. So kann eine Wand aus Blättern am Rand den virtuellen Rahmen darstellen, sobald aber zu viel davon auf dem Bild ist wird er zum Bildpunkt und lenkt vom Motiv ab. Selbstverständlich habe ich das später ausprobiert und die Rückmeldung erhalten mein Rahmen sei zu dominant.
Ein weiterer Hinweis von Sabrina betraf hohe, schmale Motive welche im Hochformat aufgenommen wurden. Diese kann man nur in den goldenen Schnitt setzen, wenn sie nicht bildfüllend aufgenommen werden. #Truthbomb

Damit waren die ersten zwei Stunden unseres Onlinemeetings vorbei und wir hatten nun eine Woche Zeit, die Aufgaben, welche Sabrina uns geschickt hatte, zu lösen.


Teil 2

 

Bildbesprechung

Etwa eine Woche nach dem ersten Teil fanden wir uns wieder auf der Onlineplattform ein und besprachen nun unsere Bilder. Da der Kurs in meine Arbeitszeit fiel, nahm ich für die zwei Stunden frei und verzog mich in ein leeres Büro. So konnte ich den Kurs live verfolgen, hatte aber nur die wenigen Bilder von meinem Telefon zur Verfügung.
Die Bilder die von der Klasse gezeigt wurden, waren allerlei. Die einen sehr gut, andere noch mit Entwicklungspotential. Im Allgemeinen kamen aber folgende Punkte wiederholt zur Sprache:

Linien in die Tiefe, Unschärfe im Vordergrund
Die Tiefenschärfe hängt von der Brennweite, der Blendenöffnung und der Distanz von der Kamera zum Motiv ab. Die Tiefenschärfe spielt in der Landschaftsfotografie eine essentielle Rolle. Sowohl bei kleinen und kleinsten Motiven wie auch bei ganzen Städten.

Die Verschlusszeit bestimmt wie viel Bewegung im Bild ist. Kurze Verschlusszeit friert Bewegung ein, macht zum Beispiel einen Wassertropfen sichtbar, lange Verschlusszeit lässt Bewegung sichtbar werden, lässt einen Bach wie Watte aussehen.

Der virtuelle Rahmen betont das Motiv. Der Schatten desselben sollte auch vom virtuellen Rahmen umschlossen werden und darf den Rand des Bildes nicht berühren.
Das Motiv sollte also weder den virtuellen Rahmen durchbrechen, noch - zum Beispiel mit seinem Schatten - in ein anderes Objekt überfliessen und dabei im goldenen Schnitt bleiben. Dieser wiederum stellt auch eine Schwierigkeit dar, da man genau wissen muss welchen Teil des Motivs man eigentlich im goldenen Schnitt haben will. Soll nun die Baumkrone im goldenen Schnitt sein, steht der Baum tief im Bild. Soll der Übergang vom Stamm in die Krone im Schnitt sein, berührt die Krone vielleicht schon wieder den oberen Bildrand...

Wie bei den meisten Themen habe ich auch bei der Landschaftsfotografie noch einiges zu lernen. Allerdings beherrsche ich aber langsam die Kamera und kann halbwegs akzeptable Bilder machen. Was mir von mir aus gesehen immer noch fehlt ist das Auge für ein spannendes Bild.

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